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Oliver Mintzlaff: Spielerverkäufe bleiben wichtige Wachstumssäule bei RB Leipzig

Oliver Mintzlaff hat große Ziele mit RB Leipzig. Foto: imago

Oliver Mintzlaff hat große Ziele mit RB Leipzig. Foto: imago

Oliver Mintzlaff hat erst vor kurzem seinen Vertrag als Geschäftsführer bei RB Leipzig bis 2023 verlängert. Und mit den letzten Deals um Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick und Jesse Marsch die sportlichen Weichen für die nähere Zukunft neu gestellt. Bei SPONSORs spricht er über die langfristige Entwicklung des Vereins.

Mintzlaff: RB soll dauerhaft zu den Besten gehören

Natürlich sehe man sich nicht als Bayern-Verfolger, betont er, auch wenn er in der letzten Saison davon sprach, mal einen Titel holen zu wollen. Dass sich RB Leipzig dauerhaft unter den besten Clubs der Bundesliga festsetzt, danach sieht es schon nach dem zweiten Bundesligajahr aus. „Wir beschäftigen uns aber nicht so sehr damit, ob wir die Nummer zwei, drei, vier, fünf oder sechs der Bundesliga sind, sondern wollen schlicht das Optimum aus unseren Möglichkeiten herausholen“, so Mintzlaff. Um sportlich auf der Höhe zu sein, muss sich der ungewöhnliche Bundesligist auch in anderen Bereichen weiterentwickeln.

Wachstum bei RB Leipzig auch durch Spielerverkäufe

Damit meint Mintzlaff Merchandising, Ticketing und nach wie vor auch die Verkäufe von Spielern. „Mit unseren jungen, hoch talentierten Spielern haben wir eine große Chance, hohe Transfererlöse zu erzielen.“ Denn über die Erwirtschaftung von Millionensummen durch Weiterverkäufe kann RB sich schneller von der finanziellen Unterstützung durch Red Bull lossagen. Auch wenn Mintzlaff beteuert, den Maximalrahmen dessen, was durch das Financial Fairplay an Zuwendungen möglich ist, gar nicht auszuschöpfen.

„Dynamisches“ Salary Cap hat Bestand

Mittlerweile steigen aber auch die Ausgaben. Spieler wie Emil Forsberg und Yussuf Poulsen kamen noch vor den Budesligazeiten. Finanziell sind die Verpflichtungen der Talente Mukiele, Saracchi und Cunha bereits in derselben Kategorie wie Naby Keita vor zwei Jahren. Das Salary Cap habe aber bestand, so Mintzlaff, auch wenn es „dynamisch“ gestaltet wird, also mitwächst. Deswegen macht man für einzelne Spieler keine großen Sprünge. Kevin Volland habe man vor der ersten Bundesligasaison „auch deswegen nicht verpflichtet, weil er schon in Hoffenheim mehr verdient hat, als für uns realistisch war.“

Wie der FC Köln: Mehr Umsatz durch Merchandising

Die vermeintlichen Entwürfe der neuen Trikots für die Spielzeit 2018/19 gelangten gerade erst ins Netz. Zwar noch nicht offiziell präsentiert, aber von den Fans heiß ersehnt. Und hier sieht Mintzlaff noch großes Potential. „Wir orientieren uns im Merchandising nun am 1. FC Köln. Dessen Umsatz von zehn bis elf Millionen Euro ist ein realistisches nächstes Ziel“, so der RB-Boss.

Neue Ticketingstrategie für mehr Auslastung nach Umbau der Red Bull Arena

Mehr Umsatz soll langfristig auch der Stadionumbau bringen, auch wenn es zuletzt einen leichten Rückgang des Zuschauerschnitts gab. „Ja, es gab eine Delle“, so Mintzlaff, „aber wir bauen das Stadion nicht für drei bis fünf Jahre aus, sondern für einen mittelfristig konstant wachsenden Verein.“ Die Gründe für ausbleibendes Publikum – neben der Mehrfachbelastung auch die niedrigeren Haushaltseinkommen – habe RB analysiert und in eine neue Ticketingstrategie überführt.

So will man weiter neue Fans erreichen. 45 Prozent des Publikums kommen von außerhalb und diese Entwicklung soll fortgesetzt werden. „Es gibt noch ausreichend Potenzial an Fußballbegeisterten in der Region, die noch nicht in unserer Arena waren.“ Deswegen wird ab Oktober die Infrastruktur verbessert, um das „Zuschauererlebnis und Monetarisierung“ zu optimieren.

Bessere Zusammenarbeit, weniger Bremsen in der Bundesliga

Die Zusammenarbeit der Bundesliga sieht Mintzlaff etwas zwiegespalten. Forderungen von anderen Seiten nach Solidarität innerhalb der Liga entgegnet er mit liberaler Marktperspektive. „Unser deutsches Problem ist, dass wir uns lieber mit der Verteilung der TV-Gelder beschäftigen und uns darüber aufregen, dass der FC Bayern so viel bekommt.“

Besser sollte man sich gemeinsam auf die Auslandsvermarktung konzentrieren, wofür die Münchner ebenfalls Kritik aus Leipzig einsteckten. Ralph Hasenhüttl hatte im letzten Sommer den Sinn von Auslandsreisen, wie sie die Bayern seit Jahren unternehmen, kritisiert. „Man darf nicht vergessen, dass die Reise nicht nur auf die Münchner einzahlt, sondern sich auch positiv auf die gesamte Bundesliga auswirkt“, sagt Mintzlaff heute.

RB profitiert von Erfahrungen anderer Bundesligisten

Besser funktioniere die Kooperation im technischen Bereich, wie beispielsweise bei den neuen LED-Banden, die RB installieren lässt. „Wir bekommen von anderen Clubs, die in diesem Bereich schon weiter sind, hilfreiche Informationen. Die Lehrkilometer, die andere operativ gegangen sind, wollen wir uns natürlich möglichst sparen.“