"Wer schlecht trainiert, hat ein Problem"

Henrichs über Konkurrenzkampf bei RB, seine Zukunft im DFB-Team und Lob für Tedesco

Von Thomas Fritz Aktualisiert: 16.02.2022, 10:29
Benjamin Henrichs (r.) hält große Stücke auf Coach Domenico Tedesco (links hinten).
Benjamin Henrichs (r.) hält große Stücke auf Coach Domenico Tedesco (links hinten). IMAGO / Karina Hessland

Benjamin Henrichs ist bei RB Leipzig wahrscheinlich der große Gewinner unter dem neuen Coach Domenico Tedesco. Seitdem der 36-Jährige Anfang Dezember übernahm, wird der Abwehr-Allrounder regelmäßig berücksichtig. Unter Jesse Marsch war das noch ganz anders. Dementsprechend positiv äußert sich Henrichs gegenüber dem Sportbuzzer über den neuen Mann auf der RBL-Bank. 

Tedesco sei "anspruchsvoll, offen, ehrlich, zielführend, professionell, angenehm". Und: "Man weiß bei ihm immer, woran man ist, woran man arbeiten muss, was man gut und weniger gut macht", sagt Henrichs. Dem Team hat es darüber hinaus geholfen, dass zuletzt wieder mehr Zeit zum Training war.

Henrichs bewertet es als positiv, dass der Coach erst unmittelbar vorm Spiel seine Aufstellung bekannt gibt. "Der Konkurrenzkampf ist bei uns riesig, jeder muss unter der Woche 100-prozentig da sein. Wer gut gespielt hat und danach schlecht trainiert, hat ein Problem", sagt der Ex-Leverkusener, der 2020 von der AS Monaco zu RB gewechselt war. "Ich finde es gut, dass in Sachen Aufstellung bis zuletzt Spannung ist. Da bleibt man wach und unter Strom."

Henrichs: RB Leipzig braucht "gute Ausgangsposition gegen San Sebastian"

Zur Diskussion über seine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft äußerte sich Henrichs zurückhaltend. "Gestern war ich noch zu schlecht für RB, heute kann die Nationalmannschaft nicht ohne Henrichs. Sorry, da mache ich nicht mit. Ich konzentriere mich schön auf den Verein, da haben wir alle genug zu tun und eine Menge vor."

RB ist als einzige deutsche Mannschaft noch im DFB-Pokal und in der Europa League vertreten. Am Donnerstag (21 Uhr/RTL) brauche es eine gute Ausgangsposition gegen San Sebastian. "Wir wollen da weit kommen. Und wir wollen uns wieder für die Champions League qualifizieren."

Henrichs musste bei RB Leipzig Streit schlichten

Auch zu seinen Schlichtungsversuchen im Freistoßstreit zwischen Dani Olmo und Christopher Nkunku beim 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln äußerte sich Henrichs. "Ein öffentlicher Streit um die Ausführung von was auch immer muss nicht sein. Ich habe Christo gesagt, dass er vergessen soll, was eben war und sich auf den Schuss konzentrieren soll. Und dann war das Ding drin", so Henrichs. "Der Erste, der mit Christo gejubelt hat, war Dani. So muss das sein.

Mit Nkunku verbindet Henrichs auch eine ganz besondere Erinnerung. In einem Spiel in der französischen Liga mit Monaco hatte er den damaligen PSG-Profi, der als Außenverteidiger aushelfen musste, schwindelig gespielt. "Christo war defensiv, sagen wir, überfordert. Als ich ihn 2020 bei RB kennengelernt habe, musste ich mich erstmal bei ihm entschuldigen."