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RBlive-Spielercheck zur Hinrunde von RB Leipzig: die Offensive

Von Matthias Kießling
Yussuf Poulsen und Timo Werner dominieren die Offensive von RB Leipzig (Foto: Imago)

Yussuf Poulsen und Timo Werner dominieren die Offensive von RB Leipzig (Foto: Imago)

Yussuf Poulsen – Note: 1

Der Spieler bei RB Leipzig, der den größten Sprung gemacht hat, sowohl sportlich als auch als Typ. Seit dem 2:3 zu Hause gegen Salzburg immer mehr in eine Leaderrolle bei RB gewachsen. Spricht intern und extern Probleme an, geht aber auch auf dem Platz voran. Mit elf Toren und sechs Vorlagen hat Poulsen bisher in allen Wettbewerben mehr Torbeteiligungen gesammelt als Timo Werner. Er ist gewohnt einsatzstark und lauffreudig und arbeitet sehr viel für die Mannschaft. Der beste und kompletteste Poulsen aller Zeiten.

Yussuf Poulsen durfte immer häufiger eigene Tore bejubeln. (Foto: Imago)

Yussuf Poulsen durfte immer häufiger eigene Tore bejubeln. (Foto: Imago)

Timo Werner – Note: 1-

Kam etwas schwer in die Saison. Nach der WM-Enttäuschung war er im Torabschluss ineffizient und verdribbelte sich zu oft. Im Laufe der Hinrunde stabilisierte sich Werner und wurde zum gewohnt treffsicheren Stürmer. 13 Tore insgesamt, schon wieder elf in der Bundesliga. Kommt stärker über die linke Seite und ist dort gut ins Spiel von RB eingebunden, sodass Werner auch als Kombinationsspieler wichtiger und ein kompletterer Stürmer geworden ist. Zusammen mit Poulsen mit insgesamt 19 Toren hinter Alcacer/Reus und Jovic/Haller eines der Top-Sturmduos der Bundesliga. Fünf Tore haben sich die beiden dabei gegenseitig vorbereitet.

Emil Forsberg – Note: 2+

Nach einer durchwachsenen Saison 2017/2018 mit neuer Motivation in die Spielzeit gegangen. Auch weil mit Ralf Rangnick Forsbergs Wunschtrainer an der Seitenlinie stand. Hatte mit 30 Torbeteiligungen sehr große Ziele für die Saison. Nach kleinen Anlaufproblemen nach langer WM startete Forsberg sehr gut, wurde dann im Oktober aber jäh durch eine Verletzung gestoppt, wegen der er kein Spiel mehr bestritt. In der wenigen Einsatzzeit, die Forsberg hatte, war er der effizienteste RB-Offensivspieler und damit eigentlich auf einem sehr guten Weg, an die erste Spielzeit in der Bundesliga anzuknüpfen. Bitter für ihn und für RB, dass er so lange ausfiel.

Eine langwierige Verletzung stoppte den Aufschwung von Emil Forsberg. (Foto: Imago)

Eine langwierige Verletzung stoppte den Aufschwung von Emil Forsberg. (Foto: Imago)

Matheus Cunha – Note: 2

Der Neuzugang ist ein prima Typ, der sich sofort in das Mannschaftsgefüge eingepasst hat. In der Bundesliga kam er kaum zum Einsatz, dafür wurde er mit zwölf Startelfnominierungen Mr. Europa League. Sieben Tore, davon sechs in der Europa League bzw. der Europa-League-Quali, zeigen die Qualitäten des Brasilianers. In die spieltaktischen Abläufe bei RB wirkte der 19-Jährige aber noch nicht so gut eingebunden. Insgesamt ein guter Start in das Abenteuer Bundesliga für das Talent.

Bruma – Note: 3

Der Portugiese hätte der sein sollen, der den Ausfall von Emil Forsberg auffängt und vor allem zu seinen Gunsten ausnutzt. Dafür kam vom 24-Jährigen aber insgesamt viel zu wenig. Gute Auftritte vor allem in der Europa League und in einzelnen Bundesligaspielen wechselten sich mit Auftritten ab, in denen er zurückhaltend und mutlos wirkte. Holte sich in der Nationalmannschaft in den Spielen gegen Italien Selbstvertrauen, das ihm dann auch in Leipzig zu helfen schien. Gegen Ende der Hinrunde wurden die Leistungen besser. Das 3:2 gegen Bremen war ein emotionales Highlight, das ja vielleicht zu einem platzenden Knoten bei Bruma und konstant guten Leistungen in der Rückrunde führt.

Einen explodierenden Bruma sah man in der Hinrunde leider viel zu selten. (Foto: Imago)

Einen explodierenden Bruma sah man in der Hinrunde leider viel zu selten. (Foto: Imago)

Jean-Kevin Augustin – Note: 4-

Absolutes Sorgenkind in der Offensive von RB Leipzig. Startete eigentlich trotz nicht eingehaltener Trainingspläne im Sommer ganz gut in die Saison. Schoss bis Anfang September schon fünf Tore. Zwischenzeitlich Streit wegen seiner Absage bei der französischen U21 mit anschließender Schutzsperre. Anschließend die Suspendierung wegen Fehlverhalten vor dem Salzburg-Spiel. Und dann ging es suzessive bergab. Kaum noch Einsatzzeit und wenn dann stand der Franzose meist völlig neben sich und dem Spiel. In der Bundesliga deutlich hinter Werner und Poulsen zurückgefallen, mit denen er schon auf Augenhöhe schien. Nur drei Startelfeinsätze in der Liga, der letzte Mitte Oktober. Seitdem nicht mal 60 Bundesliga-Minuten gesammelt. Augustin braucht nach der Winterpause eine deutliche Steigerung in allen Bereichen, um wieder ins Team zurückzufinden. Das Potenzial, mit Werner und Poulsen mitzuhalten, hat er auf jeden Fall. Vor diesem Hintergrund waren die Hinrunde je länger sie dauerte mehr als eine Enttäuschung.