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Pokalfinale und Champions-League-Teilnahme: Ist Emil Forsberg zufrieden?

Von Martin Henkel
Schütze zum 3:1: Emil Forsberg. Foto: Imago/Camera 4

Schütze zum 3:1: Emil Forsberg. Foto: Imago/Camera 4

Das Tor war ein Glücksfall. Nicht nur für RB, denn Emil Forsbergs Treffer markierte das 3:1 gegen den Hamburger SV und damit den erstmaligen Einzug ins DFB-Pokalfinale. Sondern auch für den Schweden selbst. Denn eigentlich wollte ihn Trainer Ralf Rangnick auswechseln.

Tor kurz vor dem Wechsel

Der vierte Offizielle gab gerade die Rückennummer des Leipziger Spielmachers ein, als Emil Forsberg einen Schuss von der Strafraumgrenze neben den Pfosten setzte und damit das Spiel in der 73. Minute zugunsten der Sachsen beendete. „Oh, da war ich nicht zufrieden“, sagte der Schwede, der wußte, dass es ihn mit der Auswechslung gleich treffen würde. Nordi Mukiele stand an der Seitenlinie schon bereit. „Zum Glück habe ich das Tor gemacht, sonst wäre das keine gute Auswechslung geworden.“

Im Scherz gesagt. Lange nicht mehr hat man den 27-Jährigen so fröhlich gesehen. „Mein Gefühl ist gerade ganz schwer zu erklären. Ich bin sehr stolz und freue mich sehr auf das Finale. Das wollen wir gewinnen – egal gegen welchen Gegner“, sagte er nach der Partie und ließ für einen Augenblick Revue passieren, dass er vor vier Jahren aus Malmö zu einem deutschen Zweitligisten gewechselt war, ohne sicher sein zu können, dass sich die Aussichten, die ihm damals Sportdirektor Ralf Rangnick aufzeigte, auch erfüllen würden. „Das war damals mein Ziel“, so Forsberg, „Bundesliga zu spielen, Champions League zu spielen und jetzt auch Pokalfinale. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir das erreicht haben. Es steckt sehr viel Arbeit dahinter.“

Auch Leid, auch Sorgen. Emil Forsberg leidet an einer Adduktorenschwäche im Leistenbereich, die ihn vorige Saison schon für Wochen außer Gefecht setzte und auch diese Spielzeit in den Krankenstand zwang. Ralf Rangnick deutete unlängst an, dass man eine Weile lang nicht wusste, ob der Regisseur überhaupt wieder Fußball auf Topniveau würde spielen können.

Was Emil Forsberg noch fehlt? „Die Meisterschaft“

Man ließ sich deshalb besonders viel Zeit, den Schweden zu kurieren. Es hat funktioniert. Emil Forsberg ist wieder Dreh- und Angelpunkt im Leipziger Angriffssspiel und einer der Gründe, warum nach einer Torflaute im Winter die Sachsen auch wieder mehr als einmal pro Spiel ins gegnerische Tor treffen.

Was jetzt noch fehlt? „Die Meisterschaft“, sagt Forsberg. Ein Scherz, ein halber zumindest. Aber das ist es, was dem Schweden noch fehlt mit RB. „Ich habe alles erreicht, fast, was ich erreichen wollte. Jetzt müssen wir nur noch Meister werden, dann bin ich völlig zufrieden.“ Und damit auch bereit für eine neuer Herausforderung? Zwei Sommer lang hat Forsbergs Berater Hasan Cetinkaya versucht, seinen Klienten an einen neuen Klub zu vermitteln. Ohne Erfolg, denn Forsberg hat noch Vertrag bis 2022 – ohne Ausstiegsklausel.

Versucht er es deshalb in diesem Sommer wieder? Forsberg ließ es offen, deutete aber immerhin an, dass er nicht wirklich weg muss. „Ich habe immer gesagt, ich bin glücklich in Leipzig. Jetzt sind wir im Pokalfinale, ich kann mir nichts Besseres erträumen.“