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Krösche-Prinzip bei der Kaderzusammenstellung: Mentalität geht vor Qualität

Markus Krösche, neuer Sportdirektor bei RB Leipzig. (Foto. imago images / pmk)

Markus Krösche, neuer Sportdirektor bei RB Leipzig. (Foto. imago images / pmk)

Künftig wird Markus Krösche bei RB Leipzig als Sportdirektor die Geschicke leiten. In der aktuellen Transferperiode hat Ralf Rangnick noch viel Einfluss auf die Kadergestaltung und wird seinen Nachfolger in dessen neue Position einarbeiten. Künftig wird die Kaderzusammenstellung immer stärker von Krösche geprägt sein.

Markus Krösche verpflichtet Menschen und nicht Leistungsdaten

„Ich möchte Menschen kennenlernen“, erklärt der 38-Jährige in Sportbild (Print) zu seinen Arbeitsprinzipien bei Transfers. „Wenn ich das Gefühl habe, der Spieler hat zwar hervorragende individuelle Qualitäten, er passt aber menschlich nicht in die Gruppe, hole ich den Spieler nicht und stattdessen denjenigen, der eventuell weniger Qualität besitzt, aber der in die Gruppe passt.“

Dabei werden umfangreiche Informationen über den jeweiligen Spieler, dessen Beschäftigungen und Träume und dessen Umfeld eingeholt. Schließlich erfolgt auch noch ein längeres persönliches Gespräch. In diesem werden die Kandidaten auch nach ihrer Selbsteinschätzung gefragt. „Wenn seine Aussage in die Richtung geht, wie ich ihn einschätze, dann passt es. Wenn er kritikfähig ist, dann ist das eine gute Voraussetzung und die Basis für eine Weiterentwicklung.“

Ralf Rangnick mit weniger direktem Draht zu Dietrich Mateschitz als Oliver Mintzlaff?

Im Prozess der Kaderzusammenstellung werden Gruppen an Spielern zusammengestellt, die per Videoanalyse und direkte Beobachtungen unter die Lupe genommen werden. Aus diesen Beobachtungen entstehe dann eine Favoritenliste, die auf ihre menschlichen Qualitäten geprüft wird.

Vorgänger Ralf Rangnick wird Krösche derweil als starker Berater und Mitarbeiter von Red Bull im Hintergrund weiter zur Verfügung stehen. Laut Sportbild ist Rangnicks direkter Drahtt zu Dietrich Mateschitz in den letzten Jahren etwas verlorengegangen, weil Oliver Mintzlaff aufgrund seines Aufgabenbereichs den häufigeren Kontakt zum Red-Bull-Boss hatte. Auch das ein möglicher Grund, warum Rangnick nach der Entscheidung über seine zukünftigen Kompetenzen keine offizielle Funktion mehr bei RB Leipzig hat. Als Chef der Red-Bull-Abteilung, die sich um Bragantino und New York kümmern soll, dürfte Rangnicks Kontakt zu Mateschitz künftig allerdings auch wieder enger werden.

(RBlive/ mki)