Platzverweis für Szoboszlai

"Rot ist es!" So bewerteten die RB-Verantwortlichen den Platzverweis

Kurz vor Ende der 1. Halbzeit gegen Köln flog RB-Spieler Dominik Szoboszlai vom Platz. Der Ungar war mehr als verblüfft, als Schiedsrichter Benjamin Brand ihn zum Duschen schickte. Foul ja - aber glatt Rot? Daran schieden sich später die Geister.

Von RBlive/hen Aktualisiert: 13.08.2022, 22:06
Dominik Szoboszlai (l.) kann nicht glauben, dass Benjamin Brand ihm Rot zeigt
Dominik Szoboszlai (l.) kann nicht glauben, dass Benjamin Brand ihm Rot zeigt (imago/jan huebner)

Kurz vor Ende der 1. Halbzeit beim Stand von 1:1 gegen den 1. FC Köln flog RB-Spieler Dominik Szoboszlai am Samstag mit einer Roten Karte vom Platz. Der Spieler selbst war mehr als verblüfft, als Schiedsrichter Benjamin Brand den Ungarn zum Duschen schickte.

Selbst Kölns Trainer Steffen Baumgart, der unmittelbar daneben stand, schüttelte den Kopf. Foul ja - aber glatt Rot? Daran schieden sich die Geister.

Wie von der Axt gefällt

Hätte man denken können. Doch die RB-Verantwortlichen zeigten Verständnis für die Entscheidung des Unparteiischen. Zumindest hielten sie sie für vertretbar. Szoboszlai war in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte an der Seitenlinie vom Kölner Florian Kainz am Trikot gezogen worden. Nach dem Strafstoßpfiff holte der Ungar mit dem Ellenbogen aus und traf den Österreicher am Hals, der daniederging wie von der Axt gefällt.

Bereits in der Halbzeitpause sagte Leipzigs Technischer Direktor Christopher Vivell: "Erstmal darf Domme (Dominik Szoboszlai, Anm. Red.) das auf keinen Fall machen."

Nach dem Studium der Zeitlupe fügte er hinzu: "Ich finde den Platzverweis hart. Im Fußball wird leider belohnt, wie sich jemand fallen lässt. Das stört mich. Das war kein Schlag, dass er blutend ins Krankenhaus muss. Er fällt, als hätte er einen harten Schlag bekommen. Meiner Ansicht nach wird er weggeschoben. Aber von uns blöd, von Domme blöd, deshalb eine regelgerechte Bestrafung."

Kainz: "Man kann mir nichts vorwerfen"

Auch Leipzigs Trainer Domenico Tedesco zeigte Verständnis: "Rot ist es, kann man geben." Der Gefoulte selbst schien nach Abpfiff der Partie nicht ganz im Reinen mit sich zu sein, um sein Umfallen die Rote nicht auch proviziert hatte. Dennoch sagte Kainz: "Es war von mir ein Foul, dann spüre ich einen Ellenbogen. Ich weiß nicht, ob es eine Rote Karte ist. Aber mir kann man nichts vorwerfen, weil es ein Foul ist. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Dass sich Brand die Szene nicht noch einmal anschaute und auch der VAR nicht eingriff, lag an dem Umstand, dass der Platzverweis keine klare Fehlentscheidung gewesen war. So spielte der Pokalsieger 45 Minuten in Unterzahl. Ging beim Stand von 1:1 nochmal in Führung und kassierte durch ein Eigentor von Josko Gvardiol den Treffer zum späteren 2:2. Schütze der vorangegangenen Ecke dieses Tores war: Florian Kainz.