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Bayerns Heimtor-Rekord geknackt „Eklig, aber auch attraktiv”: RB im Torrausch

Weniger Defensivstruktur, aber mehr Spektakel: RB Leipzig spielt zu Hause in der Bundesliga gerade alle Gegner an die Wand. Die Ursachen für den Tor-Flow.

Von Ullrich Kroemer 08.11.2026, 11:34
Jubelpanne beim Luftballon-Aufblasen? Egal, Hauptsache Christopher Nkunku trifft.
Jubelpanne beim Luftballon-Aufblasen? Egal, Hauptsache Christopher Nkunku trifft. (Foto: imago/HMB-Media international)

Leipzig – Wer in dieser Saison die Heimspiele von RB Leipzig besucht hat, darf sich über eines nicht beschweren: mangelnde Tore. Im Gegenteil: 23 Treffer erzielten die Leipziger in fünf Bundesligaspielen. Damit haben die Leipziger den Bundesliga-Herbstrekord des FC Bayern München aus der Saison 2023/24 eingestellt. Dazu kommen drei Tore in den Champions-League-Spielen. RB ist mit einem Toreschnitt von 4,6 in der Bundesliga daheim förmlich im Torrausch.

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Zwar leistete sich RB in allen Spielen – auch beim 5:2 gegen Augsburg – schwächere Phasen wie jeweils zu Beginn der Spielhälften und in den letzten zehn Minuten. Doch wenn der Motor einmal läuft, dann auf höchster Geschwindigkeit. Dann ist gegen Antonio Nusa, Brajan Gruda, Christoph Baumgartner & Co. in der Red-Bull-Arena kein Kraut gewachsen.   

„Kompakter und aggressiver gegen den Ball”

„Wir haben gesagt, dass wir eine eklige, aber auch attraktive Mannschaft sein wollen. Ich hoffe, das dieser Lauf so bestehen bleibt”, lobte Trainer Martin Demichelis. „Die Mannschaft entwickelt sich zurzeit sehr gut, im Vergleich zum letzten Fifa-Break sind wir auf einem guten Weg. Es gibt immer 1000 Dinge zu verbessern im Fußball, aber die Gier und Leidenschaft sind schon da.”

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Gerade gegen den Ball seien die Dinge inzwischen „kompakter und aggressiver”, lobte Demichelis. So stabilisierte der Trainer etwa den Abwehrblock, wenn das Team mal tief verteidigt. Dann rückte gegen Man City und Augsburg Ezechiel Banzuzi mit in die letzte Abwehrreihe und macht das Gebilde situativ zur Fünferkette. Offensiv schaltet sich der Niederländer jedoch weiter auch ganz vorn mit ein und traf beispielsweise gegen Augsburg.  

Noch hat das Leipziger Spiel phasenweise defensiv weniger Struktur als in den Jahren zuvor, dafür fallen aber auch deutlich mehr Tore. „Ich muss ehrlich sein: Es ist mein erstes Jahr in der Bundesliga, als Trainer hatte ich keine Erfahrung”, bekannte Demichelis nun. „Wichtig ist für mich die Entwicklung im Vergleich mit den ersten paar Wochen.”

Orban: „Der Trainer handelt das gut”

Matchwinner Brajan Gruda nannte Demichelis' Attitüde durchaus als Ursache, dass sich das Team gegen die daheim zugegeben allesamt schlagbaren Gegner Gladbach, HSV, Frankfurt, Elversberg und Augsburg in einen Torflow spielt. „Der Trainer will, dass wir intensiv sind und 100 Prozent geben, auch für die Defensive. Wenn das gut klappt, läuft es automatisch auch nach vorn”, so der Dribbler. „Wir haben eine geile Truppe. Wenn wir Bock haben und gegen den Ball 100 Prozent geben, dann klappt mit unserer Qualität in der Offensive einiges.” In der Tat ist das Spiel über die Flügel so variabel und getragen durch die individuelle Klasse von Antonio Nusa und nun auch Gruda, die zum mutigen Dribbeln angehalten sind, sodass sich in der Mitte immer ein Abnehmer wie Nkunku, Romulo, Baumgartner, Gomis oder Banzuzi findet. 

Willi Orban nannte neben verbesserte Defensivabläufen und mehr Stabilität auch den guten Spirit als Ursache für die ansteigende Form. „Wir hatten schon in den vergangenen Monaten einen guten Spirit. Aber wenn du Spiele gewinnst und auch alle zum Einsatz kommen, hilft das ungemein, wenn die Jungs happy sind. Der Trainer handelt das gut, dass jeder sich wichtig fühlt”, urteilte der Routinier.

Nur die weiße Heimweste hat nun zwei kleine Flecken. Vor allem das 2:5 für die Augsburger in der Nachspielzeit war Demichelis nicht einverstanden. „Ich habe mich sehr über unser zweites Gegentor geärgert, wir müssen konsequent bis zu Ende spielen”,mahnte der Argentinier.