96 prüft Vereinsausschluss

Klub-Boss Kind: Gerd Schröder darf trotz Putin-Connection weiter ins Stadion

Von RBlive/dpa/fri Aktualisiert: 02.03.2022, 15:50
Ist Fan von Zweitligist Hannover 96: Gerhard Schröder beim Spiel gegen Darmstadt am Mitte Februar.
Ist Fan von Zweitligist Hannover 96: Gerhard Schröder beim Spiel gegen Darmstadt am Mitte Februar. IMAGO / localpic

Nach den Diskussionen um Altkanzler Gerhard Schröder und dessen enges Verhältnis zu Russland will Fußball-Zweitligist Hannover 96 seinem bekannten Fan nicht den Zutritt zu Spielen verbieten. „Er hat mit einigen Freunden eine Loge, diese darf er natürlich weiter nutzen, weil er seine Plätze innerhalb dieses Teams bezahlt. Gerhard Schröder ist für uns gerade kein Thema“, sagte 96-Chef Martin Kind bei „sport1.de“.

Schröder wegen enger Verbindung zu Wladimir Putin in der Kritik

Vor dem Viertelfinalspiel zwischen Hannover 96 und RB Leipzig am Mittwochabend (18.30 Uhr/Sky und Sport1) erklärte Kind, dass Schröder bei 96 kein Mitglied sei und als gewöhnlicher Kunde seine Karten kauft. „Wir sind ein Rechtsstaat mit einer Demokratie und haben die Rechtsnormen natürlich zu beachten. Herr Schröder darf weiter Spiele besuchen, wir verbieten ihm nicht den Zutritt.“ Ob der 77-Jährige bei der Partie gegen RBL live dabei sein wird, ist gegenwärtig unklar. Vergangenen Monat besuchte der frühere SPD-Politiker unter anderem das Heimspiel gegen Darmstadt.

UPDATE: Später teilte vollzog der Klub eine Kehrtwende. Ein Vereinsausschluss werde geprüft, hieß es in einer Stellungnahme, über die auch die Bild berichtete. "Grund sind die nach Ansicht des Vorstands offensichtlich mit den Werten des Vereins widersprechenden Werte von Herrn Schröder in Verbindung mit seinen öffentlichen Äußerungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, seine aktuelle Tätigkeit beim russischen Konzern Rosneft sowie die angestrebte Tätigkeit beim ebenfalls russischen Konzern Gazprom".

Hannover-Fan Schröder steht wegen seiner engen Verbindung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Kritik, auch weil er nicht auf seinen Posten als Aufsichtsratschef bei Rosneft verzichten möchte. Der DFB hatte Schröder als Ehrenmitglied des Verbands aufgefordert, auf die „Funktionen in russischen Staatskonzernen“ zu verzichten. „Oder im Fall, dass er dazu nicht bereit ist, seine Ehrenmitgliedschaft im DFB“ aufzugeben. Borussia Dortmund hat ihm die Ehrenmitgliedschaft am Mittwoch aufgrund seines anhaltenden Schweigens entzogen.