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Politikprofessor: „Auch andere Vereine umgeben von autokratischer Aura“

Der FC Schalke macht Werbung für ein politische umstrittene Projekt Nordstream 2.

Der FC Schalke macht Werbung für ein politische umstrittene Projekt Nordstream 2.
Copyright: imago/Jan Huebner

Politikprofessor Timm Beichelt behandelt in seinem Buch „Ersatzspielfelder“ Fußball unter dem Aspekt der Heimat- und Identitätsstiftung. Im Interview mit dem Ost-Journal kommt er dabei auch auf RB Leipzig und seine Kontroversen zu sprechen.

Leipzig polarisiert – nicht nur im Fußball

„In Leipzig prallen unterschiedliche Narrative besonders hart aufeinander“, so Beichelt. Stasivergangenheit, Bevölkerungsrückgang, größere Investitionen nach der Wende und hohes Wachstum, aber niedrige Gehälter, neue Kunsthochburg und Nähe zu Berlin führt der Politologe an, „eine Zerrissenheit wie in Leipzig finden wir nicht überall und sie erklärt zu einem gewissen Maße die sehr unterschiedlichen Reaktionen auf den Klub. Im Phänomen RB Leipzig steckt viel mehr als nur Red Bull.“

Denn die einen nahmen die Ankunft des Sponsors sehr bereitwillig in Kauf, um endlich wieder hochklassigen Fußball in der Stadt zu sehen. Die anderen blieben bei der Begeisterung für den Fußball und damit bei den etablierten Clubs der Stadt – und lehnen das Konstrukt RB ab.

RB Leipzig als Beispiel, dass Vereinsunterbau nicht nötig ist

Eine solche Identifikation mit dem Verein sei in Leipzig eher nur durch Erfolg herzustellen. „In Deutschland ist Sport eigentlich Vereinssache, aber Leipzig ist ein Beispiel dafür, dass die Verbindung zu einem Verein im Sinne von langjähriger Mitgliedschaft als Unterbau nicht unbedingt zwingend ist.“ Voraussetzung dazu sei dann auch, dass der Sponsor bleibt, denn die starke Abhängigkeit sei die Achillesferse von RB Leipzig.

Doppelzüngige Kritik am Kommerz von RB Leipzig

Allerdings sei die Kritik aus den Reihen der Traditionsvereine nicht ganz nachvollziehbar und der Diskurs zunehmend langweilig. „Auch im Jahr neun immer nur die antikommerzielle Karte zu ziehen, wenn es um den RB Leipzig geht, das halte ich vor dem Hintergrund, wie kommerziell der Rest der Bundesliga ist, für unredlich.“ Es gebe auch andere Vereine, die „sehr kommerzgesteuert sind und dem Fußball eine autokratische Aura geben“.


Irgendwie schaffen die es auf Schalke, dass das nicht zu sehr hochkocht, während in Leipzig jede Dose von Red Bull am Spielfeldrand als Beispiel für Überkommerzialisierung herangezogen wird.

Als Beispiel nennt er ein Werbebanner für die Gaspipeline Nordstream 2, das neben den Toren beim FC Schalke 04 zu sehen war. „Da geht es um ein politisches Projekt eines autokratisch geführten Staates. Aber irgendwie schaffen die es auf Schalke, dass das nicht zu sehr hochkocht, während in Leipzig jede Dose von Red Bull am Spielfeldrand als Beispiel für Überkommerzialisierung herangezogen wird.“

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