RB Leipzig

Glanzleistung gegen Atlético: Olmo und Adams schießen RB Leipzig ins Halbfinale

Von Martin Henkel, Ullrich Kroemer 13.08.2020, 23:06
„Goooooaaaaaalllll”: Torschütze Dani Olmo und Yussuf Poulsen.
„Goooooaaaaaalllll”: Torschütze Dani Olmo und Yussuf Poulsen. imago/Poolfoto

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer, Lissabon

Schlusspfiff im Estadio Jose Alvalade eine Minute vor 23 Uhr Ortszeit in Lissabon am 13. August 2020, den bei RB Leipzig so schnell niemand vergessen wird. Er besiegelte das Wunder von Lissabon für den Bundesligisten aus Sachsen, der kollektiv auf den Rasen sank, sich in die Arme fiel und Trinkflaschen wegkickte, als Schiedsrichter Szymon Marciniak das Viertelfinale in der Champions League zwischen RB und Atletico Madrid beendete. Endstand für den Newcomer im Halbfinale der Königsklasse: 2:1 (0:0).

Jetzt wartet Paris St. Germain im Halbfinale. Dani Olmo in der 50. Minute mit dem 1:0 und Tyler Adams mit dem 2:1 in der 88. Minute sorgten für die faustdicke Überraschung bei diesem Corona-Turnier der Champions-League, für die zu Beginn der Partie auf seiten des deutschen Teilnehmers bereits Coach Julian Nagelsmann gesorgt hatte, als er den zuvor zum „besten Emil, seit ich hier bin“ geadelten Schweden Forsberg auf die Bank setzte und stattdessen Dani Olmo, Christopher Nkunku und Kapitän Yussuf Poulsen den Job anvertraute, Timo Werner zu ersetzen, der zum FC Chelsea abgewandert ist. Ein Höllenjob in Anbetracht von 43 Scorerpunkten in der vergangenen Saison.

Ballsichere Underdogs aus Sachsen

RB versuchte es deshalb mit Ballbesitz und flachem Kurzpassspiel durch die Gassen der Spanier. Nichts also, was Werner unbedingt gefallen hätte. So entstand die erste Chance des Spiels. Flanke Nkunku nach vier Minuten, der Ball fiel Marcel Halstenberg vor die Füße. Sein Schuss aus wenigen Metern rauschte knapp über die Querlatte.

Atletico schien überrascht von der Ballsicherheit der Underdogs aus Sachsen. Auch von deren variablem Positionsspiel und Gegenpressing. Dennoch, nach zehn Minuten die erste Möglichkeit für Atletico: Stefan Savic köpfte Richtung Torbalken, Schlussmann Peter Gulacsi streckte sich. Kurz darauf wuchtete Yannick Carrasco einen Schuss aus spitzem Winkel aufs kurze Toreck, Gulacsi hob die Fäuste zur Abwehr. Die anschließende Ecke flog auf den Kopf von Jose Maria Gimenez und von dort an den Rücken der Leipziger Abwehr (13.).

Die Dominanzverhältnisse wankten, pegelten sich aber nach 20 Minuten ein: RB übernahm die Ballbesitzhoheit, Atletico die bei Kontern und Fouls. Heraus kam ein munteres Viertelfinale, in dem der Bundesligist peu a peu das Kommando übernahm und die Madrilenen am Schlafittchen zu packen bekam. Nur der Ertrag fehlte. In der zweiten Minute der Nachspielzeit segelte eine Nkunku-Ecke auf Dayot Upamecano zu, der den Ball aber Atletico-Keeper Jan Oblak in die Arme köpfte.

Joker Adams entscheidet das Spiel

Die Rasenballer holten ihn sich nach der Pause. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff spielte Konrad Laimer aus dem Zentrum Marcel Sabitzer rechts im Strafraum frei. Der Österreicher chipte auf Olmos Kopf. Von dessen Stirn flog der Ball als Bogenlampe ins lange Eck. Die Führung!

Folglich tauschten beide Teams die Rollen. Atletico-Trainer Diego Simeone brachte 126-Millionen-Einkauf Joao Felix, einen Feinfuß, der bis vergangenen Sommer noch im Nachbarstadion von Benfica Lissabon zu Hause war. Ein Glücksgriff des Argentiniers. Der schmächtige Portugiese doppelpasste sich in der 69. Minute in den Leipziger Strafraum, wo ihn eine Grätsche von Lukas Klostermann von den Beinen holte. Der Gefoulte trat selber zum Strafstoß an – Ausgleich.

Die Visiere gingen jetzt hoch. Hin und her wogte die Partie. Das nächste Tor würde das Spiel entscheiden. Es fiel für RB. Angelino passte bei einem Konter auf die andere Seite zu Tyler Adams hinüber, den die Atletico-Abwehr völlig aus den Augen verloren hatte. Der US-Amerikaner, zuvor für Laimer ins Spiel gekommen, hatte freie Schussbahn und visierte das lange Eck an. Sein Schuss sprang Savic an die Hacke – und von dort zum Leipziger Wunder von Lisasabon über Oblak ins Netz. Die Entscheidung.

Das Spiel zum Nachlesen und die Statistiken im Liveticker.

(RBlive/mhe/ukr)