Betrugsskandal um RB-Gegner Man City Der feine Unterschied
Finanzdoping XXL: RB Leipzigs Champions-League-Gegner Manchester City wird Betrug in 114 Fällen und Scheinsponsoring in Höhe von knapp einer Milliarde Euro vorgeworfen. Wo der Unterschied zu RB liegt.

Leipzig/ukr – Wenn Manchester City an diesem Mittwoch in der Red-Bull-Arena in Leipzig in der Champions League gastiert (21 Uhr), treffen beide Klubs bereits zum siebten Mal aufeinander. Mit keinem anderen Gegner kreuzten die Leipziger international häufiger die Klingen. Bis auf einen Sieg 2021 und ein Remis 2023 war nicht viel zu holen für RB. 9:21 Tore stehen zu Buche, unter anderem Leipzigs Rekord-Europapokal-Niederlage in Höhe von 0:7.
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Nun könnte es jedoch sein, dass City für längere Zeit zum letzten Mal gegen RB aufläuft. Denn im Zuge des größten Betrugsskandals der Fußballgeschichte wird dem Flaggschiff der City Group vorgeworfen, die Bilanzen in den Jahren 2009 bis 2018 durch Scheinsponsoren-Verträge um etwa eine Milliarde Euro frisiert zu haben, um Financial Fairplay zu umgehen und sich an Europas Spitze zu katapultieren. Es wurden Verstöße gegen die Finanzregularien in 114 Fällen festgestellt. Zu diesem Schluss kamen drei der Öffentlichkeit unbekannte Richter einer unabhängigen Untersuchungs-Kommission der Premier League, die den Fall seit drei Jahren geprüft haben. Der Klub hat Berufung eingelegt, über die bis Ende Januar befunden werden soll.
Zwei Jahre Buße für Manchester City im Unterhaus?
Nun droht dem Scheich-Imperium ein so hoher Punktabzug, dass der englische Spitzenklub aus der Premier League absteigen müsste. Zudem könnte ein weiterer Punktabzug dafür sorgen, dass City ein weiteres Jahr im Unterhaus büßen müsste, ehe der Aufstieg wieder möglich wäre. Dazu soll eine drastische Geldstrafe kommen; auch die Aberkennung der Titel in diesem Zeitraum – drei englische Meisterschaften und ein Cup-Sieg – steht im Raum.
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Der scheidende DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig bezeichneze den Vorgang im als „Super-GAB – der größte anzunehmende Betrugsfall. Ich wünsche mir, dass die UEFA die Krallen ausfährt und das höchstmögliche Strafmaß anwendet. Das heißt ganz konkret: Lizenzentzug und Aberkennung aller Titel.”
Rettig nutzt die Gelegenheit, um auf die Gefahren von Investoren im Fußball hinzuweisen und schlug rasch den Bogen zu RB. „Leipzig hat den SSV Markranstädt von innen heraus okkupiert. Das ist ein klarer Umgehungstatbestand, gegen die Vorgaben von 50+1”, kritisierte Rettig.
RB muss jedes Jahr die Besten verkaufen, um die Regeln zu beachten
Doch der Vergleich hinkt, denn bis auf die Tatsache, dass beide Klubs strukturell zu Multi-Club-Ownerships gehören und von Sponsoren aus der Investorengruppe – City Group vs. Red Bull – finanziert werden, gibt es nicht viel Parallelen.
Red Bull achtet penibel darauf, dass die Finanzregularien eingehalten werden. Nicht ohne Grund müssen die Leipziger Jahr für Jahr die besten und teuersten Spieler verkaufen, um genügend Einnahmen nachweisen zu können, damit auch wieder neu investiert werden darf. City hingegen habe Zuwendungen des Gesellschafters nicht als Einlage bilanziert, sondern in betrügerischer Absicht über Scheinsponsoren als Umsatzerlöse ausgewiesen. Das sei „der eigentliche Skandal”, schätzt Bilanzexperte Prof. Ludwig Hierl von der DHBW Heilbronn ein.
City konnte fast eine Milliarde in De Bruyne & Co. re-investieren
So konnten die Skyblues über fast zehn Jahre hinweg auch fast eine Milliarde Euro in Spieler wie Kevin De Bruyne (78 Millionen), Leroy Sané & Co. re-investieren, ohne das legal ausgleichen zu können. „Leipzigs Eigentümerfinanzierung bewegt sich offen innerhalb des Lizenzrechts. Sie ist umstritten, aber nicht täuschend”, bewertet Experte Hierl. Übrigens: Dass der Betrug nur bis 2018 untersucht wird, heißt nicht, dass danach alles sauber lief. Es sind für diesen Zeitraum schlicht umfangreiche Beweise aus den „Football Leaks”-Unterlagen vorhanden.
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Die Fans des FC Liverpool dichteten jüngst kreativ den Song „Wonderwall” um, bekanntestes Stück der Band Oasis aus Manchester um die glühenden City-Fans Liam und Noel Gallagher. „And after all, you really robbed us all” („Letztendlich habt ihr uns alle bestohlen”), stand auf einem Banner.