"Multi-Club-Ownership"

Der Deutschlandfunk erörtert die Frage nach dem "Konstrukt" RB Leipzig

Was für eine Art "Konstrukt" ist eigentlich RB Leipzig: Werbefläche oder Teil eines größeren Zusammenhangs? Dieser und anderen Fragen geht ein Radiobeitrag nach.

Von RBlive/hen 04.07.2022, 16:48
Anti-Red-Bull-Plakat in München
Anti-Red-Bull-Plakat in München (imago/jan huebner)

Man hört es allenthalben und vielerorts: RB sei ein "Konstrukt". Verwendet wird der Begriff meist in Ablehnung des von Red Bull besessenen bzw. gesponserten Klubs aus Leipzig. Gemeint ist damit seine vermeintliche (unethische) Verwendung als Werbevehikel für die Produkte des Getränke-Unternehmens.

Kontrolle am Transfermarkt?

Zuletzt hatte Hertha BSCs neuer Präsident, der frühere Kurven-Ultra Kay Bernstein, das Wort "Konstrukt" im Zusammenhang mit RB Leipzig in eine Fürsprache eingebettet, dass man den Bundesligisten kritisieren darf, weil er ja ... Man kennt die Argumente.

Einen neuen Blick auf die Verwendung der Vokabel hat nun der Deutschlandfunk mit einem Beitrag eröffnet. In diesem geht der Autor der Frage nach, wie und welche "Konstrukte" es im Weltfußball mitlerweile gibt, was sie antreibt und wie sie ihre Ideen umsetzen. Diese Ideen sind dabei weniger werbegetrieben, sondern der Plan ist vielmehr, Ressourcen zu symbiotisieren, um mehr Kontrolle auf den Transfermarkt zu bekommen.

Die Rede ist von "Multi-Club-Ownership", einer Idee, die nach Meinung des im Beitrag interviewten Sportökonomen an der Deutschen Sporthochschule Köln, Christoph Breuer, Red Bull besonders effizient umsetzt. Im Kern geht es um den Besitz mehrerer Standorte, die eine vielschichtige Ausbildung von Talenten ermöglicht.

Wieviele MCOs gibt es?

Red Bull unterhält beispielsweise die Klubs Leipzig, Salzburg, eines in New York und ein weiteres (Bragantino) in Brasilien. Der Kreuz-Transfereffekt hält sich jedoch in Grenzen, lediglich zwischen Salzburg und Leipzig hat sich der Besitz mehrere Vereine ausgezahlt. Beinahe an die 30 Spieler wechselten bis dato aus Österreich nach Leipzig.

Andere solcher Konstrukte haben sich im Umfeld der Besitzer von manchester City entwickelt, und auch die sogenannten Traditionsklubs Kaiserslautern und FC Augsburg sind Teil von Konglomeraten, in denen allerdings unklar ist, ob es sich auszahlt, dass ein Besitzer mehrere Klubs besitzt bzw. unterstützt.

Wieviele MCOs es mittlerweile gibt, wie die Uefa auf diese Entwicklung reagiert und was die Klubs selber davon halten, dass sie Teil einer "Konstruktion" sind, erfährt man ebenfalls in dem Beitrag.