RB Leipzig

Blitzstart und Abwehrschlacht gegen ManU: RB Leipzig zittert sich ins Achtelfinale der Champions League

Von Martin Henkel 08.12.2020, 22:59
Umjubelter Torschütze: Justin Kluivert trifft.
Umjubelter Torschütze: Justin Kluivert trifft. imago/Picture Point LE

Geschafft! RB Leipzig hat sein „Finale“ gegen Manchester United um einen der zwei Qualifikationsplätze für das Champions-League-Achtelfinale gewonnen. Als Schiedsrichter Mateu Lahoz die Partie in Leipzig abpfiff, jubelten die Sachsen über ein knappes 3:2 (2:0), das sie schon nach 13 Minuten auf den Weg gebracht hatten. Angeliño traf nach zwei Minuten, Haidara folgte mit dem zweiten Treffer elf Minuten später, Justin Kluivert traf zum 3:0 (70.). Manchester aber kam spät zurück und zwang die Partie mit zwei Toren durch Bruno Fernandes (Elfmeter, 80.) und Paul Pogba (82.) auf Messers Schneide. Was für ein Drama!

Das gesamte Spiel en detail zum Nachlesen im Liveticker.

Manchester United auf dem OP-Tisch

Die Sachsen mussten die Partie gewinnen, um aus eigener Kraft die K.o.-Runde zu erreichen. Sie hielten sich deshalb nicht mit Geplänkel auf, sondern legten sich den dreifachen Sieger des Landesmeisterpokals und der Champions League früh wie auf dem OP-Tisch zurecht und brachten einen eigentlich komfortablen Vorsprung mit Präzision auf den Weg. Kapitän Marcel Sabitzer säbelte zwei Minuten nach Anpfiff einen Flachball in den Rücken der ManUnited-Abwehr auf Angeliño, der mit einem Flachschuss ins lange Eck David de Gea überwand. Kurz darauf jubelten die RB-Startelf inklusive der Bank zum zweiten Mal. Angeliño flankte auf den heran eilenden Amadou Haidara, der aus kurzer Distanz vollstreckte.

Die Spieler des 20-fachen englischen Meisters: im Schockzustand. Nur mühsam fanden sie in die Partie gehandicapt durch die Ausfälle der zwei Stürmer Anthony Martial und Edinson Cavani und aufgewühlt durch den Berater des Superstars, Weltmeister Paul Pogba, der vor dem Spiel erklärt hatte, sein Klient wolle weg.

Natürlich saß der Franzose auf der Bank. Eine Gefahr weniger für RB und Trainer Julian Nagelsmann, der sämtliche Feinfüße auf dem Feld hatte und seinen Turmspieler Yussuf Poulsen auf der Bank, hinter sich auf der Tribüne Dayot Upamecano, der Gelb-gesperrt fehlte. Ihn ersetzte Willi Orban.

Nervenkitzel in der Schlussviertelstunde

Der Ex-Kapitän schoss in der 33. Minute nach einem Pfostenkopfball von Ibrahima Konaté das 3:0, stand dabei aber knapp im Abseits, Lahoz annullierte den Treffer deshalb. Es wäre der Knockout für die Briten gewesen. Stattdessen fanden sie nun immer besser in Spiel und schnürten die Leipziger bis zur 60. Minute in deren Hälfte ein. Es entwickelte sich eine Abwehrschlacht, in die RB hin und wieder seine Konter einstreute. Einen davon versenkte Kluivert zum eigentlich entscheidenden 3:0, wieder nach einem Servierball von Angeliño.

Normalerweise reicht so ein Vorsprung. Nicht aber für die Sachsen, die es ohne Nervenkitzel einfach nicht hinkriegen momentan. In der 80. Minute gelang Fernandes vom Strafstoßpunkt der Anschlusstreffer, nachdem Lahoz einen Allerweltszweikampf zwischen Konaté und Greenwood als Foul wertete und auf den Punkt zeigte. Zwei Minuten später lenkte der unglückselige Konaté einen Kopfball von Pogba ins eigene Tor. Das Zittern begann, endete letztendlich aber in einem Urschrei im leeren Stadion, als Lahoz den Krimi nach 94 Minuten beendete.

(RBlive/hen)