Bundesliga-Premiere Von diesem Manga-Helden stammt Romulos Torjubel
Beim Leipziger Sieg gegen den VfB Stuttgart erzielt RB-Stürmer Romulo nach einem Patzer von VfB-Keeper Nübel das 3:1. Beim Torjubel setzt er sich im Schneidersitz auf den Rasen. Später erklärt er, von welchem Manga-Helden er die Geste hat.

Leipzig – Als die Traube jubelnder Mitspieler von ihm abgefallen war, setzt sich Romulo auf den Rasen. Schwäche, Verletzung? Nein, Kindheitserinnerungen und Verehrung. Der RB-Stürmer ließ sich im Schneidersitz nieder, senkte den Kopf und formte mit seinen Händen ein Mudra: zwei mit Zeigefinger und Daumen geformte Kreise.
Romulo im Naruto-Modus
Ein Mudra ist ein Handzeichen aus dem Gesten-Universum des Manga-Helden Naruto. Es ist eine Meditationshaltung des Kriegers, wenn er vor einem Kampf seine Chakren in Balance und Bereitschaft versetzt, womit der Stürmer von RB Leipzig ein wenig von seinem Comic-Vorbild abwich. Es war seine letzte Aktion im Duell mit dem VfB Stuttgart, wenig später pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie ab.
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Endstand: 3:1 für das Red-Bull-Team, das damit Tabellenführer FC Bayern weiter mit fünf Punkten Abstand auf den Fersen bleibt. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß bezeichnete das Spiel Dritter gegen Vierter später als „hochklassig“.
Manga-Held will Hokage werden
30 Torschüsse feuerten beide Mannschaften aufeinander ab, 16 davon die Rasenballsportler, vier davon RB-Stürmer Romulo. Mit dem letzten Versuch klaute er VfB-Keeper Alexander Nübel den Ball bei einem missglückten Täuschungsmanöver und schob ihn ins leere Tor. Seinen Schneidersitzjubel, erklärte der Torschütze später, habe er von „Naruto“.
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Es war das erste Mal, dass ihn der 24 Jahre junge Brasilianer angewandt hat. Naruto ist die Hauptfigur der gleichnamigen Manga- und Anime-Reihe von Masashi Kishimoto. Der Held lebt als Waisenkind im Dorf Konoha. In ihm ist ein Dämonfuchs versiegelt. Sein Ziel ist es, Anerkennung zu finden und Hokage zu werden, Anführer des Dorfes. Dafür muss er unter anderem seinen Erzfeind Sasuke bekämpfen.
Leipzig-Kapitän schwärmt vom Team
Dieser Jubel markiert eine neue Stufe im Selbstbewusstsein des Stürmers, der sinnbildlich steht für den Reifeprozess des Red-Bull-Teams. Nationalspieler David Raum schwärmte später, er sei sehr „stolz, Captain dieser Mannschaft zu sein“. Weil sie sich von „Spiel zu Spiel steigere“, „jeder füreinander“ da sei. „Wenn wir so drauf sind, sind wir schwer zu schlagen. Das war heute sehr erwachsen von uns.“
Mit der Rolle des Bayern-Jägers muss dem RB-Personal freilich niemand kommen. „Wir sind froh, dass wir ein Team aus den Top 4 geschlagen haben“, sagte Romulo, Raum grenzte die Bayern aber aus: „Sie sind die Creme de la Creme“, sagte der 26-Jährige und skizzierte bescheidene Ziele: „Wir wollen zu alter Stärke finden.“
Werner widerspricht VfB-Coach
Viel fehlt nicht mehr. Das Red-Bull-Personal spielt unter Ole Werner beinahe wie aus einem Guss. Hinten steht es dicht zusammen und verteidigt im Verbund mit großer Leidenschaft. Im Angriffsmodus verursacht es mit unzähligen Varianten und schnellem Passspiel Schwindel beim Gegner. Den ersten Treffer spitzelte bezeichnenderweise der Ex-RB-Juniorenspieler Jeff Chabot nach einem Dribblingspass von Yan Diomande ins eigene Tor (45.). Das 2:0 erledigte der 18 Jahre junge Ivorer mit einem Schuss von der Strafraumkante selber (53.). Tiago Tomas verkürzte zwischenzeitlich, Romulo besiegte die Schwaben schließlich auf Naruto-Art (90.+1).
Die Güte des siebten Leipziger Sieges im neunten Ligaspiel konnte man aus dem Urteil von Ex-RB-Nachwuchscoach Hoeneß ablesen, der meinte, sein Team hätte vor dem 0:1 ein nahezu perfektes Spiel gemacht. Werner stimmte ihm zu. Aber, „unterm Strich würde ich sagen, dass es ein verdienter Sieg war“, so der Coach, der mit 22 Punkten aus neun Spielen den RB-Startrekord aus der Saison 2016/2017 übertroffen hat. „Weil unsere Chancen vielleicht ein bisschen klarer waren und wir sie effektiver genutzt haben.“
Blick zum nächsten Gegner
Vor der Partie hatte der RB-Coach den VfB als den „stärksten Gegner nach den Bayern“ geadelt. Nach dem recht deutlichen Sieg, den Hoeneß ein wenig herunterzuspielen versuchte, schaltete Werner wie Romulo in den Mudra-Modus. Er wandte sich nach nur wenigen Sätzen von der Partie und seinem Kollegen aus Stuttgart ab und lenkte den inneren Blick zum nächsten Kontrahenten: die TSG 1899 Hoffenheim. Die, sagte Werner, beeindrucke ihn bislang sehr. „Darauf bereiten wir uns jetzt vor.“