Zäher Premieren-test „Heute nicht zufrieden”: Was Demichelis zum Auftakt kritisiert
Martin Demichelis mochte den Test gegen Altglienicke nicht überbewerten, doch zufrieden war er keineswegs. So hat der neue RB-Trainer seine Premiere erlebt und die Leistung seiner Mannschaft bewertet.

Markranstädt/ukr – Martin Demichelis hat erst fünf Tage mit RB Leipzig trainiert, also wollte der Argentinier den mühsamen 2:1 (1:1)-Sieg bei seiner Premiere als RB-Trainer gegen Altglienicke keinesfalls überbewerten. „Das Ergebnis war heute uninteressant, für mich war wichtig, dass jeder Spieler seine Minuten bekommen hat und ich die Spieler besser kennenlernen kann”, sagte er nach Abpfiff auf dem Rasen des Stadions am Bad. „Ich habe heute jeden Spieler das erste Mal live gesehen, einen guten Eindruck bekommen.”
„Von hinten nach vorn solide”
Und doch kann er vor allem mit der zahnlosen ersten Hälfte nicht einverstanden sein, weil da wenig von den Attributen zu sehen war, für die Demichelis als Trainer stehen will. „Ich war heute nicht zufrieden, da war heute noch nicht so viel drin”, kritisierte er. „Nach der dritten, vierten Woche wollen wir kompakter, von hinten nach vorn eine solide Mannschaft sein. Danach kümmern wir uns um die Details.”
Demichelis verfolgte das Spiel in der zweiten Hälfte häufig an der Seitenlinie, meist mit einem Ball unter dem Arm geklemmt. Er schrie keine lauten Kommandos, sondern gestikulierte mehr. „Heute war es locker und entspannt, ab und zu musste ich was sagen, aber ich wollte heute die Spieler eher mal allein spielen lassen”, erklärte er. Im ersten Test ging es dem 45-Jährigen darum, wie sich die Mannschaft selbst zu helfen weiß.
„Schwer zu erkennen, welche Mannschaft wir sein wollen”
Demnächst soll dann schon mehr vom feurigen Demichelis-Fußball zu sehen sein. „Ich spreche frontal mit den Spielern, welche Idee ich von Fußball habe. Heute war es noch schwer, Dinge zu erkennen, welche Mannschaft wir sein wollen”, räumte er ein. „Wir haben noch fünf Wochen, um zu arbeiten”, sagte er und versprach: „Wir werden eine sehr aggressive Mannschaft sein. Am Ende müssen wir ein unbequemer Gegner sein. Jeder Gegner muss sagen: Oh, jetzt kommen die Leipziger – was für ein schwieriger Gegner!”
Torschütze Brajan Gruda erlebte den Mentalitätstrainer zu seiner Premiere ruhig. „Die Taktik war schon in der Woche klar, was wir machen wollen. Ich habe ihn nicht temperamentvoll erlebt, er hat nicht viel gesprochen.” Die Profis seien mit „positiver Energie in die Vorbereitung gestartet”, so Gruda. „Wir haben alle Bock. Sein Markenzeichen ist, dass wir Spaß auf dem Feld zeigen sollen. Dann werden wir Spiele gewinnen und unsere Qualität, offensiven Fußball zu zeigen, zum Vorschein bringen. Das versucht er uns zu zeigen. Wenn wir das so spielen, werden wir viele Siege diese Saison holen.”