Vor dem Bundesligastart

Die fünf W's: Diese Fragen begleiten RB Leipzig durch die Saison

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 06.08.2022, 12:26
Muss auch im zweiten Jahr bei RB Leipzig liefern: Domenico Tedesco.
Muss auch im zweiten Jahr bei RB Leipzig liefern: Domenico Tedesco. (imago/Revierfoto)

Vor dem Saisonstart gibt es viele Fragen. „Wo steht man? Die ersten zwei, drei Spieltage werden einige Fragezeichen löschen”, sagte RB Leipzig Trainer vor dem ersten Spiel der Leipziger an diesem Sonntag beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr). RBlive erörtert fünf Fragestellungen, die die Leipziger durch die ganze Saison begleiten werden.

Welche Herausforderungen muss Trainer Tedesco meistern?
Domenico Tedesco steht vor der verflixten zweiten Saison. An dem 36-Jährigen haftet den Makel, im zweiten Jahr beim FC Schalke vom zweiten Platz auf Rang 14 abgestürzt zu sein. Nun muss er nach guter Arbeit in Moskau auch in der Bundesliga beweisen, dass er nicht nur pragmatischer Problemlöser ist, sondern Mannschaften auch mittelfristig entwickeln kann. „Wir wollen evolutionär einwirken, nicht revolutionär”, sagte er der Süddeutschen Zeitung. In der Vorbereitung feilte Leipzig intensiv an Lösungen im letzten Drittel, doch um eine klare Aussage, wie der Tedesco-Fußball diese Saison aussehen soll, wand sich der Trainer bislang herum. Es wird auf die Klarheit der Spielidee ankommen, wie RB das Ballbesitzspiel betont, ohne die defensive Stabilität wieder zu verlieren, ob Tedesco auch im zweiten Jahr bei RB Erfolg hat.

Tedesco und die Werner-Frage

Welche Reibungspunkte gibt es im Klub?
Trainer und Führungsriege sprechen mitunter nicht die gleiche Sprache. Auf die Frage etwa, ob er noch einen Stürmer gebrauchen könne, antwortete Tedesco: „Nein. Ich bin zufrieden mit dem Kader. Ich glaube nicht, dass es da einen Notfall gibt.” Gleichzeitig arbeiten Klubchef Oliver Mintzlaff & Co. intensiv an einer Rückholaktion von Timo Werner. Im Raum steht ein Kaufpreis von 33 Millionen Euro – keine Fantasiesumme und für RB durchaus realisierbar. Gelänge ein Rückkauf oder eine Leihe, hätte Tedesco zwar eine Sturmoption mehr, doch gleichzeitig brächte Werner die gesamte RB-Offensive durcheinander. Christopher Nkunku und André Silva müssten sich neben Werner, der keine Vorbereitung mit den Kollegen hätte, erst neu sortieren. Und säße Werner mal auf der Bank oder träfe nicht, gäbe es hitzige Debatten darüber – Diskussionen wären also programmiert. Zudem ist unklar, ob Tedesco und der neue Sportdirektor – kolportiert wird bekanntermaßen Max Eberl – zusammenpassen.

Wie beeinflusst die WM in Katar die Saison bei RB?
Bis zur zweimonatigen WM-Pause Mitte November dürfte die Weltmeisterschaft den Leipzigern durchaus einen Schub geben: Jungstars wie Dani Olmo, Christopher Nkunku und David Raum werden versuchen, im Klub über sich hinaus zu wachsen, um für die WM nominiert zu werden. Das Loch könnte im Frühjahr kommen, wenn Leipzigs derzeit zehn WM-Fahrer aus sechs Nationen überspielt sind und nach dem WM-Höhepunkt im grauen Bundesligaalltag gegen Bochum & Co. die Frische fehlt.

Olmo kompensiert fehlende Tore

Wer wird RB-Spieler der Saison?
Dani Olmo! Dass der Spanier in der vergangenen Saison nur sechs Scorerpunkte sammelte, ist ihm wohl selbst unerklärlich und nur mit seinen diversen Verletzungen zu begründen. In diese Saison startet er ausgeruht und mit viel mehr Zielstrebigkeit zum Tor. Das bewies er als bester Leipziger im Supercup gegen den FC Bayern. Olmo wird in dieser Spielzeit die Tore kompensieren, die Christopher Nkunku weniger erzielt. Denn dass der Franzose noch einmal eine solche Fabelsaison hinlegt wie 2021/22 mit 52 Scorerpunkten, darf man nicht erwarten.

Wo landet Leipzig am Ende?
Wirtschaftlich hat RB Leipzig den BVB hinsichtlich des Umsatzes überholt, und auch sportlich muss es der realistische Anspruch der Leipziger sein, auf Rang zwei in der Liga zu landen. Doch das wird angesichts der neu hinzu gewonnenen Stabilität bei der Borussia schwer. RBlive-Tipp: RB schafft es in der Bundesliga auf Rang drei und in der Champions League bis mindestens ins Achtelfinale. Für höhere Weihen ist die Konkurrenz zu stark für die Leipziger.

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