Negativrekord in England: Rose kämpft mit altem RB-Problem
Marco Rose erlebt mit Bournemouth einen schwierigen Premier-League-Start. Besonders bitter: Der Ex-RB-Trainer kämpft dabei mit einem Problem, das schon seine letzte Saison in Leipzig prägte. Zum nächsten Duell kommt sein Vorgänger bei den "Cherries".
Bournemouth/Leipzig/hen – Marco Roses Start in der Premier League folgt einem alten Muster. Vier Spiele hat der frühere Trainer von RB Leipzig (2022 bis 2025), Dortmund, Salzburg und Borussia Mönchengladbach mit dem AFC Bournemouth absolviert, viermal lag sein Personal in Führung. Gewonnen hat es keines davon.
Zehn zu zwei Torschüsse
Schon nach dem dritten Spieltag stand ein Negativrekord. Bournemouth war nach dem 2:2 bei Newcastle United das erste Team in der Geschichte der Premier League, das in den ersten drei Saisonspielen jeweils das erste Tor erzielte und trotzdem nicht als Sieger vom Platz tänzelte. Sieben Punkte hatten die „Cherries“ zu diesem Zeitpunkt bereits aus Führungspositionen verspielt.
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Am Samstag setzte sich diese Serie nun fort. Gegen Brentford gerieten Rose, der am Tag zuvor 50 geworden ist, und Bournemouth zwar zunächst in Rückstand, drehten die Partie aber zum 2:1. Wieder reichte es nicht. Der deutsche Nationalmannschaftskandidat Kevin Schade glich zum 2:2 aus. Roses Mannschaft wartet damit weiter auf den ersten Ligasieg und hat aus Führungspositionen bereits neun Punkte liegengelassen. Dabei war Bournemouth gegen Brentford mit zehn Schüssen aufs Tor gegenüber zwei klar überlegen.
Roses Ingame-Coaching wird diskutiert
Für Rose, der im Sommer bei den "Kirschen" anheuerte, ist das Problem nicht neu. Vor allem in seiner letzten Saison bei RB Leipzig gab sein Team auffällig häufig Spiele aus der Hand. Nach 25 Spieltagen der Bundesliga-Saison 2024/25 hatte RB 14 Punkte nach Führungen verspielt. Nur der VfB Stuttgart und der VfL Wolfsburg waren mit jeweils 15 verlorenen Punkten noch schlechter.
Die Bilanz setzte sich aus nur fünf Partien zusammen. Beim 1:2 in Dortmund ging RB durch Benjamin Šeško in Führung. In Hoffenheim lag Rasenballsport sogar dreimal vorn und verlor noch 3:4. Beim VfB Stuttgart wurde aus einem 1:0 ein 1:2. Besonders spektakulär war das 3:3 beim späteren Absteiger Bochum, nachdem Roses Mannschaft zur Pause bereits 3:0 geführt hatte. Und gegen Mainz reichte Anfang März selbst Xavi Simons' Führungstreffer nach wenigen Sekunden nicht: RB verlor 1:2.
Fans starten Debatte über Roses Ingame-Coaching
Das Problem begleitete Rose allerdings nicht durch seine gesamte zweieinhalbjährige Leipziger Amtszeit. 2022/23 verlor RB nur eine Bundesliga-Partie nach eigener Führung, 2023/24 ebenfalls nur eine. Erst in seiner letzten Saison wurde die fehlende Spielkontrolle nach Führungen zu einem wiederkehrenden Thema.
Im Fanlager hat das vermeintliche Muster inzwischen auch eine erste Debatte über Roses Ingame-Coaching angeschoben. Immerhin, unter Rose. Vorgänger Andoni Idraola war der südenglische Klub vergangene Saison Sechster geworden und spielt in der Europa League. Nach dem Newcastle-Spiel wurde in Fanforen unter anderem kritisiert, dass Rose Probleme beim Ingame-Coaching habe. Der German reagiere zu spät, wenn das Momentum dreht, heißt es. Und seine Wechsel seien schwer nachvollziehbar.
Noch keine Trainerdiskussion
Auch nach dem Brentford-Spiel blieb das Thema präsent, allerdings keineswegs einhellig. In einem großen Bournemouth-Forum wurde zwar erneut angemerkt, Roses Wechsel kämen teilweise etwas spät. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass seine Einwechselspieler dieses Mal Wirkung zeigten und ihm wegen der begrenzten offensiven Optionen auf der Bank nur eingeschränkt Vorwürfe zu machen seien. Von einer Trainerdiskussion ist Rose also noch weit entfernt, aber die Unruhe nimmt zu. Der nächste Gegner ist übrigens der FC Liverpool. Der Trainer dort? Idraola, sein Vorgänger beim AFC Bournemouth.