magische Nacht in Buenos Aires RB Leipzig meldet sich zum Abschied des „Heiligen Messi”
Ein Tor, zwei Vorlagen und noch mal eine große Messi-Show. Argentinien hat seinem Kapitän einen emotionalen Abschied bereitet. Und Messi seinen Nachfolgern wichtige Worte mitgegeben. Auch RB Leipzig gratulierte zum Abschied mit zwei Fotos.

Buenos Aires/dpa – Keiner wollte gehen, keiner wollte Lionel Messi wirklich gehen lassen. Im Nachthimmel von Buenos Aires leuchtete sein Antlitz mit dem WM-Pokal. Die Fans im ausverkauften Fußball-Tempel von River Plate klatschten und kämpften mit den Tränen, Messi wischte sich die Augen. Die Mitspieler standen ergriffen daneben. „Nicht mehr dabei zu sein, wird mir sehr wehtun”, sagte der 39 Jahre alte Argentinier.
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Es war sein 208. und letzter Auftritt im Trikot der Albiceleste, diesmal mit Rückennummer 10 in Gold: „Für die argentinische Nationalmannschaft zu spielen, ist das Schönste, was einem passieren kann”, sagte Messi. Was im August 2005 mit einem nicht mal einminütigen Debüt mit einer Roten Karte – gegeben vom deutschen Referee Markus Merk – nach einer Einwechslung begann, ging nun zu Ende. Mit einem 3:0 gegen Benin, mit einem Elfmetertor Messis, dem 126. Treffer für Argentinien, als Schlusspunkt.
„Messi für immer”, schrieb Argentiniens „La Capital”. „Messi klopfte an die Tür der Ewigkeit in jener Nacht, in der der Fußball ihm für immer ,Danke’ sagte”, hieß es bei „La Nación”. Es war sein Tag, der Tag des „Heiligen Messi” („Página12”). Der Ausnahmefußballer, der mit zehn Jahren seine Heimat Rosaria verlassen hatte, um in Barcelona eine Karriere zu starten, die beispiellos wurde.
„Mein erster Gedanke gilt meinem Vater”
Ein kleiner Junge mit Wachstumsstörungen verzauberte später Fans weltweit. Den zähen Kampf um Anerkennung, weil er nie in Argentinien für einen Club spielte, entschied Messi auch für sich. Und wie: Nach vier gescheiterten Versuchen führte er 2022 sich und eine ganze Nation zum WM-Triumph.
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„Ehrlich gesagt fällt es mir heute schwer, etwas zu sagen”, betonte Messi vor den 85.000 Zuschauern im Stadion: „Es sind so viele Gefühle. Mein erster Gedanke gilt meinem Vater.” Er hatte Messi damals nach Spanien begleitet, war als Manager immer an der Seite. Kurz nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien in vergangenen Sommer starb Jorge Messi mit 68 Jahren.
„Heute ist vielleicht der traurigste Tag meiner Karriere”, sagte Messi bei seinem Abschied aus der Mannschaft, die für ihn wie eine zweite Familie wurde. „Ich bin auf den Platz gegangen, um zu kämpfen, weil ich Krieger an meiner Seite hatte, die ihr Leben gegeben haben”, erklärte Messi.
Eine Huldigung auch vom Mitspieler
„Zuerst habe ich dich als Kind bewundert, wie Millionen von Argentiniern, die dank dir mit dem Traum aufgewachsen sind, Fußballer zu werden”, schrieb Auswahlkollege Julian Álvarez, 13 Jahre jünger als Messi: „Später hatte ich das Glück, dich kennenzulernen, dein Teamkollege zu sein und Dinge zu erleben, die ich nie vergessen werde.”
Und er wurde Zeuge eines Abends, den Argentinien erstmal nicht vergessen wird. Im ganzen Land hatten sich die Fans versammelt, die Anreise zum Stadion vom Verbandssitz in Ezeiza wurde schon zur Triumphfahrt. Ein riesengroßes himmelblau-weißes Trikot lag auf dem Rasen. Darauf: Messis Nummer 10 und „Gracias” in großen goldenen Buchstaben.
Söhne und Ehefrau kämpfen auch mit den Tränen
Für seinen letzten Tango hatte Argentiniens und auch Messis persönlicher Ausrüster ein Sondertrikot entworfen. Als ein letztes Mal Messis Name bei einer argentinischen Aufstellung aufgerufen wurde, füllte ohrenbetäubender Jubel das Monumental-Stadion. Messis Frau, wie immer auch im Trikot mit der Nummer 10, und die drei Söhne kämpften mit den Emotionen.
Weltweit verabschiedeten sich einstige Teamkollegen, Bewunderer und Rivalen von Messi. „Du hast uns zum Lächeln gebracht und uns so viel Freude am Fußball bereitet!!!”, schrieb Brasiliens Ronaldinho (46). Er hatte einst Messi beim FC Barcelona unter seine Fittiche genommen.
Auch RB Leipzig meldet sich
„Einer der Größten der Geschichte, ohne Wenn und Aber”, schrieb Landsmann Romário (60) über Messi: „Es wird uns fehlen, diesen Kerl im Trikot Argentiniens zu sehen.” Und RB Leipzig postete bei Instagram ein Foto Messis zusammen mit dem aktuellen Coach des Bundesligisten, Martin Demichelis – aus den gemeinsamen Zeit in der Nationalmannschaft. Ebenso wie ein Motiv von der WM 2026, auf dem RB-Kicker Nicolas Seiwald im Zweikampf mit Messi zu sehen ist.
Ein Tor (71. Minute) sowie zwei Vorlagen für die Tore von Nicolás Otamendi (48.) und Nico Paz (61.) – das war Messis Bilanz an einem Abend, an dem das Spiel gegen Benin Nebensache war. „Der Moment ist gekommen. (...) Dieses Trikot war mein Traum, mein Stolz und mein Leben”, hatte Messi vor dem Match bereits in einem Video gesagt.
Der nächsten Generation gab der Kapitän am Abend seines Abschieds aber noch ein paar eindringliche Worte mit auf den Weg. „Es hat sich mehr als deutlich gezeigt: Wenn wir zusammenhalten, können wir alles meistern”, sagte er: „Es gibt Leute, die der Nationalmannschaft nichts Gutes wünschen, und denen dürfen wir diesen Gefallen nicht tun. In schwierigen Zeiten zeigt sich erst, was eine Mannschaft wirklich ist.”