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Ralf Rangnick bringt sich erneut als künftiger Bundestrainer ins Spiel

Ralf Rangnick (RB Leipzig) im Rahmen eines Länderspiels des DFB. Foto: imago/Karina Hessland

Ralf Rangnick (RB Leipzig) im Rahmen eines Länderspiels des DFB. Foto: imago/Karina Hessland

Joachim Löw ist seit der WM 2006 Cheftrainer der Deutschen Nationalmannschaft, seine Ära neigt sich nach zuletzt häufig enttäuschenden Leistungen allerdings dem Ende. Ralf Rangnick könnte sich seinen Job gut vorstellen, ließ er im Interview mit der Zeit wissen.

Er denkt Fußball aus der Vogelperspektive. In seiner Spielphilosophie, die vergleichsweise wenig auf individueller Qualität gegenüber Mannschaftstaktik beruht. Und in seiner strategischen Arbeit. Das bewies er gerade erst, indem er sich überraschend aus der Verantwortlichkeit in Leipzig entließ und lieber die Internationalisierung des Red-Bull-Netzwerks betreibt. Dort kann er nach eigener Aussage „mehr als ein paar Prozentpunkte bewegen“.

So würde Ralf Rangnick den Job von Bundestrainer Jogi Löw interpretieren

Diese Denke wirkt auch in seiner Vorstellung eines möglichen Engagement als Bundestrainer. „Nationaltrainer zu sein, das gehört zu den Dingen, über die ich in Zukunft nachdenken würde“, gibt er gegenüber der Zeit nicht zum ersten Mal bekannt. Seit er aus dem Tagesgeschäft bei RB Leipzig ausgeschieden ist, kann er das aber ungestörter ausformulieren. „Auch in dieser Position würde ich den Fokus darauf richten, mich im permanenten Austausch mit den Klubs zu befinden, mir regelmäßig ihre Trainingseinheiten anzuschauen und dadurch die zukünftigen Talente mitzuentwickeln.“

Ralf Rangnick fordert mehr Qualitätskontrolle in der Fußballwirtschaft

Mit der Entwicklung des deutschen Fußballs beschäftigt er sich aber nicht nur auf die Deutsche Nationalmannschaft bezogen. Er fordert außerdem nicht weniger als eine gesetzliche Qualitätssicherung im Profifußball. „Sie brauchen in diesem Land einen Meisterbrief, um eine Fleischerei zu eröffnen. Aber wenn Sie einen Fußballverein führen wollen, fragt so gut wie niemand nach Ihrer Ausbildung. Man sollte verstärkt darüber nachdenken, für Manager eine Art Lizenzpflicht einzuführen“, so Rangnick.

Das sagt er mit Blick auf die Geschichte mancher Traditionsvereine. „Profifußball ist ein Geschäft, und die Klubs sind Wirtschaftsunternehmen geworden.“ Diese Wende haben demnach einige Vereine verpasst. Er selbst ist mit seiner Arbeit bei RB quasi Vorreiter für Fußballunternehmer. Und sagt über die 50+1-Regel: „Das wird in 20 Jahren Geschichte sein, vielleicht auch schon früher. Bei aller Liebe zur Tradition: Die Zukunft liegt nie in der Vergangenheit.“

(msc)