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Von Ullrich Kroemer

Last-Minute-Coup perfekt Kluivert krönt Transferperiode für RBL

In Italien gereift: Justin Kluivert.

In Italien gereift: Justin Kluivert.

Einen so prominenten Namen hatte RB Leipzig bislang noch nie im Kader: Kluivert. Justin Kluivert, zweitältester Spross der niederländischen Fußballlegende Patrick Kluivert, hat sich am Montagabend auf den letzten Drücker Rasenballsport angeschlossen. Der 21-jährige Linksaußen kommt für eine Leihgebühr von einer Million Euro zunächst für ein Jahr von der AS Roma nach Sachsen. Ein echter Coup für RB in den letzten Transferstunden dieser außergewöhnlich langen und schwierigen Corona-Transferphase.

Wie sein prominenter Vater (90 Tore für Barcelona, 40 für Holland) entstammt Kluivert der Nachwuchsschule von Ajax Amsterdam. Nachdem er 2017/18 mit zehn Toren und fünf Vorlagen reüssiert hatte, wechselte er gleich nach seinem ersten Profijahr nach Italien. Zu früh, wie sein Vater damals befand. Zwar absolvierte er in zwei Spielzeiten 51 Einsätze in der Serie A (fünf Tore, sechs Vorlagen). Doch so recht konnte er sich bei der Roma nicht durchsetzen. Auch, weil Italien aktuell als Talentegrab verschrien ist, weil sich vielerorts deutlich weniger um junge Spieler gekümmert wird als etwa in der Bundesliga.

Dribbler Kluivert: „Vier, fünf Spieler ausschalten”

Zudem hatte es der nur 1,71 große, technisch brillante und spielstarke Dribbler schwer im defensiv geprägten italienischen Fußball. „Ich mag es zu dribbeln und versuche, so vier oder fünf Spieler auszuschalten. Das gelingt mir nicht immer, aber das ist immer noch meine Vorstellung von erfolgreichem Fußball”, sagte Kluivert einmal. Der Mann mit dem starken linken Fuß kann sich auf engstem Raum durchsetzen, hat einen tollen Abschluss und zieht bisweilen von der linken Seite nach innen zum Abschluss.

Der Youngster verleiht dem Team von Trainer Julian Nagelsmann eine weitere Facette, macht das Angriffsspiel noch weniger ausrechenbar und verstärkt den spielerischen Ansatz. Kluivert machte in diversen Interviews mit italienischen Medien deutlich, dass er Vertrauen für sein Spiel braucht, um seine Brillanz im Eins gegen Eins zur Geltung bringen zu können. Die Zeit in der italienischen Hauptstadt verbuchte er als Lehrjahre, die ihn als Typen reifen ließen. „Ich musste mich stärker selbst hinterfragen, weil ich weiß, dass ich viel mehr aus mir herausholen kann, aber ich musste auch lernen, dass in meiner Karriere nicht immer nur alles glatt läuft”, sagte er.

Vorbilder Ronaldo und Neymar

Sein Vorbild ist nicht etwa sein Vater, der mit 1,88 Metern ein ganz anderer Stürmertyp war. „Mein Vater war ein Idol”, sagte Justin Kluivert. „Aber Ronaldo und Neymar sind meine Vorbilder als Fußballer.” Nicht eben unbescheiden sagte das Talent selbstbewusst: „Eines Tages möchte ich die Champions League gewinnen.”

Mit Kluivert, der in Leipzig die Rückennummer 21 bekommt, schließt RB eine anfangs durch die monatelangen Bemühungen um Patrik Schick und Alexander Sörloth zähe, letztlich aber sehr erfolgreiche Transferphase ab. Knapp 35 Millionen Euro hat Rasenballsport für vier Käufe und zwei Leihspieler investiert. Fast alle Wünsche von Nagelsmann gingen in Erfüllung. Nur einen großen Box-to-box-Player wie Marc Roca, der zum FC Bayern wechselt, vermisst der Trainer noch im Aufgebot. Sonst aber haben Sportdirektor Markus Krösche und der neue Scouting-Chef Christopher Vivell einen hervorragenden Job erledigt. Angesichts des wegen der Corona-Krise und Financial-Fairplay-Zwänge verringerten Transferbudgets keine einfache Aufgabe. Ob es eine Kaufoption gibt, wenn Kluivert einschlagen sollte, ist noch unklar.

Kluivert: „Wechsel nach Leipzig ideal” – Reaktionen zum Transfer

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig):
„Wir freuen uns, dass wir mit Justin Kluivert einen jungen und sehr talentierten Spieler zu RB Leipzig holen konnten und können so am letzten Tag des Transferfensters auf eine erfolgreich umgesetzte Kaderplanung zurückblicken. Wir haben in der kurzen Vorbereitungszeit auf diese Saison im Team an vielen Stellschrauben auf und neben dem Platz gedreht und gehen mit einer Mannschaft in die weitere Saison, die über viele Jahre zusammengewachsen ist und nun an den richtigen Stellen ergänzt wurde. Das Kompetenzteam in der sportlichen Führung hat die richtigen Entscheidungen getroffen, damit wir entlang unserer Philosophie, junge Spieler noch besser zu machen, die Saison erfolgreich bestreiten und unser ambitioniertes Ziel, uns wieder für die Champions League zu qualifizieren, erreichen können.“ 

Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): „Wir haben Justin Kluivert schon länger beobachtet und sind stolz darauf, dass er sich für einen Wechsel zu RB Leipzig entschieden hat und dass der Transfer noch kurz vor Toresschluss realisiert werden konnte. Justin passt perfekt in unser Anforderungs-Profil und zu der Fußball-Philosophie, die wir auf dem Platz verkörpern. Mit ihm lässt sich uns unser Offensiv-Spiel in der intensiven Saison, die vor uns liegt, noch variabler gestalten.“

Justin Kluivert (Linksaußen RB Leipzig): „Ich bin froh, dass es mit dem Wechsel zu RB Leipzig geklappt hat. RB Leipzig hat mir in den guten Gesprächen aufgezeigt, dass der Wechsel hierhin ideal ist, um mich weiterzuentwickeln, den sprichwörtlichen nächsten Schritt zu machen und der Mannschaft so zu helfen. Mein Ziel ist es, hier Spielpraxis zu sammeln. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt mit hoher Qualität und auch in der Champions League warten spannende Herausforderungen auf uns - darauf freue ich mich sehr!”

(RBlive/ukr)