RB Leipzig

„Für den Trainer wird es eng”: Didi Hamann legt mit Kritik an Jesse Marsch und RB Leipzig nach

Von Ullrich Kroemer 21.11.2021, 11:34
„Das war eine Lehrstunde, die die Leipziger bekommen haben”, sagt Sky-Experte Didi Hamann.
„Das war eine Lehrstunde, die die Leipziger bekommen haben”, sagt Sky-Experte Didi Hamann. imago images/Sven Simon

Ex-Nationalspieler Didi Hamann hatte bereits vor drei Wochen deutlich gegen RB Leipzig und den Kurs von Trainer Jesse Marsch ausgeteilt. Nach dem 0:2 gegen Hoffenheim fand der Sky-Experte erneut klare Worte für die Situation der Leipziger in dieser Saison. „Das war eine Lehrstunde, die die Leipziger bekommen haben. Sie sind meilenweit von dem entfernt, wo sie sich in den letzten Jahren hin entwickelt haben”, sagte der Champions-League-Sieger von 2005.

Hamann sieht Trainer Jesse Marsch als Hauptursache für den Leistungsabschwung. „Das grenzt an Ratlosigkeit, dass er nicht mehr weiter weiß. Sie haben dieses Jahr nicht einen, sondern zwei Schritte zurück gemacht. Ich glaube für den Trainer wird es in den nächsten Wochen eng“, so der48-Jährige.

Hamann über Marschs Plan mit Silva: „Wenn du so einen Spieler holst, musst du einen Platz für ihn finden”

Auch für die schlechte Leistung von André Silva kritisierte Hamann das Trainerteam der Leipziger. „Wenn du so einen Spieler holst, musst du einen Platz für ihn finden und ihn richtig einsetzen. Sie hatten auch ohne Poulsen hohe Ballgewinne und Szenen, aber du musst mit dem Ball auch was machen.”

Nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt hatte er analysiert: „Ich habe große Bedenken, ob die Mannschaft das, was der Trainer will, machen will“, sagte Hamann bei „Sky 90“. „Forsberg, Nkunku, Olmo - das sind filigrane Spieler. Die wollen nicht 90 Minuten dem Ball hinterherrennen“, so Hamann. „Ich glaube, dass es unheimlich schwer wird, wenn er mit dieser Philosophie weiter macht."

Marsch muss jetzt mit RB Leipzig vier Siege aus fünf Spielen holen

RB Leipzig hat sich nach RBlive-Informationen intern zum Ziel gesetzt, mindestens 30 Punkte bis zur Winterpause zu erzielen. Das heißt, dass die Leipziger in den kommenden fünf Spielen gegen Bayer Leverkusen (H), Union Berlin (A), Borussia Mönchengladbach (H), den FC Augsburg (A) und Arminia Bielefeld (H) mindestens zwölf Punkte holen müssen, also maximal noch eines verlieren dürfen. Nach zwölf Spieltagen hat RB nun bereits vier Niederlagen auf dem Konto, in der vergangenen Saison war das erst nach dem 27. Spieltag der Fall. Vor allem die Auswärtsbilanz ist bedenklich. Erst drei Zähler holte die Marsch-Elf in sechs Spielen in der Fremde. Der letzte Auswärtssieg in der Liga datiert vom April.

Bis zur Winterpause geben die RB-Verantwortlichen Marsch wohl Zeit. Sollte die 30-Punkte-Marke deutlich unterschritten sein, ist seine Zukunft bei RBL nicht mehr sicher. (RBlive/ukr)