RB Leipzig

"Bezug zur Realität" verloren? SPD-Politiker Lars Klingbeil kritisiert RB Leipzigs Spiel gegen Liverpool in Budapest

Von (RBlive/sid/dpa) 08.02.2021, 15:14
Die Puskas Arena in Budapest. 
Die Puskas Arena in Budapest.  imago/Action Pictures

Die Austragung des Achtelfinal-Hinspiels in der Champions League zwischen Fußball-Bundesligist RB Leipzig und dem FC Liverpool in Budapest stößt in der deutschen Politik auf Kritik. "Es wäre ein stärkeres Signal gewesen, wenn man gesagt hätte, dass dieses Spiel verschoben wird, das fällt aus. Das ist auch mal verzichtbar an dieser Stelle. Der Wettbewerb darf da nicht an erster Stelle stehen", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Er wisse zwar, mit "welcher Vorsicht" die Vereine agierten und dass sehr viel getestet würde. Aber: "Der Fußball muss sich schon fragen, ob man hier den Bezug zur Realität nicht verliert. Alle sind in Einschränkungen und jetzt verlegen wir ein Spiel mal eben quer durch Europa. Die Mannschaften jetten durch Europa. Ich glaube, das ist kein gutes Signal."

Manchester City gegen Mönchengladbach auch in Budapest?

Die Sachsen können das Duell mit Liverpool und Teammanager Jürgen Klopp wegen der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen des Bundes nicht im heimischen Stadion austragen. Der Gegner darf wegen der in Großbritannien verbreiteten B.117-Mutation des Coronavirus nicht nach Deutschland einreisen. Das Spiel findet nun am 16. Februar in der Puskas Arena in Budapest statt. 

Auch Manchester City wird wegen der hochansteckenden britischen Coronavirus-Mutation wohl nicht zum Spiel bei Borussia Mönchengladbach acht Tage später einreisen dürfen. Auch diese Partie könnte dann in Budapest ausgetragen werden.

Lauterbach: Keine Ausnahmen für den Profizirkus

Am Sonntag hatten sich bereits die SPD-Politiker Karl Lauterbach und Dagmar Freitag gegen Reisen von Profisportlern ausgesprochen. "Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten", sagte Lauterbach.

Ähnlich sieht es seine Parteikollegin Freitag, die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags. "Aufgrund der bekannten Mutationen des Virus ist jegliche Ein- und Ausreise in und aus anderen Ländern eine zuviel", sagte Freitag.