Klostermann statt Koné? Warum zwei Profis im Champions-League-Aufgebot fehlen
RB Leipzig geht ohne Abdoul Koné und Leopold Zingerle in die Champions-League-Saison. Das hat mit der Local-Player-Regelung zu tun.

Leipzig/ukr – An diesem Mittwoch musste RB Leipzig seine Kaderlisten für die Champions League einreichen. Dabei fehlte der Name von Zugang Abdoul Koné, der immerhin 17 Millionen Euro Ablöse gekostet hat. Der Franzose war bereits im Winter verpflichtet und an Reims zurückverliehen worden, diesen Sommer schloss er sich RB dann andgültig an, erlitt aber eine Schulterverletzung und spielte noch keine Rolle.
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Doch das ist nur ein Teil des Grundes, weshalb Koné im Champions-League-Aufgebot fehlt, wie die LVZ berichtet. Vielmehr haben die Leipziger zu wenig selbst ausgebildete Spieler im Kader, um die Local-Player-Regeling zu erfüllen. Laut Regelwerk müssen acht selbst ausgebildete Spieler in der A-Liste vertreten sein, um die maximale Zahl von 25 Spielern zu nominieren.
RB hat kaum selbst ausgebildeten Spieler im Kader
Bis zu vier davon dürfen als Nachwuchs-Nationalspieler im nationalen Verband ausgebildet worden sein. Das trifft etwa auf Benjamin Henrichs, Brajan Gruda, David Raum und Max Finkgräfe zu. Mindestens vier Spieler müssen aber auch vom Klub ausgebildet worden sein. Und diese Spieler sind bei Rasenballsport Mangelware im Profikader. Die Kriterien dafür erfüllt nur Lukas Klostermann, weil er bereits als 18-Jähriger zu RB kam und anfangs noch in der U19 und der zweiten Mannschaft Einsätze hatte. Dass es bislang kein Kicker aus dem eigenen Nachwuchs dauerhaft ins Team geschafft hat, fällt RB nun auf die Füße.
Weil sonst kein selbst ausgebildeter Kicker im Kader ist, minimiert sich die Anzahl von 25 möglichen Nominierten um drei auf nur 22 auf der sogenannten A-Kaderliste, auf der übrigens auch Antonio Nusa und Assan Ouédraogo fehlen.
Doch diese beiden Jungstars haben es über die sogenannte B-Liste ins 24er-Aufgebot geschafft. Die B-Liste der Uefa ermöglicht es Vereinen, eine unbegrenzte Anzahl von Nachwuchstalenten für die europäische Königsklasse zu registrieren. Dadurch blockieren diese Spieler keine der maximal 25 Plätze auf der regulären A-Liste. Kriterium für dieses zweite Nachwuchs-Kaderaufgebot ist, dass Spieler bereits mindestens zwei Jahre im Team spielen und nach dem Stichtag 1. Januar 2005 geboren wurden.
RB-Youngster für die Youth League eingeplant
Auf Zugang Abdoul Koné trifft das freilich nicht zu. So ist er ebensowenig im Aufgebot wie der dritte Keeper Leopold Zingerle. Auch die Youngster Viggo Gebel, Benno Kaltefleiter und Samba Konaté stehen zwar als „Challenger” im Bundesliga-Kader, haben aber nicht das Format, um Profis auf ihren Positionen für den „Königsklassen”-Kader zu verdrängen und sind für die Youth League eingeplant.
Zur K.o.-Phase können neue Spieler nachgemeldet werden. RB startet am Donnerstag mit dem schweren Auswärtsspiel bei Como 1907 (21 Uhr/DAZN) in die Champions-League-Ligaphase.
Der Champions-League-Kader von RB Leipzig
Tor: Ørjan Nyland; Maarten Vandevoordt.
Abwehr: Maxime Estève; Willi Orban; Lukas Klostermann; Ridle Baku; David Raum; Castello Lukeba; Max Finkgräfe; Benjamin Henrichs.
Mittelfeld: Ezechiel Banzuzi; Assan Ouedraogo; Brajan Gruda; Nicolas Seiwald; Christoph Baumgartner; Rocco Reitz; Neil El Aynaoui; Andrija Maksimovc.
Angriff: Antonio Nusa; Marc Guiu; Johan Bakayoko; Tidiam Gomis; Christopher Nkunku; Romulo.