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Keine Abstellungspflicht für Österreicher Sabitzer muss nicht zur Nationalmannschaft

Kein Einsatz für Österreich: Marcel Sabitzer.

Kein Einsatz für Österreich: Marcel Sabitzer.

Österreichs Nationalmannschaft muss ihr erstes Qualifikationsspiel für die WM 2022 am 25. März in Glasgow gegen Schottland ohne Deutschland-Legionäre bestreiten. Wegen der geltenden Quarantäneregeln für Reiserückkehrer nach Deutschland seien Bundesliga-Vereine derzeit nicht verpflichtet, Spieler abzustellen, erklärte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) am Montag.

Somit muss das österreichische Team unter anderem auf Marcel Sabitzer (RB Leipzig), David Alaba (FC Bayern München), Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker (beide Eintracht Frankfurt) verzichten. Der ÖFB hatte daher auch eine Verlegung des Spiels nach Österreich erwogen. Der Plan wurde jedoch unter anderem deswegen verworfen, weil eine Ausnahmegenehmigung für das Landeverbot für Flüge aus Großbritannien nötig gewesen wäre.

Bei einem Platz-Tausch hätten die Österreicher im September zudem drei Auswärtsspiele in Moldau, Israel und Schottland bestreiten müssen, argumentierte der ÖFB. „Es gab in dieser Situation keine zufriedenstellende Option”, erklärte Trainer Franco Foda.

Spiele in Südamerika abgesagt

Nachdem Jürgen Klopp und Pep Guardiola angekündigt hatten, ihre Spieler nicht zu den Länderspielen Ende März reisen zu lassen, sagte der südamerikanische Verband CONMEBOL kurz entschlossen alle Spiele ab. Doch das Thema ist damit längst nicht vom Tisch. Noch immer werden hunderte Spieler durch die Welt fliegen und im schlimmsten Fall durch Corona-Fälle oder Quarantäne ganze Teams lahmlegen.

Die Vereine sind in der Regel machtlos. „Ich würde jeden Spieler, den ich jetzt noch im Kader habe, am liebsten hier behalten. Aber ich glaube nicht, dass er oder ich das hinkriegen werden. Wir müssen die Spieler abstellen”, sagte Leverkusens Trainer Peter Bosz. Der Niederländer gab zu, „ein bisschen Angst” zu haben, wenn die Spieler auf Reisen gehen.

Bereits bei den Länderspielen im vergangenen Jahr hatte es in der Bundesliga zahlreiche Corona-Fälle gegeben. Die Infektionen der Hoffenheimer Andrej Kramaric und Kasim Adams, der Leipziger Amadou Haidara und Hee-chan Hwang, von Leverkusens Edmond Tapsoba sowie von Wolfsburgs Marin Pongracic wurden direkt mit Länderspiel-Reisen im Oktober und November in Verbindung gebracht.

Unübersichtliche politische Lage

Arminia Bielefeld hat nur wenige Nationalspieler, aber Trainer Frank Kramer spricht vielen aus der Seele. „Ich stehe der Sache sehr kritisch gegenüber. Wir schicken die Spieler in aller Herren Länder, in denen die Vorkehrungen, Hygienemaßnahmen und Strukturen völlig anders sind”, sagte der 48-Jährige. Und Klopp stützt die These der Ungewissheit: „In den letzten Monaten, immer wenn jemand die Blase verlassen musste, gab es nach der Länderspielpause mehr Fälle als vorher.”

Eine Befreiung von der Abstellungspflicht gibt es nur, wenn den Spielern nach ihrer Rückkehr eine Quarantäne droht. Und hier wird das Thema politisch. Denn seitdem die Bundesregierung Ende Januar spezielle Regelungen für Einreisende aus besonders von Corona-Mutationen betroffenen Gebieten erlassen hat, ist die Sache noch unübersichtlicher geworden. Zu den Staaten auf der roten Liste gehören Großbritannien, Portugal, Brasilien und Irland.

(RBlive/dpa/ukr)