Dritter Sieg in Serie Das Gerüst steht endlich
RB Leipzig kann auch in der Bundesliga auswärts gewinnen. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art und Weise des Siegs auf Schalke machte Hoffnung.

Leipzig/Gelsenkirchen – Was Auswärtssiege bedeuten, spiegelt sich am deutlichsten in der Tabelle wider. Mit dem 2:0 (1:0) auf Schalke – RB Leipzigs ersten Auswärtspunkten in dieser Saison überhaupt – kletterten die Leipziger auf Rang vier. „Ich möchte den Mund jetzt nicht zu voll nehmen, aber unsere Ansprüche sind auf jeden Fall, da oben in den Champions-League-Rängen zu stehen“, sagte Kapitän David Raum nach dem befreienden Sieg. „Wenns nach mir geht, sind wir da genau richtig und können dort oben bleiben.” Plötzlich sind die Leipziger, die sich noch vor zwei Wochen in München so desolat präsentiert hatten, nur noch drei Zähler von den punktgleichen Spitzenreitern FC Bayern und Borussia Dortmund entfernt.
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Nicht nur das Ergebnis stimmte auf Schalke, sondern endlich auch die Art und Weise des Auftretens. „Es hat lange gedauert, aber das war heute mit und gegen den Ball unser bestes Auswärtsspiel”, atmete Trainer Martin Demichelis auf. Der Argentinier räumte ein, die Systemumstellung der Schalker auf ein 4-3-3 nicht erwartet zu haben. Daher habe sein Team „ein bisschen Zeit“ gebraucht, „um das Spiel zu organisieren und in die freien Räume zu kommen und dominant im Ballbesitz zu sein.“
RB plötzlich reif und dominant
Doch dass im Laufe der ersten Hälfte gelang, auch weil ein schmeichelhafter Elfmeter den Weg ebnete, ist eine Weiterentwicklung der Widerstandsfähigkeit und Stabilität der Mannschaft auswärts. Antonio Nusa nahm sich nach längeren Diskussionen Ball und Verantwortung, atmetet tief durch und verwandelte seinen ersten Elfmeter als Profi (37.). Da er auch noch Romulos 2:0 vorbereitete (78.) hat der Norweger nun bereits zehn Scorerpunkte gesammelt und ist zweitbester Scorer der Bundesliga.
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Wichtiger aber war noch, wie gut geordnet, strukturiert, ja beinahe reif RB das Auswärtsspiel in der zweiten Hälfte vortrug. Am achten Spieltag steht das Gerüst endlich so stabil, wie man es bereits zum Saisonstart erwartet hätte. „Es fühlt sich gut an, wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Wir haben hart gearbeitet, mit Intensität gespielt und uns am Ende dafür belohnt”, sagte der 2:0-Torschütze Romulo. In nahezu allen Statistiken waren die Leipziger deutlich überlegen:
- xGoals: 3,66 : 0,49
- Torschüsse: 18:6
- Ballbesitz: 60:40 Prozent
- Dribblings: 29:5
- Zweikämpfe: 58:42 Prozent
- Balleroberungen: 46:40
- Laufleistung: 114 : 118km
RB kontrollierte das Zentrum
Das hatte freilich auch mit der Harmlosigkeit der im eigenen Stadion weiter torlosen Schalker zu tun, die gerade mehr mit sich selbst als mit ihren Gegnern zu tun haben. Ein dankbarer Gegner für Leipzig zum aktuellen Zeitpunkt. Und doch war eine immense Verbesserung zu den Spielen zuvor zu sehen, als RB etwa auch in den ersten Hälften gegen Elversberg und Rot-Weiss Essen indiskutable Leistungen gezeigt hatte. Neil El Aynaoui und Ezechiel Banzuzi kontrollierten das Zentrum und setzten Nusa, Romulo & Co. ein. Auch Banzuzi selbst schaltete sich immer wieder gefährlich mit nach vorn ein und hätte selbst treffen müssen (83.). Endlich einmal lief RB auswärts keinem Rückstand hinterher und kreierte tatsächlich Heimspiel-Atmosphäre in der Arena auf Schalke.
Gegen Martin Demichelis' Ex-Klub Manchester City (Mi., 21 Uhr) wartet freilich eine andere Art Prüfung auf RB, als sie dem Team auf Schalke gestellt wurde. Doch das Gerüst des Teams scheint auch Dank des dritten Siegs in Serie inzwischen gefestigter als noch vor zwei Wochen.