RB LeipzigDarum kann RB Leipzig jetzt zweimal die Bayern schlagen

25.10.2017, 16:43
Ralph Hasenhüttl beim Hinspiel gegen den Meister 2017.
Ralph Hasenhüttl beim Hinspiel gegen den Meister 2017. imago/Picture Point LE

Binnen vier Tagen kann RB Leipzig nochmal das ganz große Ausrufezeichen setzen, wenn man Bayern München im Pokalfinale oder in der Bundesliga schlägt, was bisher nicht gelang. Die Vorzeichen stehen dafür besonders gut, wie die Mitteldeutsche Zeitung analysiert.

RB Leipzig mit der ganz breiten Brust

Vor den beiden Bayern-Spielen gibt sich RB Leipzig so selbstbewusst, wie nie zuvor. Hatte man in der vergangenen Saison noch den Status als lernwilliger Underdog, so klingen die Ansagen vor dem Spiel jetzt ganz anders. „Unbedingt gewinnen“ will Ralph Hasenhüttl, „reifer geworden“ findet Willi Orban seine Mannschaft und Marcel Sabitzer will „nicht früher in den Urlaub“ – also im Pokal besonders weit kommen.

Ralph Hasenhüttl hat fußballerisch alle Optionen

Schon länger beherrscht RB Leipzig auch Alternativen zum Konterfußball, aber mittlerweile sitzen die Automatismen auch so sicher, dass die Mannschaft an einem guten Tag in der Lage sein sollte, auch gegen den FC Bayern perfekt zwischen Balleroberung und Ballbesitz zu schalten. Hasenhüttl wird für eine gute Mischung aus beidem sorgen und vertraut sich und seinem Team komplett.

Taktikexperte Daniel Memmert sagt dazu: „Wir werden von der ersten Minute an das aggressive, offensive Spiel sehen, das wir von Leipzig gewohnt sind, dass hoch attackiert wird, im Mittelfeld viel nachgeschoben wird und die Viererkette hoch steht.“ Gegen tief stehende Gegner hatte RB Leipzig zunächst Probleme, ist aber mittlerweile auch durch Neuzugang Kevin Kampl wieder in der Lage, zu schnellen Lösungen zu finden. Gegen den FC Bayern sieht das Spiel ohnehin anders aus, schnelles Umschalten und hohes Pressing gehört dabei zu RB-DNA.

RB Leipzig hat den gruppentaktischen Vorsprung

Individuell ist der FC Bayern erstklassig besetzt. Thomas Müller fällt zwar aus, aber Jupp Heynckes hat immer noch die Qual der Wahl im Starensemble. Schwerer wiegt das Fehlen von Franck Ribery und Manuel Neuer, aber vor allem der Trainerwechsel von Carlo Ancelotti. Einigen Spielern war dessen Training zu wenig, jetzt ist der FC Bayern noch dabei, die Automatismen wieder neu zu entwickeln. RB Leipzig hat hier einen Vorteil, so Daniel Memmert. Ebenso ist beinahe der komplette Kader fit und in Form. Lediglich Stefan Ilsanker und Bruma waren noch angeschlagen, können aber ohne Probleme durch Hasenhüttls Rotation ersetzt werden.

Bundesliga 2017/18 ein Vierkampf?

Natürlich ist man weit entfernt von einem Pflichtsieg gegen die Müchner. Aber beide Spiele versprechen ein Duell auf Augenhöhe, nicht nur tabellarisch. Nach dem Pokaldspiel werden die Trainer ihre Schlüsse ziehen und haben dann gleich nochmal die Möglichkeit, diese in der Bundesliga zu zeigen. Einen Heimsieg hält Memmert für absolut möglich, aber auch in der Liga verspricht er sich einen Drei- oder Vierkampf, wenn man die TSG Hoffenheim mit dazu zählt.