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Wechselgedanken: Rangnick über sein Machtwort nach Frankfurt-Spiel

Naby Keita und Emil Forsberg haben ein Wechselverbot für 2917/18 - Oliver Burke darf bei entsprechendem Angebot gehen. Foto: imago

Naby Keita und Emil Forsberg haben ein Wechselverbot für 2917/18 – Oliver Burke darf bei entsprechendem Angebot gehen. Foto: imago

„Kein Stammspieler verlässt RB Leipzig.“ Ralf Rangnick sah sich auf der Pressekonferenz genötigt, in den Fällen Naby Keita und Emil Forsberg sein Machtwort zu wiederholen. Das gilt auch für alle anderen Stammspieler.

Keine Schmerzgrenze, auch nicht dreistellig

Kaum verhindern war in den Wochen zuvor, dass ständig erneute Spekulationen auftauchten. Zuerst über Emil Forsberg, genährt durch dessen Berater Hasan Cetinkaya. Später über Naby Keita, befeuert von englischen Medien. Ralf Rangnick verwies jegliche Gerüchte ins Reiche der Fabeln. „Ich kann es zum letzten Mal wiederholen: Wir werden keinen Stammspieler abgeben, da gibt es auch keine Schmerzgrenzen. Das einzig exklusive an den Meldungen war, dass sie falsch waren“, wurde der RB-Sportdirektor auf der Pressekonferenz am Donnerstag erneut deutlich.

Emil Forsberg und Naby Keita bleiben

Selbst im dreistelligen Bereich werde man bei den Sachsen nicht schwach. Zum Thema Ausstiegskauseln bezog er sich allerdings explizit auf diese Saison. Hätte es die gegeben, wäre allerdings auch jegliches Gezeter um Wechselwünsche obsolet geworden. Dann nämlich hätten Spieler und interessierter Verein längst Nägel mit Köpfen machen können. Dass Interessensbekundungen zahlreich vorliegen, gab Ralf Rangnick unumwunden zu.

Und fügte gleich an, dass er jeglichen Abwanderungsgedanken der Mannschaft gemeinsam nach dem letzten Saisonspiel eine Absage erteilt hatte. „Nur weil sich Clubs für unsere Spieler interessieren, was ich für normal halte, ändert sich nichts an unserer Grundhaltung. Wenn jemand meint, trotzdem darüber nachzudenken, wo er spielen wird, macht das keinen Sinn. Es reicht, wenn wir das wissen und das ist hier.“ RB Leipzig hat das Heft in der Hand, soviel wollte Ralf Rangnick deutlich klarstellen.

Rangnick: „Emil Forsberg kennt meine Position ganz genau“

In Richtung des beraterseits den Aufstand probenden Emil Forsberg gab es aber keine öffentliche Breitseite. Er habe besonders mit dem Schweden nach der Ansage in Frankfurt noch unter vier Augen gesprochen. „Er kennt meine Position zu Genüge. Wir haben auch in der Pause auf Whatsapp geschrieben. Ich habe ihm gratuliert und wir haben auch jetzt nochmal geschrieben. Gerade in seinem speziellen Fall haben ich den Spieler mit Engelszungen überredet, da waren wir noch Zweitligist.“

Er habe ihm aufgezeigt, was bei RB Leipzig passieren kann. „Jetzt, wo wir dort angekommen sind, wo wir hinwollten, gibt es keinen Grund, im Ansatz über etwas anderes nachzudenken“, so Rangnick. Auch für Emil Forsberg sei RB Leipzig in der nächsten Saison eine besondere Möglichkeit, den nächsten Schritt zu machen, so deutete der Sportdirektor die Zukunft seines Angestellten.

Oliver Burke soll bleiben, darf aber gehen

Anders sieht die Position lediglich bei Oliver Burke aus. „Wir haben ihn ja erst am letzten Tag der Transferperiode im letzten Sommer geholt. Er hat außer der im Winter noch keine richtige Vorbereitung gehabt. Das wird jetzt anders sein“, gab Rangnick zu Bedenken. Burke habe Fortschritte gemacht und soll bleiben.

Das ist aber nicht in Stein gemeißelt, wie die Ansagen an Leipzigs Stammkräfte. „Es haben sich viele gemeldet, die ihn ausleihen wollen. Denen haben wir abgesagt. Eigentlich wollen wir auch nicht verkaufen.“ Das beinhalte, dass man sich entsprechende Angebote anhören werde, „dazu müsste ja auch Oliver erstmal weg wollen.“

Zum Schluss bedachte Rangnick seine letztjährige „Naturgewalt“ dann mit einem besonderen Vergleich. „Lewandowski hat beim BVB auch im ersten Jahr nur von der Bank gespielt und seine Zeit gebraucht.“ Ob dem Schotten eine ähnliche Zukunft blüht, steht angesichts der Topform von Timo Werner und dem Neuzugang von Jean-Kevin Augustin noch deutlich in Frage.