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Lösung für Uralt-Zwist Neues Areal gefunden: RB soll Platz für 12.000-Zuschauer-Stadion bekommen

RB Leipzig soll am Cottaweg weiter expandieren und die Kleinmesse ihr Gelände behalten können. Dieser Spagat könnte gelingen, wenn der Klub wie beabsichtigt ein derzeit brach liegendes Waldstück kaufen und bebauen darf.

Von Ullrich Kroemer 11.06.2026, 13:37
Eines Tages könnte das kleine Stadion am Cottaweg ausgedient haben, wenn für die Frauen ein eigenes Schmuckkästchen entsteht.
Eines Tages könnte das kleine Stadion am Cottaweg ausgedient haben, wenn für die Frauen ein eigenes Schmuckkästchen entsteht. (Foto: imago/motivio)

Leipzig – Der ewige Zwist zwischen den Schaustellern, die im auf dem Festplatz im vorderen Teil des Cottawegs ihr Domizil auf der Kleinmesse haben, und RB Leipzig, das expandieren will und muss, könnte demnächst beigelegt sein. Die Stadtverwaltung präsentierte einen umfangreichen Vorschlag, mit dem die hauptbeteiligten Parteien Schausteller, Stadt und RB wohl ausgezeichnet leben können. Eine smarte Lösung, mit der jede Seite ihr Gesicht wahren kann und vor allem inhaltlich zufrieden ist.

Demnach sollen die Schausteller auf dem historisch angestammten Gelände bleiben dürfen, weil trotz umfangreicher Bemühungen und zahlreicher Vorschläge kein adäquater Ersatzplatz gefunden wurde. Zudem würde die Stadt die Ertüchtigung eines alternativen Kleinmesse-Geländes einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe kosten.

Brach liegendes Waldstück soll gerodet werden

Stattdessen soll der Bundesligist, der am Cottaweg mehr Platz für Trainingsplätze und Infrastruktur braucht, um wachsen zu können, das bislang ungenutzte Areal zwischen Capastraße und Kleinmesse kaufen dürfen. Ein Waldstück, das brach liegt und auf dem einst eine Gartenanlage stand, die Mitte der 1990er zurückgebaut und versiegelt wurde. Insgesamt bekäme RB 57.000 Quadratmeter hinzu.

Die Fläche ist zwar schmaler als der ursprünglich verhandelte Festplatz am Cottaweg, dennoch sei auch hier perspektivisch Platz für ein Stadion für die RB-Bundesliga-Frauen mit Kapazität für bis zu 12.000 Fans sowie zwei weitere Großfelder. „Mit einem neuen Stadion eigens für den Frauenfußball soll die dynamische Entwicklung in diesem Bereich weiter professionalisiert werden”, heißt es in der Beschlussvorlage. Alternativ könnten auch drei Großfelder sowie eine Traglufthalle und ein Medical-Hub errichtet werden, heißt es dort. Wie RBlive erfuhr, sind die Pläne eines Stadions sowie eine mögliche Kapazität von 12.000 keinesfalls konkret, sondern lediglich eine Möglichkeit.

Damit das Vorhaben des Verkaufs wie beabsichtigt umgesetzt werden kann, muss der Stadtrat zustimmen. Das Verhandlungsergebnis soll diesem spätestens im Laufe des ersten Halbjahres 2027 vorgelegt werden.

Widerstand von den Grünen: „Rodung ist ein Unding”

Als Kompensation für die Rodung des nicht genutzten und nicht geschützten Wäldchens soll sich RB laut Vorschlag der Stadt verpflichten, entlang des Elster-Flutbeckens neue Bäume zu pflanzen.

Dennoch regt sich wie erwartet Widerstand von den Grünen, da in dem Wäldchen 30 Vogelarten nisten würden. Via Bild-Zeitung mahnte Dr. Nicole Schreyer-Krieg, umweltpolitische Sprecherin der Leipziger Grünen: „Es kann nicht sein, dass wir wieder einmal Waldflächen roden, ohne über angemessene Ausgleichsmaßnahmen nachzudenken. Die Rodung des Waldes am Cottaweg ist ein Unding und zeigt einmal mehr, dass der Stadtverwaltung Kommerz wichtiger als ordentlicher Klima- und Naturschutz ist.”