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Angriffe auf RB-Fans: Dortmunder Polizei ermittelt 66 Täter

Die Dortmunder Polizei hat vor dem Spiel von RB Leipzig beim BVB (Sa., 18.30 Uhr) Ermittlungsergebnisse der Angriffe von gewalttätigen Dortmunder Anhängern gegen die Auswärtsfans von RB Leipzig präsentiert. Und auch auf die Strategie beim erneuten Aufeinandertreffen gingen die Beamten ein. Dazu wurde eine „Allianz für ein friedliches Fußballerlebnis“ gebildet.

Wie die Polizei Dortmund mitteilte, fanden sich am Dienstag die Behördenspitzen des Amtsgerichtes Dortmund, der Staatsanwaltschaft Dortmund, dem BVB und der Stadt zusammen, um die Ermittlungsergebnisse der Randale vom 4. Februar auszuwerten und die Vorsichtsmaßnahmen für ein friedliches Spiel zwischen BVB und RB Leipzig abzustimmen.

Auswertung der Angriffe vom Februar

In einem aufwändigen Verfahren filterten die Beamten der „EK Strobel” aus den Attacken auf der Strobelallee 214 Vorfälle heraus. Davon mündeten 168 in Strafverfahren, in 66 Fällen konnte die Polizei Gewalttäter identifizieren. Am häufigsten (109-mal) lag der Delikt der Körperverletzung oder gefährlichen Körperverletzung vor. Elfmal wurden bislang Strafbefehle erlassen, von denen fünf rechtskräftig geworden sind. Darüber hinaus wurden fünf Anklagen erhoben. Über eine Anklage wurde bereits verhandelt. In diesem Fall führte die Verurteilung zu einer hohen Geldstrafe. In fünf anderen Fällen drohen 800 Euro (Beleidigung) bis 3600 Euro (Widerstand gegen die Polizei) Strafe.

„Ich danke den Menschen, die uns nach der letzten Begegnung Videomaterial zur Verfügung gestellt haben und uns damit helfen, gegen Kriminelle vorzugehen. Ich danke auch dem BVB, der in großem Umfang bundesweite und örtliche Stadionverbote verhängt hat“, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Laut den Ruhrnachrichten hat der BVB 40 bundesweite Stadionverbote verhängt.

Die Delikte der Angriffe auf RB-Fans in Dortmund am 4. Februar:

– 109 Körperverletzungen / gefährliche Körperverletzungen
– 17 Beleidigungen
– 15 Raubdelikte
– 7 öffentlicher Aufruf zu Straftaten
– 5 Fälle von Landfriedensbruch
– 5 Diebstahlsfälle
– 4 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
– 3 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz
– 3 Sachbeschädigungen
– 2 Fälle von Bedrohungen

Großes Polizeiaufgebot am Samstag

Genaue Einsatztaktiken mochte die Polizei nicht preisgeben, kündigte aber an, mit „mehr als doppelt so vielen” Beamten vor Ort zu sein als im vergangenen Jahr. Damals hatte die Polizei das Gefahrenpotenzial des Spiels unterschätzt und war mit 150 bis 237 Kräften – da unterscheiden sich die Angaben – vor Ort gewesen. Laut Kicker sollen 1000 Beamte vor Ort sein, die Partie sei allerdings nicht als Risikospiel eingestuft.

Polizeipräsident Lange sagte: „Am nächsten Samstag ist unser Konzept darauf ausgerichtet, Fußballfans aus Leipzig und Dortmund davor zu schützen, von Gewalttätern und Kriminellen, die den Titel ,Fan‘ nicht verdienen, belästigt und angegriffen zu werden. Straftäter werden wir mit allen Mitteln und hohem Aufwand verfolgen.“

19 Bereichsbetretungsverbote für Täter

In der Pressemitteilung heißt es: „Die Polizeiführung wird sehr niederschwellig eingreifen um möglichst jegliche Aggression im Keim zu ersticken.” Dabei sollen insbesondere die Dortmunder Ultragruppierungen beobachtet werden. Gegen 19 der Täter wurden sogenannte Bereichsbetretungsverbote für diesen Samstag ausgesprochen.

Auch im Stadion soll die Polizei Ordner unterstützen, wenn Anlass dazu besteht. „Wer meint, sich im Stadion daneben benehmen zu müssen, muss damit rechnen, rauszufliegen“, heißt es laut Ruhrnachrichten seitens der Polizei.


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