RB Leipzig

"Hotspot im bayrischen Wald": DFB-Chef verteidigt RB Leipzig

Von (dpa/sid) 05.09.2020, 10:03
Fritz Keller will, dass die Zuschauer bei RB Leipzig zurückkehren können.
Fritz Keller will, dass die Zuschauer bei RB Leipzig zurückkehren können. imago/Pressefoto Baumann

Die Streitfrage um die Öffnung der Bundesliga für Zuschauer geht weiter. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Fußball bei der Frage der Wiederzulassung von Zuschauern zu einem gemeinsamen Vorgehen aufgefordert. Der Grünen-Politiker erinnerte am Freitag bei einem Termin mit DFB-Präsident Fritz Keller daran, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien Vorschläge erarbeiten soll. "Wenn jetzt jeder voran prescht, was Einzelne schon machen, ist das gefährdet", sagte Kretschmann.

Es komme auch darauf an, dass die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund Vorschläge machten, die ein einheitliches Vorgehen ermöglichen. "Alles andere würde ja zu enormen Verzerrungen führen. Wenn der eine es zulässt und der andere nicht, das geht ja wohl schlecht", betonte Kretschmann. Er stellte eine Lösung weit vor dem angepeilten Stichtag 31. Oktober in Aussicht.

"Kein Shutdown in Leipzig bei Hotspot im bayrischen Wald"

DFB-Chef Keller verwies dagegen auf regionale Unterschiede bei den Corona-Infektionszahlen und Hygienekonzepte von DFL und DFB. "Wenn irgendwo im bayerischen Wald oder sonst wo ein Hotspot ist, muss ich in Leipzig keinen Shutdown machen", sagte Keller. RB Leipzig will zum Bundesliga-Start vor bis zu 8500 Zuschauern spielen. "Wir müssen jetzt mal anfangen", verlangte Keller und fragte: "Wo ist der Unterschied zu einer voll besetzten Straßenbahn?" Die Gesundheit der Menschen stehe aber über allem.

Söder warnt vor Öffnung

Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Fußball erneut vor einer schnellen Wiederzulassung von Zuschauern gewarnt. Ziel sei es, nach dem Oktober eine Perspektive für Spiele mit Zuschauern zu haben, sagte der CSU-Chef am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Söder machte sich erneut für eine einheitliche Lösung für die Rückkehr von Fans in die Sportarenen stark. 

FCA-Chef sieht Nachteil für Augsburg

Diese forderte auch Michael Ströll, Geschäftsführer beim FC Augsburg. "Eine deutschlandweite Lösung wäre definitiv besser und auch unser Wunsch, weil es die fairste Lösung wäre", sagte Ströll im Interview mit der Augsburger Allgemeinen (Samstagsausgabe). "Wettbewerbsverzerrung ist ein großes Wort. Fakt ist aber, dass es für den FC Augsburg ein klarer Nachteil ist."