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RB Leipzig in Not: Neue Transferziele für internationale Ansprüche

Erst kurz vor Ende der Transferperiode schlug Ralf Rangnick bei RB Leipzig nochmal zu und stellte Ademola Lookman vor, den man schon lange beobachtete. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach ließ er aber ungewöhnlich tief blicken, woran der Verein momentan krankt.

Ralph Hasenhüttl erwartet vom Kader keine Wunder

Ohne Emil Forsberg und Marcel Halstenberg war man effektiv bei 18 Feldspielern für eine Rückrunde mit Europa League abgekommen. Der Schuh drückte also gewaltig, aber eine echte Reaktion bleib aus. So müssen sich Ralph Hasenhüttl und seine Mannschaft vor allem gegenseitig helfen, Emil Forsberg und Marcel Halstenberg zu ersetzen.

Dabei erwartet der RB-Coach keine Wunder. „Bei Konrad Laimer sieht man auch, es waren zwei ordentliche Spiele, das dritte war nicht mehr ganz so gut. Deswegen wird es auch in der Rückrunde nicht so einfach“, so Hasenhüttl. Auch Ademola Lookmanm, seinem neuen Offensivtalent aus England, ist nicht gerade die dringend benötigte, langfristige Verstärkung. „Wenn er hilft, dass wir ein zwei Spiele mehr gewinnen, oder auch nur unser Trainingsniveau hebt, hat er sein Soll schon erfüllt“, hieß es auf der Pressekonferenz zum Neuzugang.

Spezialist gesucht als Halstenberg-Ersatz

Bezüglich eines neuen Linksverteidigers waren die letzten Tage für alle anstrengend. „Wir hatten die Aufgabe, in den letzten Tagen die eierlegende Wollmilchsau zu finden“, erklärte Ralf Rangnick. Damit meinte er keinen Allrounder, sondern einen Spieler, der in allen Belangen passt. Denn Notlösungen habe man genug auf der Bank, wie auch der Blick auf die Rechtsverteidiger als Klostermann-Ersatz in der letzten Saison zeigt, wo auch Stefan Ilsanker und Dominik Kaiser aushalfen.

RB Leipzig hat genug Allrounder

Das Problem ist also kein quantitatives. „Wir hätten gerne einen Spezialisten gerne gehabt für die Position, der möglichst auch sprachlich passt und der auch taktisch schon gewisse Dinge nachgewiesen hat.“ Nur war Ralf Rangnick nicht in der Lage, ihn bei einem Ausfall Marcel Halstenbergs innerhalb von nur einer Woche aus dem Hut zu zaubern. „Seit dem 24. Januar haben wir jeden in Frage kommenden linken Verteidiger unter die Lupe genommen und Verpflichtungen geprüft, sportlich wie finanziell. Aber die Kandidaten, die wir ausgemacht haben, waren nicht zu haben“, so der RB-Sportdirektor.

Rangnick angefressen: „Darauf könnt ihr Gift nehmen“

Daraus  folgen jetzt Konsequenzen. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich damit nur schwer leben kann. Und ich lasse auf die Leute, die bei uns arbeiten, nichts kommen“, stellte er sich vor seine Mitarbeiter. Aber machte anschließend allen klar, dass es personelle und strukturelle Änderungen geben wird. „Unser Anspruch ist, dass uns so eine Notsituation nicht mehr trifft. Da können Sie Gift drauf nehmen“, machte Rangnick seinem Ärger Luft.

Nachwuchs und Scouting stehen auf dem Prüfstand

Das wird besonders zwei Bereichen gelten: Dem Nachwuchsleistungszentrum, das Frieder Schrof erst kürzlich trotz bekannter Probleme noch als voll auf Kurs beschrieben hatte. Und das in Sachen Entwicklung der Talente eine ordentliche Schelte abbekam. Und der gesamten Abteilung Scouting und Transfers. „Wir müssen uns international unseren Ansprüchen genügend aufstellen“, ließ Rangnick durchblicken, dass man bei RB Leipzig nach innen deutlich größer denkt, als es die Erwartungshaltung nach außen erkennen lässt.

Kein Marcelo für Marcel

Was nicht heißt, dass man auch nominell nach anderen Kriterien suchen wird. „Auch wenn wir Marcelo als Linksverteidiger vorgestellt hätten, hätten wir auch keine Garantie, dass die Mannschaft wie geschnitten Brot durch die Saison geht und alles gewinnt“, erklärte der RB-Sportdirektor. Aber die Transferabteilung wird wohl deutlich vergrößert, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Ob in England, Deutschland, Indien oder anderswo auf diesem Planeten, „scheißegal wo es noch Fußballspieler gibt, die wir nicht kennen.“


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