RB Leipzig

Borussia Dortmund akzeptiert Sperrung der Südtribüne

13.02.2017, 13:40
Die Banner aus dem Spiel gegen RB Leipzig brachten Borussia Dortmund eine gesperrte Südtribüne.
Die Banner aus dem Spiel gegen RB Leipzig brachten Borussia Dortmund eine gesperrte Südtribüne. imago/Chai v.d. Laage

Borussia Dortmund hat dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses zugestimmt. Damit wird die Südtribüne für ein Heimspiel komplett gesperrt. Zudem zahlt man 100.000 Euro Strafe. Die Sperrung der Südtribüne wird bereits am Wochenende beim Heimspiel gegen Wolfsburg umgesetzt.

Borussia Dortmund für Banner und einiges mehr bestraft

Die Strafe hatte der Kontrollausschuss unter anderem wegen der Vorkommnisse beim Spiel gegen RB Leipzig beantragt. Hierbei wurden aber nur „„zahlreiche Banner und Spruchbänder mit verunglimpfenden und diffamierenden Inhalten“, das Werfen von Bierbechern und der Einsatz eines Laserpointers bestraft. Zudem wurden der Einsatz von Pyrotechnik beim BVB-Spiel in Mainz und Schmähgesänge in Hoffenheim mit in das Strafmaß hineingenommen. Die Angriffe auf RB-Fans vor dem Stadion fallen dagegen nicht in den Zuständigkeitsbereich des DFB.

Das Strafmaß ist auch deswegen so hoch, weil Borussia Dortmund nur auf Bewährung spielte. Ursprünglich war Dortmund unter anderem wegen massivem Einsatz von Pyrotechnik beim DFB-Pokalfinale 2015 zu einer Teilschließung der Südtribüne verurteilt worden. Diese Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährung wäre am 31.05.2017 abgelaufen.

Dortmund gegen den Eindruck mangelnder Einsicht

Die Entscheidung, die Sperrung der kompletten Südtribüne mit rund 25.000 Fans zuzustimmen, fiel dem BVB nicht leicht. Die Zustimmung „basiert auch auf unserer Überzeugung, dass es in der emotional noch immer aufgeladenen Atmosphäre derzeit weder möglich noch sinnvoll erscheint, eine inhaltliche Debatte über ein im juristischen Sinne ‚angemessenes‘, ‚erforderliches‘, ‚verhältnismäßiges‘ oder ‚weitsichtiges‘ Strafmaß zu führen. Wir sehen außerdem die Gefahr, dass die Ablehnung des Strafantrages oder von Teilen seiner Inhalte durch den BVB als mangelnde Einsicht des Klubs in das krasse Fehlverhalten von Teilen der Fans fehlinterpretiert werden könnte. Dieser Eindruck wäre fatal!“

Man halte allerdings die Kollektivstrafe gegen 25.000 Zuschauer grundsätzlich für „unverhältnismäßig“. Dadurch werden auch viele Menschen getroffen, die keinerlei Schuld an den Vorkommnissen während des Spiels gegen RB Leipzig hätten. Dadurch könnten auch der ungewünschte Effekt eintreten, dass sich die „vielen friedlichen Fußballfans“ nicht gegen die Täter wenden.

Versachlichung der Diskussion gefordert

„Mit dem Akzeptieren der Strafe möchte Borussia Dortmund dazu beitragen, dass die Diskussion versachlicht wird. Wir hielten es allerdings für verfehlt, damit zur Tagesordnung überzugehen.“ Man brauche auch weiterhin eine gesellschaftliche Debatte mit allen Akteuren, um „gemeinsame Maßnahmen zu erarbeiten“.

In Aufarbeitung der Vorkommnisse beim Leipzig-Spiel bereitet Borussia Dortmund „zurzeit auch Maßnahmen und Sanktionen gegen die Täter als Konsequenz aus den Vorfällen vor“. Noch in dieser Woche werde man entsprechende Ergebnisse präsentieren.