Jäkel erklärt seinen Wechsel nach Bielefeld

„Einsatzchancen bei RB wären sehr gering gewesen”

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 21.06.2022, 07:18
„Ich habe in Ostende gemerkt: Spielzeit steht über allem”: Frederik Jäkel.
„Ich habe in Ostende gemerkt: Spielzeit steht über allem”: Frederik Jäkel. (imago/ProShots)

Frederik Jäkel hat sich in den vergangenen beiden Jahren bei KV Ostende in der belgischen Liga durchgesetzt. Nun will es der 1,93 Meter lange und pfeilschnelle Innenverteidiger auch in Deutschland schaffen. Im Interview mit der MZ/RBlive erklärt der gebürtige Torgauer, der noch bis 2024 Vertrag bei RB Leipzig hat, den Transfer nach Bielefeld.

Frederik, Sie haben sich nach zwei erfolgreichen Jahre Leihe in Ostende für den Erstliga-Absteiger Arminia Bielefeld als nächste Station entschieden. Warum?
Frederik Jäkel: Ich bin seit 2019 mit Bielefeld und vor allem dem Sportchef Samir Arabi in Kontakt. Den haben wir immer aufrecht erhalten. Bielefeld hat sich auch jetzt wieder sehr um mich bemüht, wir haben sehr gute Gespräche geführt – auch mit dem neuen Trainer Uli Forte. Ich habe mich von der ersten Sekunde an wohlgefühlt, das Klima ist sehr familiär. Ich habe gespürt, dass sie mich wirklich haben wollen.

Wie liefen die Gespräche mit RB? Hätten Sie gern die Chance bekommen, als Challenger im Kader dabei zu sein?
Da ich Vertrag bei RB Leipzig habe, haben wir natürlich zunächst gemeinsam eruiert, ob es für beide Seiten Sinn macht, dass ich in Leipzig einen Kaderplatz bekomme.

Jäkel: „Offen, wie es nach der Leihe zu Bielefeld weitergeht”

Und?
Es wurde mir signalisiert, dass die Einsatzchancen sehr gering gewesen wären, weil der aktuelle Kader weitgehend zusammenbleibt. Für einen jungen Spieler wie mich hätte es dann sportlich wenig Sinn gemacht, zurückzukehren. Ich habe mich in den vergangenen zwei Jahren auf ein gutes Level gespielt, das möchte ich nicht verlieren. Dafür muss ich Woche für Woche weiter regelmäßig spielen, um mich in allen Bereichen weiter zu verbessern. Ich habe in Ostende gemerkt: Spielzeit steht über allem.

Sie sind zunächst ein Jahr nach Bielefeld ausgeliehen; es soll eine Kaufoption geben. Besteht die Möglichkeit, dass Sie nach Leipzig zurückkehren?
Es ist derzeit offen, wie es nach dem Jahr weitergeht.

Viele hatten vermutet, dass Sie in die 1. Liga wechseln. Es waren angeblich viele Klubs wie etwa Union Berlin, der SC Freiburg oder die TSG Hoffenheim interessiert. Weshalb hat das nicht geklappt?
Richtig, es gab Interesse aus der Bundesliga. Aber der Plan, den Bielefeld mit mir hat, war so spannend für mich, dass ich mich für die Arminia entschieden habe und gegen die Erstligisten, wo ich vielleicht Innenverteidiger Nummer fünf gewesen wäre. Ich will mit Bielefeld viel erreichen, habe richtig Bock auf die Aufgabe.

„Es wird geil, vor so vielen Fans zu spielen”

Wenn der Plan aufgeht, spielen Sie mit Bielefeld im kommenden Jahr 1. Liga?
Das wäre optimal, wenn es so gut liefe. Aber jetzt will ich erstmal ankommen und Schritt für Schritt machen. Ich habe jetzt die Trainings- und Spielerlaubnis aus Ostende bekommen und konnte am Samstag zum ersten Mal mittrainieren. Ich bin von der Mannschaft und dem gesamten Staff gut aufgenommen worden.

In Belgien liefen Ihre Leistungen etwas unter dem Radar? Wollen Sie allen beweisen, wie gut Sie sind und sich entwickelt haben?
Auf jeden Fall. Ich will auch in Deutschland zeigen, was ich drauf habe, habe richtig Bock, mich hier zu zeigen. Für viele Anhänger und auch andere Klubs steht die 2. Liga stark im Fokus. Es wird geil, vor so vielen Fans zu spielen.

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