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"Wochenlanges Schmierentheater" Fans reagieren auf den Abschied von Julian Nagelsmann

Trainer Julian Nagelsmann vor dem Fanblock von RB Leipzig.

Trainer Julian Nagelsmann vor dem Fanblock von RB Leipzig.

Am Dienstag r√ľckte RB Leipzig offiziell mit der Information heraus, dass der Wechsel von Julian Nagelsmann zum FC Bayern M√ľnchen zum Saisonende nun im Eiltempo zur Tatsache wurde. Die Kehrtwende in der Rede von Vertragserf√ľllung hin zum vorzeitigen Wechsel kommt bei den Fans von RB Leipzig nicht gut an, wie ein Blick auf Twitter zeigt. Um 13.30 Uhr l√§dt der Verein zur einer Fan-Videokonferenz.

"Schmierentheater" bei Ger√ľchten um Nagelsmann

Das Gros der Anh√§nger empfindet vor allem die zuvor get√§tigten Aussagen als irref√ľhrend. Viele hatten sich darauf verlassen, dass die Liaison l√§nger h√§lt, wenn der Trainer pers√∂nlich betont, seinen Vertrag bis 2023 "bei vollem Bewusstsein" unterschrieben zu haben und nicht gehen wird, wenn die Verantwortlichen das nicht wollen. Und diese hatte lange Zeit deutlich gemacht, dass sie sich √ľberhaupt keine Sorgen machen, Nagelsmann zu verlieren und dabei ebenso auf seinen Vertrag verwiesen. "Gehaltlose Plattit√ľden, kein Wort zu den Fans oder dem wochenlangen Schmierentheater, das uns hier vorgespielt worden ist. Eure Au√üenwirkung ist einfach verheerend", schreibt ein Fan.

Lässt RB Leipzig Nagelsmann zum "Traumverein" ziehen?

Der Rotebrauseblogger, RB-Fan und RB-Blogger der ersten Stunde, mag nicht so recht an die Version glauben, die der Verein sp√§ter auch auf der Pressekonferenz ausf√ľhrte. Nagelsmann trug dort vor, nicht auf Teufel komm raus h√§tte wechseln zu wollen. Aber beim FC Bayern M√ľnchen, dem Klub seiner Tr√§ume, sei er so schwach geworden, dass er zumindest mal h√∂flich bei Oliver Mintzlaff nachfragen musste. Der Gesch√§ftsf√ľhrer seinerseits sa√ü zwar vertraglich im oft zitierten "Driver Seat", kam aber nicht umhin, sich daran zu erinnern, dass Nagelsmann ein Angebot des FC Bayern schon bei Vertragsabschluss als Gamechanger verstanden wissen wollte. 

Unabhängig von der Erklärung, wie der Wechsel zustande kam: Zur Frage, ob es richtig war, den ehemaligen Wunschtrainer ziehen zu lassen, sind sich die Leser bei RBlive uneins.

Auf Euphorie um Nagelsmann folgt Ern√ľchterung

Auch Oliver Mintzlaff erkl√§rte auf der Pressekonferenz, dass er bei allen rationalen Entscheidungen auf emotionaler Ebene kein Verst√§ndnis der Fans erwartet. Die Entt√§uschung ist gro√ü, das ist auch aus dem Zitat  einer Aussage des scheidenden RB-Coaches √ľber Niko Kovacs Engagement in M√ľnchen zu lesen. Vor Amtsantritt hatte Nagelsmann die Aufgabe in Leipzig gerade deswegen als reizvoll beschrieben, weil es eben nicht der Troph√§enabonnent FC Bayern M√ľnchen ist. 

Nagelsmanns Ankunft in Leipzig hatte vor zwei Jahren die Herzen h√∂her schlagen lassen. Sein Name war 2018 so vielversprechend, dass seine Anstellung sogar das Hin und Her um Ralph Hasenh√ľttl und Ralf Rangnick vergessen machte, der als gro√üer Macher des Vereins erst tempor√§r die Trainerbank √ľbernahm, dann wieder in den Red-Bull-Hintergrund trat und sich von dort aus schlie√ülich komplett verabschiedete. Unter Heilsbringer Nagelsmann gab es dabei kaum noch Trennungsschmerz. Die Kr√§nkung ist nun umso gr√∂√üer. Ein User beschreibt Nagelsmann als den "gr√∂√üten Irrtum in der Geschichte von RBL" Der 33-J√§hrige habe den Verein nur als Sprungbrett benutzt, um ihn beim "ersten besten Angebot im Stich zu lassen!"

Ausgerechnet zum FC Bayern M√ľnchen

Manch zeigen ihre Entt√§uschung √ľber den Fakt, dass es ausgerechnet der Ligakr√∂sus ist, dem sich Nagelsmann nun als Zweiter nach Dayot Upamecano im Sommer anschlie√üt. In den sozialen Netzwerken sch√§umt die Wut der RB-Fans √ľber. ‚ÄěWir sind menschlich zutiefst entt√§uscht von dir, Julian Nagelsmann‚ÄĚ, schreibt der Bulls-Club, einer der √§ltesten und gr√∂√üten Fanclubs bei Twitter. ‚ÄěWir w√ľrden nie zum FC Bayern gehen.‚ÄĚ

Wie geht es weiter nach der Hiobsbotschaft?

Lisa Pfretzschner, die bei RB Leipzigs Frauenmannschaft aktiv ist, macht sich derweil Sorgen um das Pokalspiel am Freitag gegen Bremen. 

Allerdings hat sie auch einen Vorschlag, wer die Nachfolge antreten könnte.

Auch manche Fans nehmen es sportlich und schauen in die Zukunft. In der kommenden Spielzeit wird es schlie√ülich zwei direkte Duelle mit dem aktuellen Trainer geben. Und das wom√∂glich wieder mit Fans und dementsprechender Stimmung. 

(RBlive/msc)