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Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer

„Da will ich hin!” EM 2021: Yussuf Poulsens Sehnsucht nach dem dänischen Nationalstadion

Erstes Tor für die dänische Nationalmannschaft im Parken: Yussuf Poulsen 2015 beim 2:0 gegen Serbien.

Erstes Tor für die dänische Nationalmannschaft im Parken: Yussuf Poulsen 2015 beim 2:0 gegen Serbien.

Europameisterschafts-Spiele im eigenen Land sind für jeden Nationalspieler ein Karriere-Höhepunkt. Doch für RB Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen sind die drei Vorrunden-Partien der dänischen Elf gegen Finnland an diesem Samstag (18 Uhr), Belgien (Do., 18 Uhr) und Russland (Sa., 21.6., 21 Uhr) in seiner Heimatstadt extra speziell. Alle Matches finden im Kopenhagener Nationalstadion Parken statt, zu dem Poulsen eine geradezu intime Verbindung hat, wie er der MZ/RBlive erzählt hat.

„Sie müssen sich das so vorstellen”, beginnt der 26-Jährige und öffnet sein Herz: „Meine Mutter wohnt in Kopenhagen 250 Meter vom Nationalstadion entfernt. Die Umkleide und der Platz meines ersten Fußballvereins, bei dem ich als Kind angefangen habe, liegen nur zehn Meter neben dem Parken. Jeden zweiten Tag bin ich dort mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Training vorbeigefahren, habe rüber geschaut und gesagt: Da will ich hin! Es war immer mein Traum, dort spielen zu können”, schwärmt Poulsen.

Dänemark unter Hjulmand auf dem Weg zum nächsten „Entwicklungsschritt”

RB Leipzigs Rekordspieler hat zu seiner Nationalmannschaft eine mindestens so enge Verbindung wie zur Messestadt. Die emotionale Abgeklärtheit vieler Profi-Fußballer hat er sich nie zu eigen gemacht, vielmehr leuchten seine Augen, wenn er über „Danish Dynamite” spricht. „Die Nationalmannschaft ist für mich wie ein Zuhause. Sie war schon als Kind für mich immer das Größte”, sagt Poulsen. „Es gibt sicherlich größere und schönere Arenen auf der Welt, aber dieses Stadion direkt neben meinem Heimatklub BK Skjold ist für mich immer noch etwas Besonderes.” Mit diesem Hochgefühl gehe er in jedes Länderspiel, „erst recht in die drei Vorrundenspiele in Kopenhagen.”

Der Einzug in die K.o.-Phase ist für die inzwischen so stabilen und effizienten Dänen Pflicht. Seit der WM 2018 verloren sie lediglich zweimal gegen den Weltranglistenersten Belgien. Auch im EM-Test gegen Deutschland schafften sie dank Poulsens kaltschnäuzigem Treffer ein Remis. „Mit den Leistungen, die wir in den vergangenen drei Jahren gezeigt haben, muss es möglich sein, das Achtelfinale zu erreichen”, fordert Poulsen, der in Dänemark den Namen seines verstorbenen Vaters Yurary auf dem Trikot trägt. Nachdem Ex-Nationaltrainer Age Hareide eine stabile Defensive geformt hat, will der neue dänische Trainer Kasper Hjulmand nun offensive Akzente setzen. „Wir sind jetzt auf dem Weg zum nächsten Entwicklungsschritt und freuen uns riesig auf diese EM-Endrunde, bei der wir uns hoffentlich richtig auszeichnen können”, kündigt Poulsen an.

Olmo gegen Forsberg

Der Angreifer ist einer von zehn Leipzigern, die bei der EM dabei sind. Fast eine gesamte Mannschaft, die so auch für RB auflaufen könnte. Neben dem deutschen Abwehrduo Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann und dem ungarischen Führungsduett Willi Orban und Peter Gulacsi – Dominik Szoboszlai musste wegen seiner Schambeinprobleme vorzeitig aus dem ungarischen Camp abreisen – sind auch zwei Österreicher dabei: Kapitän Marcel Sabitzer und Konrad Laimer. Mit insgesamt 21 Legionären aus der deutschen Bundesliga will es Österreich bei seiner erst dritten Endrunden-Teilnahme überhaupt erstmals in die K.o.-Runde schaffen. Sabitzer ist dabei als Leitwolf gesetzt. Der lange verletzte Laimer muss sich die Turnierform erst wieder erarbeiten und könnte ein wichtiger Joker werden.

Zu einem direkten Duell zweier Leipziger kommt es in der attraktiv besetzten Vorrunden-Gruppe E. Am 14. Juni treffen in Sevilla Gastgeber Spanien mit Dani Olmo und Schweden mit Emil Forsberg aufeinander. Olmo hat sich seit seinem Wechsel nach Sachsen auch im Nationalteam unverzichtbar gemacht und gehört mit 23 Jahren bereits zu den Stammspielern der verjüngten „La Roja”. Gut möglich, dass der Zehner als Europameister nach Leipzig zurückkehrt.

Bei den Schweden ist Routinier Emil Forsberg, der im Tre-Kronor-Team meist links in einer Vierer-Mittelfeldkette spielt, wieder der unangefochtene Star, weil Legende Zlatan Ibrahimovic verletzt fehlt. „Zlatans Ausfall trifft uns hart, wir hätten ihn gebraucht”, sagte der Spielmacher dem Sportbuzzer. „Aber jetzt müssen wir ohne ihn ran, wollen die Gruppenphase überstehen und so weit wie möglich kommen.”

Nesthäkchen bei Kroatien: Josko Gvardiol

Bleibt noch RB-Zugang Josko Gvardiol, der zwar noch kein Spiel für die kroatische A-Nationalmannschaft gemacht hat, aber dennoch dabei sein darf. In Kroatien gilt der 19-Jährige als Abwehrtalent des Jahrzehnts. Bevor der Linksfuß aus Zagreb bei RB ein neues Kapitel aufschlägt, kann er als Nesthäkchen Turniererfahrung sammeln.

Die RB-EM-Teilnehmer-Elf: Gulacsi – Klostermann, Orban, Gvardiol, Halstenberg – Laimer, Sabitzer – Olmo, (Szoboszlai*), Forsberg – Poulsen. (RBlive/ukr/hen)