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„Nicht der richtige Schritt”: RB-Bosse ringen um Erklärung für das Trainer-Aus

RB Leipzig hat die Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl nun auch offiziell bestätigt. Die Vereinsbosse haben sich dabei die Erklärung zurechtgelegt, dass Hasenhüttl selbst um Vertragsauflösung gebeten habe. Nicht der Verein. Doch was hätte der Trainer angesichts des fehlenden Vertrauens auch anders tun sollen?

„Im Gegensatz zum Winter”: Rangnick wollte nicht mehr verlängern

Kurz nach 14 Uhr verbreitete RB Leipzig per Twitter und Pressemitteilung, dass Ralph Hasenhüttl ab sofort nicht mehr Trainer des Bundesligisten ist. Sperrige Überschrift des Kommuniqés: „RB Leipzig kommt der Bitte von Trainer Ralph Hasenhüttl um vorzeitige Vertragsauflösung nach.” Der Kampf um die Deutungshoheit.

Tenor der Aussendung: Fanliebling Hasenhüttl selbst, nicht etwa die Vereinsgranden, hat entschieden, das Traineramt bei den Leipzigern hinzuwerfen. „Ich wäre sehr gerne gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer in die nächste Saison gegangen”, lässt sich Sportdirektor Ralf Rangnick zitieren. „Im Gegensatz zum Winter bin ich allerdings mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass ein weiteres gemeinsames Jahr zunächst einmal ausgereicht hätte.”

Und: „Für Ralph gab es keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung. Es war daher sein ausdrücklicher Wunsch, den Vertrag aufzulösen. Diesem Wunsch haben wir schweren Herzens entsprochen.”

Keine Nachfragen: Rangnick und Mintzlaff schweigen vorerst

Klubboss Oliver Mintzlaff ergänzte: „Wir sind dankbar für die bis heute offenen und glaubwürdigen Gespräche. Wir sind dennoch davon überzeugt, dass eine Verlängerung zum jetzigen Zeitpunkt für unseren Verein nicht der richtige Schritt gewesen wäre.“

Warum keine Verlängerung mit Hasenhüttl angestrebt wurde, verrieten die Manager nicht. Aus dem Vereinsumfeld heißt es, dass die Entscheidung, den Vertrag nicht zu verlängern, auch mit Hasenhüttls „Energielevel” zu tun habe. Dass sich der Trainer aufgerieben habe, war damals auch die interne Begründung für die Trennung von Alexander Zorniger.

Eine Pressekonferenz, bei der Journalisten hätten nachfragen können, findet nicht statt. Ebensowenig wie Interviews mit Rangnick und Mintzlaff in den kommenden Tagen.

Ralph Hasenhüttl konsequent: „Klares Nein statt beschwichtigendes Ja”

Und auch Hasenhüttl selbst durfte erklären, weshalb er die sofortige Trennung einem Abschied auf Raten vorzieht. „Wir haben betont, dass es für beide Seiten nicht wünschenswert wäre, ohne eine langfristig geklärte Zukunft in ein letztes Vertragsjahr zu gehen. Aus meiner Sicht ist es im Sinne der Umsetzung der langfristigen Ziele von RB Leipzig von großer Bedeutung, eine nachhaltige Vertragslösung anzustreben.”

Und: „Nach gemeinsamen Erfolgen sollte man deshalb ehrliche Worte an den Tag legen können und auch ein klares Nein statt ein beschwichtigendes Ja wählen dürfen. Aus diesem Grund habe ich die Vereinsführung gebeten, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden.” Das ist nur konsequent, denn wie und warum hätte der Österreicher ohne das Vertrauen der sportlichen Leitung in seine Arbeit in eine letzte Saison gehen sollen?

Zum Schluss richtete der Österreicher noch das Wort an die Fans und Wegbegleiter: „Mein Dank für die großartige Unterstützung geht an alle Mitarbeiter, Partner und Fans. Die Zeit in Leipzig wird unvergessen bleiben.” Ullrich Kroemer

Die vollständige Erlärung im Wortlaut.

Eine Analyse des Autors der Entwicklungen rund um die Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl lesen Sie hier bei ntv.de.