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Sorge vor Versammlungen bei Geisterspielen Polizei warnt, Fanvertreter beruhigen

Beim Geisterspiel zwischen Borussia M├Ânchengladbach und FC K├Âln feierten viele Fans vor dem Stadion.

Beim Geisterspiel zwischen Borussia M├Ânchengladbach und FC K├Âln feierten viele Fans vor dem Stadion.

Die Deutsche Fu├čball Liga will die derzeit unterbrochene Saison mit Spielen ohne Publikum zu Ende bringen. Polizei und Politiker sorgen sich vor Fanmassen an den Stadien. Eine Fanvertreterin sch├Ątzt die Lage anders ein.

Diese Bilder scheinen sich ins kollektive Fu├čball-Ged├Ąchtnis eingebrannt zu haben: Mehrere hundert Fans von Borussia M├Ânchengladbach feiern nach dem Derbysieg gegen den 1. FC K├Âln vor dem Stadion eine rauschende Siegesparty, wenige Stunden sp├Ąter ist die Fan-Versammlung in Paris nach dem 2:0 von Neymar, Kylian Mbapp├ę und Co. gegen Borussia Dortmund noch gr├Â├čer - und das trotz Coronasorgen allerorten.

Wenn nun ├╝ber die m├Âgliche Saisonfortsetzung der Bundesliga mit Partien vor leeren R├Ąngen diskutiert wird, h├Ârt man von der Polizei und aus der Politik immer wieder eine Sorge: Die Fans k├Ânnten sich erneut versammeln und alle Abstands-Ma├čnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie unterlaufen. Doch wie realistisch ist ein solches Szenario ├╝berhaupt?

Menschenansammlungen vor dem Stadion w├Ąren "unverantwortlich"

┬źIch bin mir sicher, dass sich die aktiven Fu├čballszenen an die beh├Ârdlichen Auflagen halten, wenn es denn zu Geisterspielen kommen sollte┬╗, sagte die Sprecherin der Fan-Interessensgemeinschaft ┬źUnsere Kurve┬╗, Helen Breit, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Zuvor hatten Aussagen wie diese von Polizeigewerkschafter J├Ârg Radek die Diskussion befeuert: ┬źDie Stadien werden zu einem potenziellen Ziel von Fans, die ihr Team unterst├╝tzen wollen┬╗, sagte der Vize der Gewerkschaft der Polizei der ┬źFrankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung┬╗. Gro├če Menschenansammlungen vor den Arenen w├Ąren ┬źverboten┬╗ und ┬źunverantwortlich┬╗.

Damit hat er recht - doch zur Wahrheit geh├Ârt auch: Obwohl man Gruppenversammlungen weder vor Stadien noch in Parks, auf Pl├Ątzen oder sonst irgendwo nat├╝rlich nie ganz ausschlie├čen kann, deutet in den Fanszenen derzeit wenig auf geplante Massenaufl├Ąufe hin.

"Aktive Fan-Szenen haben sich schon immer durch gesellschaftliche Verantwortung ausgezeichnet"

┬źDie aktiven Fan-Szenen haben sich schon immer durch gesellschaftliche Verantwortung ausgezeichnet. Das hat man auch daran gesehen, dass die Ultras in der Corona-Krise mit die ersten waren, die sich mit Hilfsaktionen engagiert haben┬╗, sagte Breit. ┬źUnsere Kurve┬╗ k├Ânne nicht f├╝r eine ganze Gruppe in Deutschland sprechen, ┬źaber ich gehe davon aus, dass sich alle ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind┬╗.

Dass sie damit richtig liegen k├Ânnte, zeigt auch ein Blick auf die Situation nach dem 11. M├Ąrz - dem Abend der Fan-Partys in M├Ânchengladbach und Paris.

Schon tags darauf ver├Âffentliche das B├╝ndnis ┬źS├╝dtrib├╝ne Dortmund┬╗ eine Stellungnahme, in der es f├╝r das damals noch zwei Tage sp├Ąter angesetzte und letztlich ausgesetzte Spiel gegen den FC Schalke 04 ank├╝ndigte: ┬źAuch wenn bei uns nat├╝rlich der Wunsch besteht, der Mannschaft beispielsweise durch einen Busempfang die gr├Â├čtm├Âgliche Motivation f├╝r ein Derby vor leeren R├Ąngen mit auf den Weg zu geben, werden wir uns NICHT vor dem Westfalenstadion versammeln.┬╗ ├ähnliche Stellungnahmen gab es auch von Fangruppen anderer Vereine.

Neben Treffen zur Teamunterst├╝tzung wird auch ├╝ber m├Âgliche Proteste vor den Stadien spekuliert. Geisterspiele werden von vielen aktiven Fans abgelehnt und es ist durchaus davon auszugehen, dass die Anh├Ąnger auch weiterhin M├Âglichkeiten finden, ihren Protest auszudr├╝cken. ┬źTheoretisch kann man dies auch in einer genehmigten Demonstration tun, wie es zum Beispiel letzte Woche in Freiburg zu einem anderen Thema der Fall war┬╗, sagte Breit. Zuletzt hatte es in mehreren St├Ądten angemeldete Demos gegeben. Konkrete ├Âffentliche Ank├╝ndigungen aus den Fanszenen sind diesbez├╝glich derzeit allerdings auch nicht bekannt.

(dpa)

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