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Von Martin Henkel

Zustände wie im „Irrenhaus” Wie die Stimmung in Bremen den Pokalfight mit RB beeinflusste

Immer druff: Spieler von Bremen, voran Ex-RBler Davie Selke (r.)

Immer druff: Spieler von Bremen, voran Ex-RBler Davie Selke (r.)

Auf dem Papier war die Sache mehr als klar. RB der Favorit, Bremen der Außenseiter - ein Pokalspiel zwischen Zweitem und 14. der laufenden Meisterschaft, das sich dennoch zu einem engen Thriller entwickelte, weil der Pokal eben der Pokal ist. Ein K.o.-Spiel, das oft über andere Faktoren entschieden wird, als die Summe der Einzelspielertalente.

Mit Tröte und Rassel

Zu diesen Faktoren gehören Mentalität, Biss, Grätsche, Foul, Speckern, Stänkern - und normalerweise die Zuschauer auf den Rängen, von denen seit Pandemie-Beginn ja aber jede Spur fehlt. Es sei denn in Bremen.

Seit der Verbannung der Fans aus den Arenen der Bundesliga aus Infektionsschutzgründen ist das Westerstadion dafür bekannt, dass es trotzdem gut Krach und Krawall erzeugen kann. So auch am Freitagabend, als ab Mitte der zweiten Hälfte die Ränge hinter der Bremer Bank in Fahrt kamen.

Dort saßen eine ganze Schar angeblich "spieltagsrelevanter" Personen, von Jugendspielern über Stadion- bis zu Klubmitarbeitern, die eine Menge Stimmung erzeugten. Keine Gesänge zwar, natürlich nicht, aber eine Tröte war im Einsatz, eine Rassel auch, und wann immer den Werder-Spielern eine Aktion gelang, krakeelte es vielstimmig und laut von den Sitzen.

RB-Kapitän Marcel Sabitzer kam sich deshalb "phasenweise" vor wie im "Irrenhaus". Das Team verlor deshalb mehrfach im Spiel den Faden und die "Dynamik der Partie" (Trainer Julian Nagelsmann) veränderte sich zugunsten der eigentlichen Underdogs, die ihrerseits alle legalen Mittel einsetzten, um ihre fehlende Klasse durch Kampfgeist zu auszugleichen. Allen voran tobte, stänkerte und grätschte Ex-RBler Davie Selke durch die Partie, lieferte sich verbale Scharmützel mit Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté und hätte durch geschicktes Einfädeln in die Beine von Nordi Mukiele kurz vor der Pause beinahe einen Elfmeter geschunden. Den Pfiff, den Schiedsrichter Manuel Gräfe später wieder "zurücknahm", feierte er mit einer entfesselten Luftsäge.

Gerede von außen

RB ließ sich ab und an "von dem Rumgebrülle hier anstecken", wie Sabitzer später erklärte. Auch Nagelsmann erklärte die Dellen im Spiel seiners Personals mit der Stimmung auf und um das Spielfeld herum, dazu kamen mit Beginn der zweiten Hälfte Firecracker, Böller und ein paar Raketen von außerhalb des Stadions. "Ab der 25. Minute wurde Bremen auf der Tribüne als auch im Spiel emotionaler. Da gab es zwei, drei Situationen, da hat Bremen uns mal angeschossen, den Ball weggegrätscht, dann war die Bank sehr laut, auch auf der Tribüne ging es emotional zu, was komisch klingt, weil das Stadion ja leer war."

Aber kein Vorwurf. Nicht so, wie etwa Frankfurts Coach Adi Hütter oder sein Kapitän Makoto Hasebe die Zustände in Bremen im Februar teilverantwortlich machten für ihr 1:2. Hütter "platzte der Kragen", weil „hier rundherum viel los“ sei. "Das hat mit Niveau nichts zu tun."

Auch der Japaner Hasebe murrte: „Das ist hier in Bremen immer so, es ist immer emotional.“ Dass das Gerede von außen Auswirkungen auf die Partie gehabt hatte, sagte auch Kollege Djibril Sow: „In Bremen kommt immer viel herein, davon haben wir uns beeinflussen lassen." Damit hatte auch die Sachsen zu kämpfen. Doch letztendlich "sind wir cool geblieben", sagte Sabitzer. "Wir haben verdient gewonnen, fertig!" (RBlive/hen)