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Fanverband: Dialog „war ein Anfang“ – RB kündigt Änderungen an

Wütende Fans von RB Leipzig nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt

Wütende Fans von RB Leipzig nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt
Copyright: imago/Christian Schroedter

Die Klubführung von RB Leipzig hat Fanvertretern des Klubs nach den Protesten der vergangenen Wochen zugesichert, künftig zwei zusätzliche Fanbeauftragte einzustellen. Bei einem kurzfristig einberufenen Krisengipfel am Montagabend stellte sich Klubboss Oliver Mintzlaff den etwa 100 eingeladenen Vertretern aller Leipziger Fangruppierungen.

Der Vereinsvorstand und Geschäftsführer der GmbH bestritt den Abend im Wesentlichen allein, holte sich nur bei Detailfragen Antworten der komplett vertretenen Direktorenriege ein.

„Aussagen, an denen sich der Verein messen lassen muss”

Fanverbandssprecher Sebastian Horn sagte RBlive: „Es war ein Anfang. Der Wunsch des Dialogs war da, und der hat nun begonnen. Es gab verbindliche Aussagen, an denen sich der Verein messen lassen muss.“ Wie tragfähig und belastbar das neue Verhältnis ist, müssten die zukünftigen Gespräche und Handlungen zeigen, so Horn. Fanbetreuung sei kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Und der habe am Montag neu begonnen.

Nach der fristlosen Kündigung des leitenden Fanbeauftragten Timm Merten war massive Kritik an der Fanbetreuung bei RB Leipzig laut geworden. Neben den beiden verbliebenen Fanbeauftragten will RB Leipzig nun zwei „Seniors“, wie Mintzlaff sagte, für diese Position suchen und einstellen. Am Ende des Jahres wolle sich RB wieder mit den Fans zusammensetzen und prüfen, ob sich die Qualität der Fanarbeit verbessert hat und gegebenenfalls nachjustieren. „Der Verein hat vermittelt, dass die Fanbetreuung wichtiger genommen wird“, resümmiert Horn.

Vier Punkte zur Verbesserung der Fanarbeit

Zu den genauen Inhalten der Gespräche mochte sich Horn nicht äußern. Laut RBlive-Informationen hatte der Fanverband vier Punkte vorgetragen, wie sich Fanarbeit nach Meinung der Dachorganisation verbessern müssen: Neustrukturierung der Abteilung Fanbetreuung, Entscheidungskompetenzen für die Fanbeauftragten, Qualifizierung der Fanarbeiter und Kommunikation von Fananliegen etc.

Konkret darauf eingehen mochten Mintzlaff & Co. nicht. Anliegen wurden gehört und notiert, eine Diskussion über Inhalte fand nicht statt. Andere Fangruppen wie etwa die Rasenballisten mochten angesichts der Rahmenbedingungen des Treffens keine konkreten Forderungen vorbringen, sondern dies mit dem Verein direkt klären. Ob und wann weitere konkrete Dialogtreffen mit einzelnen Fangruppierungen stattfinden, ist offen.

Kritik an der Umsetzung des „Dialogs“

Kritik an der Art und Weise beziehungsweise des „Dialogs“ wurde laut, weil RB sehr kurzfristig eingeladen hatte (am Samstagmittag) und so kaum eine organisierte Absprache zwischen den Fangruppierungen möglich war. Zudem soll nach RBlive-Informationen auch ein Vertreter der Polizei anwesend gewesen sein, was für viele Fans kein vertrauensvolles Dialogumfeld darstellte. Ebenso die am Ende aufgeheizte Stimmung zwischen einzelnen Fangruppierungen. Der neue Interims-Chef-Fanbeauftragte Falk Jänicke hingegen soll nicht unter den Zuhörern gewesen sein, was viele erstaunte.

Mintzlaff genervt – RB kündigt Änderungen an

Mintzlaffs Auftreten gegenüber den Anhängern bewerteten die Anwesenden sehr unterschiedlich. Von „genervt“, „aggressiv“, „arrogant“ bis „positiv emotional“ reichten die Einschätzungen. Auf der Vereinswebseite wurde anschließend zusammenfassend in einer Ankündigung festgehalten, was RB Leipzig aus den Gesprächen mitnimmt. Bis April soll beispielsweise ein neuer Kommunikationskanal für einen permanenten Austausch geschaffen werden. Außerdem werden die Ticketpreise ab der kommenden Saison übersichtlicher und günstiger.

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