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Interview mit Tom Krauß: Ur-Leipziger ist auf dem Weg zum RB-Profi

Tom Krauß für die U19 von RB Leipzig am Ball.

Tom Krauß für die U19 von RB Leipzig am Ball.
Copyright: RB Leipzig

Tom Krauß, Kapitän der U19, kämpft mit RB Leipzig noch um einen großen Titel. Im Finale des A-Junioren-DFB-Pokals trifft die Mannschaft von Alexander Blessin am Vorabend des großen Spiels gegen den FC Bayern München auf den VfB Stuttgart (24.05.2019, 20.15 Uhr, live bei Sport1). Im Interview mit RBlive spricht der gebürtige Leipziger über seine Pläne mit dem Verein seiner Heimatstadt.

RBlive: 2009 warst du acht Jahre alt, vielleicht gerade mal in der dritten Klasse. Kannst du dich noch erinnern, was dein Lieblingsverein war?

Tom Krauß: Da ich aus Leipzig komme, war es am Anfang Sachsen Leipzig. Als dann RB kam, wurde ich schnell Fan und wollte für den Verein spielen. Als ich zu einem Sichtungslehrgang eingeladen wurde, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Mein Vater (Holger Krauß, spielte u.a. drei Jahre für den 1. FC Lokomotive Leipzig und in der Jugend von Bayer Leverkusen) hat mich dafür auch begeistert.

Ihr seid ja auch eine echte Fußballerfamilie. Gab es überhaupt eine andere Wahl?

Nein, eigentlich nicht. Da meine Familie Fußball lebt und liebt, gab es keine andere Idee. Meine Mutter ist ja auch sehr fußballverrückt.

Was waren bislang die wichtigsten Momente für dich bei RB?

Für den ganzen Verein die Aufstiege. Ich habe ja fast jeden miterlebt und finde, dass jeder ein besonderer Moment war. Einer der wichtigsten Momente für mich persönlich war, als ich das erste Mal bei den Profis trainieren durfte, weil ich schon immer davon geträumt hatte. Das will ich natürlich weiter erleben, um dort zu lernen.

Tom Krauß: Ich träume davon, hier Profi zu werden

Thomas Müller, Michael Zorc oder Paolo Maldini haben eins gemeinsam: Sie haben nie für einen anderen Verein gespielt, als den ihrer Heimatstadt. Kannst du dir das für dich auch vorstellen?

Warum nicht. Ich träume ja davon, hier Profi zu werden. Aber da bin ich nicht der Einzige, es gibt ja noch zwei, drei Spieler, die auch aus Leipzig kommen und mit denen ich seit der U12 zusammenspiele.

Schon dein Ur-Opa war ja erfolgreich bei Wacker Leipzig, ist sogar Jugendeuropameister 1966 geworden. Das DFB-Trikot trägst du seit der U15. Wie ist das für dich?

In der U15 gibt es erstmal die Lehrgänge. Wir haben dann ein Jahr auf das erste Spiel hingearbeitet. Als der Anruf vom Trainer kam, dass ich dabei bin, haben wir uns als Familie schon sehr gefreut. Das war auch ein Traum, wie jetzt hier bei RB zu spielen. Das konnte ich mir zuvor nicht vorstellen. Dann die Hymne zu singen, da hat man schon Gänsehaut bekommen.

Die Chance auf einen Titel hattest du ja sogar auch schon, denn warst vor einem Jahr mit der U17 bei der Europameisterschaft in England. Wie ist das Turnier für dich gelaufen?

Leider sind wir schon in der Vorrunde ausgeschieden, das hatten wir uns so natürlich nicht vorgenommen. Ich habe im ersten Spiel gespielt, danach saß ich auf der Bank. Aber das habe ich akzeptiert, wollte natürlich trotzdem, dass wir als Team erfolgreich sind. Leider ist es am Ende nicht so gut für uns gelaufen.

Mittlerweile bist du ja in der U18 unter Frank Kramer und hast vier Spiele bestritten, zwei davon als Kapitän. Was macht einen guten Kapitän aus?

Dass man voran geht mit Leistung und auf dem Platz und außerhalb zeigt, dass man gewinnen will. Dass man die anderen Spieler antreibt und zeigt, dass es nur als Mannschaft geht. Ich bin jetzt nicht der Lauteste, der viel redet oder rumschreit. Aber wenn es etwas gibt, dann gehe ich schon voran.

Tom Krauß: Auswärtsspiel in Salzburg eine tolle Erfahrung

Frank Kramer wechselt im Sommer vorzeitig Richtung Österreich und wird bei Red Bull Salzburg Nachwuchsleiter. Du wirst vermutlich in der nächsten Saison noch das RB-Trikot tragen. Auch das von Leipzig?

Das ist für mich gar kein Thema, da ich mich auf die kommenden Spiele konzentriere. Ich denke von Tag zu Tag, da verschwende ich keinen Gedanken an so etwas. Ich will hier meinen Weg gehen.

Du warst aber schon mal in Salzburg, beim 0:1 in der Europa League. Das erste Mal im Kader, gleich international. Was sind deine Eindrücke von der ersten Reise mit den Profis?

Im Abschlusstraining haben wir ganz normal trainiert. Danach kam die Nachricht, dass ich mit dabei bin. Da habe ich natürlich sofort meinen Eltern geschrieben. Die haben sich auch sehr gefreut. Es war eine tolle Erfahrung, wie das rundherum abläuft, die Besprechung, das ganze Spiel. Natürlich will ich auch das weiter erleben und kämpfe dafür, dass ich irgendwann dort spielen kann.

Was ist dir dort noch am meisten in Erinnerung?

Die ganzen Zuschauer, die Stimmung, die Atmosphäre: Das habe ich vorher ja im Stadion auf der Tribüne nur erlebt. Wenn man dort unten sitzt und hautnah dran ist, das ist schon ein tolles Gefühl.

Du bist auf dem Weg, deine eigene Profilaufbahn einzuschlagen, trainierst ja auch regelmäßig mit den Profis. Was ist dort anders, als bei der U19?

Es geht alles viel schneller. Du musst schneller denken, hast keine drei, vier Kontakte, sonst ist sofort einer da und nimmt dir den Ball weg. Aber es hilft und man entwickelt sich durch die Einheiten weiter. Wenn ich einen Fehler mache, wollen die Profis mir immer helfen. Das ist mir auch wichtig, dass sie es mir sagen. Dann kommt halt mal ein Willi Orban und erklärt mir, was ich noch besser machen kann.

Du wärst der erste, der es aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis schafft. Warum war das aus deiner Sicht bislang nicht der Fall?

Es ging sehr schnell bei RB. Der Verein ist sehr jung, hat nach der ersten Bundesliga-Saison sofort Champions League gespielt. Für die ganzen Nachwuchsspieler war es daher vielleicht schwer, da direkt hoch zu kommen. Das finde ich gar nicht so schlimm. Ich denke aber, bald kommen welche nach, die den Sprung schaffen.

Tom Krauß bringt Ehrgeiz und Mentalität mit

Warum kannst du es schaffen, welche Stärken bringst du mit?

Den Ehrgeiz und die Mentalität, dass ich das unbedingt will. Ich arbeite jeden Tag hart an mir, um das Ziel zu erreichen. Das will ich mir beibehalten. Wenn es mal nicht so gut läuft, mache ich weiter. Das ist auch das wichtigste, was mir die Trainer weitergeben.

Deine Spiele absolvierst du bei der U19. Beschreib mal die laufende Saison aus deiner Sicht.

Anfangs sehr schwankend. Wir hatten mit Wolfsburg eine Mannschaft, die verdient Meister geworden ist. Aber in den letzten acht bis neun Spielen waren wir sehr konstant. Wir sind Dritter in unserer Bundesliga-Staffel geworden, das ist ganz ordentlich. Den Sachsenpokal haben wir schon gewonnen. Und wenn wir noch den DFB-Pokal holen – auch wenn es ein Fifty-Fifty-Spiel ist – wäre es eine sehr gute Saison.

Auf dem Weg ins Finale habt ihr Borussia Dortmund bezwungen in einem echten Krimi. Du hast bei dem ewigen Duell vom Punkt auch einen Elfmeter geschossen. Was ging dir durch den Kopf?

Nicht viel. Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht, weil wir an dem Tag ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Ich hatte es im Gefühl, dass wir es packen werden. Als unser letzter Schütze Julian Krahl das Tor gemacht hat, war das natürlich Freude pur. Jetzt wollen wir den Pokal gewinnen. Die Profis sind ja auch im Finale, so etwas gab es glaube ich noch nicht so oft. Das wäre das Beste, wenn wir den Pokal holen und dann auch die erste Mannschaft. Das wäre wohl der Traum des ganzen Vereins.

Die U19 spielt am heutigen Freitag, 20.15 Uhr gegen den VfB Stuttgart um den Junioren-DFB-Pokal. Das Spiel wird live auf Sport1 übertragen.

(msc)

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