RB Leipzig

Abwurf auf die Brust und „Assist” von Gulacsi: Was beim 0:1 bei RB Leipzig gegen Wolfsburg falsch lief

Von Ullrich Kroemer 30.08.2021, 08:00
Keine Abwehrchance mehr für Peter Gulacsi: Jerome Roussillon erzielt das Tor des Abends gegen RB Leipzig.
Keine Abwehrchance mehr für Peter Gulacsi: Jerome Roussillon erzielt das Tor des Abends gegen RB Leipzig. imago images/Picture Point LE

Peter Gulacsi wollte das Spiel schnell machen, nachdem er einen hohen Ball gegen Wolfsburgs Sturm-Turm Wout Weghorst heruntergepflückt hatte. Über mehr als 30 Meter schleuderte Leipzigs Torhüter den Ball auf die Brust von Emil Forsberg, der die Kugel auf Höhe der Mittellinie aber halb auf den Hals, halb auf die Brust bekam und prompt wieder verlor. Danach war RB im Gegenpressing noch nicht wieder gut sortiert, schloss den Sechserraum nicht konsequent, sodass Kevin Mbabu mit viel Zeit vertikal nach vorn spielen und die Seite wechseln konnte. Willi Orban rückte aus der Abwehr heraus, verlor aber seinen Zweikampf, sodass Renato Steffen scharf hereingeben konnte. Lukas Klostermann stand zu weit vom Mann weg, als dass er hätte die Hereingabe verhindern können. 

Mohamed Simakan rutschte am langen Pfosten ins Leere, wo er Weghorst hätte verteidigen wollen. Doch Peter Gulacsi warf sich zuvor in den scharf Ball in die Mitte, lenkte die Kugel aber nicht seitlich ab, sondern genau vor die Füße des mitgelaufenen Außenverteidigers Jerome Roussillon, der völlig alleingelassen traf. Orban war von seinem Abwehrversuch auf der Sechser-Position noch nicht wieder zurück.

Kein klarer Patzer von Gulacsi, aber zumindest eine Szene, in der der Schlussmann nicht gut aussieht, weil er den Ball eigentlich noch ganz gut zu fassen bekommt. Dennoch wird die Parade zum Assist für Roussillon, der laut VfL-Trainer Mark van Bommel gar nicht dort vorn hätte auftauchen sollen, aber einfach durchsprintete.

Gulacsi: „Man braucht ein bisschen Glück, dass ein Mitspieler da ist”

„Diese flachen Flanken sind immer eine schwierige Situation. Weghorst war ziemlich frei am zweiten Pfosten. Ich habe natürlich versucht zu klären, aber wenn man nur mit einer Hand drankommt, ist das schwer. Man braucht bisschen Glück, dass ein Mitspieler da ist”, sagte der Ungar. Doch die waren nicht auf dem Posten.

„Wir waren nicht so gut in der Ordnung, als der Ball nach außen kam. Und dann war es unglücklich, weil Pete den scharfen Ball in die Mitte so erwischt hat, dass er dem Wolfsburger genau vor die Füße gerollt ist”, kommentierte Rechtsverteidiger Lukas Klostermann. So ähnlich bewerte auch Trainer Jesse Marsch die Szene: „Wenn Pete keine Parade macht, geht der Ball direkt zu Weghorst, der ein einfaches Tor macht. Er hat diese Entscheidung getroffen und den Ball gehalten, aber es war Pech, dass er direkt bei Roussillon landete.” Letztlich die entscheidende Szene, die zur 0:1-Pleite für RB führte. (RBlive/ukr)