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Treffen statt pumpen: „Spielveredler” Werner schnürt Doppelpack mit dickem Zeh

„Dick und blau”: Timo Werner hielt trotz Zehen-Prellung 70 Minuten durch (Foto: imago).

„Dick und blau”: Timo Werner hielt trotz Zehen-Prellung 70 Minuten durch (Foto: imago).

Timo Werner trifft wieder – und zwar doppelt. Beim 3:0 gegen Hertha BSC konnte den Torjäger auch ein blauer Zeh nicht stoppen. So erklären der Torschütze selbst und Trainer Ralf Rangnick die Formsteigerung des Nationalstürmers. Aus dem Stadion berichtet Ullrich Kroemer, Berlin.

Timo Werner humpelte nach dem Spiel mit bandagiertem Fuß durch die Katakomben des Berliner Olympiastadions. Der Torjäger hatte sich beim 1:0 in der siebten Minute verletzt. „Ich weiß gar nicht, wie ich den Ball reingehauen habe. Aber beim Ausholen vor dem Schuss habe ich mir den Zeh an einer Stolle eingehauen. Es ist blau und dick, hat aber 70 Minuten gehalten.”

Nach dem 2:0 (53.) lief Werner als Erstes zum Physiotherapeuten, um sich zu bedanken. „In der Kabine war die Frage, ob ich weiterspielen kann. Die Betreuer haben aus Flachs gesagt, dass das geht und dass ich zu ihnen kommen soll, wenn ich noch ein zweites Tor mache. Daran habe ich mich erinnert.”

Timo Werner: Tor-Problem „schnell und direkt” gelöst

So löste Werner Leipzigs Torflaute nach zwei torlosen Remis‘ in der Bundesliga mit vier Treffern in vier Tagen im Alleingang: „Das Problem, dass wir gegen Augsburg und Schalke kein Tor geschossen haben, haben wir gegen Hoffenheim und vor allem heute sehr gut gelöst, den Ball schnell, direkt und über mehrere Stationen nach vorn gespielt”, freute sich der Goalgetter. „Das ist der richtige Weg, das macht Vorfreude auf mehr.”

Werner bedankte sich ausdrücklich bei seinen Mitspielern wie Bruma, den Vorbereiter zum 2:0: „Es war bockstark, wie er das zweite Tor vorbereitet hat, sich nicht fallen lässt und dann noch das Auge hat. Wir sind mittlerweile eine sehr gute Gemeinschaft.”

Warum Werner nach Startschwierigkeiten wieder so gut in Form ist, hat auch mit seinern besseren Fitness zu tun. Trainer Ralf Rangnick sagte: „Timo konnte durch die WM große Teile der Vorbereitung nicht mitmachen. Dass es dann bei ihm ein bisschen gedauert hat – noch dazu bei der Enttäuschung – ist normal.”

Timo Werner: „Fühlt sich gut an, nicht ständig pumpen zu müssen”

Aktuell sei der 22-Jährige „der Spieler, der unsere Spielweise veredelt. Dazu ist er als Torjäger aber auch da”, betonte Rangnick. „Er ist körperlich wieder in besserer Verfassung.” Werner hatte wegen seiner WM-Teilnahme fünf Wochen der Vorbereitung gefehlt. „Ich bin auch durch die Länderspiele wieder richtig im Saft. Es fühlt sich gut an, wieder richtig laufen zu können ohne ständig hinknien zu müssen und zu pumpen.”

Einen Ausfall wegen des geprellten Zehs befürchtet Rangnick nicht. „Ich gehe nicht davon aus, dass etwas gebrochen ist, sondern dass es sich um eine Prellung handelt. Er hat in der Kabine etwas gehumpelt, aber ich gehe davon aus, dass es nächste Woche wieder geht.”