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U21-Liga startet mit RB Leipzig „Die großen Gewinner”: Finalspiele finden mit Fans statt

Es ist kein neues Problem im Fußball: Viele Talente schaffen nicht auf Anhieb den Sprung zu den Profis. Eine neue U21-Liga soll den Weg erleichtern. Auch für ältere Spieler könnte es sich auszahlen. Anders als in der Vorrunde sollen die Spiele der Finalrunde mit Fans stattfinden.

24.06.2026, 08:26
Spieler wie RB-Zehner Andrija Maksimovic erhalten in der neuen Liga Spielpraxis.
Spieler wie RB-Zehner Andrija Maksimovic erhalten in der neuen Liga Spielpraxis. (Foto: imago/motivio)

Frankfurt/Main/dpa – Der neue U21-Wettbewerb in Deutschland startet mit 26 Klubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga. Damit sollen vor allem Spieler im Übergang zwischen Nachwuchs- und Profifußball zusätzliche Spielpraxis auf hohem Niveau erhalten. Die Bundesliga Talent Series, so der Name des Projekts, ist nach Angaben der Deutschen Fußball Liga ein „freiwilliges Zusatzangebot mit hoher Flexibilität für die Clubs”.

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Besseres games programme

Weltmeister Sami Khedira, Mitglied einer DFL-Expertengruppe, erklärte: „Es gibt im internationalen Spitzenfußball etliche Beispiele für Akteure, deren entscheidender Entwicklungsschub spät stattgefunden hat und die nicht den direkten Sprung aus der U19 ins Profiteam geschafft haben. Diesen Karrieretypen wird durch die Einführung des Wettbewerbs eine größere Chance geboten.” Auch Red-Bull-Fußballchef war Teil des Expertengremiums.

RB Leipzigs Nachwuchsleiter David Wagner befürwortet die neue U21-Liga ausdrücklich. Im Interview mit RBlive argumentierte er: „Spieler in England spielen im Alter von 16 bis 19 Jahren etwa 60 bis 65 Wettbewerbsspiele pro Saison, unsere U19 bei RB hat in dieser Saison etwa 30 Partien – je nachdem, wie weit sie in der Deutschen Meisterschaft kommt. Das muss man mal über vier Jahre hochrechnen. Wir sind jetzt dabei, das games programme umzustellen, zum einen durch externe Impulse wie die Einführung der U21-Liga. Zum anderen durch die bewusste Teilnahme an weiteren Formaten wie zum Beispiel dem Premier League International Cup.”

Vier ältere Spieler pro Team erlaubt

Die DFL reagiert damit auf ein häufig beschriebenes Problem im deutschen Nachwuchsfußball: Viele Talente schaffen nicht unmittelbar den Sprung aus dem Jugendbereich in den Profikader. Die teilnehmenden Klubs greifen auf bereits vorhandene Spielerkader im Übergangsbereich zurück. Pro Team können zusätzlich bis zu vier ältere Spieler eingesetzt werden. Damit könnten solche Spieler nach Verletzungspausen Wettkampfpraxis sammeln.

Die neue Liga beginnt von der Saison 2026/27 an. Gespielt wird in zwei Halbserien in einem Schweizer Ligaformat, ähnlich dem neuen Champions-League-Modus. Die beiden jeweils bestplatzierten Teams der Halbserien, die von September bis Dezember und Februar bis April ausgespielt werden, qualifizieren sich für ein Finalturnier. Anders als die Ligaspiele sollen diese Partien dann vor Zuschauern ausgetragen werden.

Elf Erstligisten dabei

DFL-Geschäftsführer Marc Lenz sprach von „vielen positiven Rückmeldungen der Clubs” und wertet den neuen Wettbewerb als „ein deutliches Signal der Bundesligen pro Nachwuchsförderung”. Sportvorstand Markus Krösche von Eintracht Frankfurt sieht eine Chance, „um Spielern unbürokratisch und schnell mehr Praxis auf höchstmöglichem Niveau zu verschaffen”. Die Serie sei „ein erster Baustein, um den Leistungsträgern von morgen diese Möglichkeit zu bieten”.

Aus der Bundesliga sind angeführt vom FC Bayern München noch Union Berlin, Werder Bremen, Borussia Dortmund, die SV Elversberg, Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, der SC Paderborn und der FC Schalke 04 dabei.

„Mangel an Spielzeit”

Aus der 2. Liga machen Hertha BSC, Arminia Bielefeld, der VfL Bochum, Eintracht Braunschweig, Energie Cottbus, Darmstadt 98, Dynamo Dresden, die SpVgg Greuther Fürth, Hannover 96, der 1. FC Heidenheim, Holstein Kiel, der 1. FC Magdeburg, der 1. FC Nürnberg, der FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg mit. „Die großen Gewinner des zusätzlichen U21-Wettbewerbs sind jene Spieler, die zwar das Rüstzeug haben, um die Bundesliga und die 2. Bundesliga in Zukunft prägen zu können – aber unter einem Mangel an Spielzeit leiden”, sagte FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou.