RB Leipzig

Mit Sieg gegen Manchester City qualifiziert sich RB Leipzig aus eigener Kraft für die Europa League

Von Martin Henkel 07.12.2021, 20:42
Torschütze zum 1:0 gegen Manchester City: Dominik Szoboszlai
Torschütze zum 1:0 gegen Manchester City: Dominik Szoboszlai imago images/Karina Hessland

RB Leipzig hat sich Dienstagabend für die Europa League qualifiziert. Knapp zwar, aber was heißt schon knapp gegen den englischen Meister Manchester City? Die Messestädter besiegten das Team von Trainer Pep Guardiola verdient 2:1 (1:0). Die Tore für RB erzielten Dominik Szoboszlai (24.) und André Silva (71.), für den Tabellenführer der Premier League traf Riyad Mahrez (76.).

Paris erledigt Brügge früh

Das Parallelduell um Rang drei des FC Brügge bei Paris Saint-Germain war deshalb nicht mehr von Bedeutung. Schon nach sieben Minuten zeichnete sich bereits ab, dass die Sachsen ihre Partie auch verlieren können. Zu diesem Zeitpunkt führten die Franzosen bereits 2:0, am Ende hieß es 4:1 (3:0).

Mit einem Remis oder einem Sieg hätten die Belgier noch an RB vorbeiziehen können, eine Niederlage der Deutschen vorausgesetzt. Doch die Gäste aus England gingen die Partie in der leeren Leipziger Arena an, wie es Trainer Pep Guardiola vorausgesagt hatte, auch wenn sich der Spanier seine Aussage, die Partie sei eine „gute Übung für uns“ sicherlich anders vorgestellt hatte. Man City stand als Gruppenerster bereits vor Anpfiff fest.

Ein Schonprogramm hatte der Coach allerdings nicht aufgelegt. Startelfspieler wie Kevin de Bruyne, Ilkay Gündogan, oder Rekordtransfer Jack Grealish zeugten vom Ernst, mit dem Guardiola das Spiel angehen wollte. Leipzig war jedoch auf Höhe der Herausforderung, der sich der gebeutelte Tabellenelften der Bundesliga gegenübersah. Nur zwei Tage zuvor war Trainer Jesse Marsch nach drei Ligapleiten am Stück entlassen worden, Achim Beierlorzer ersetzte ihn als Interimschef.

Große Veränderungen an der Startelf nahm der Franke nicht vor, es liefen vor allem Routiniers wie Emil Forsberg und Kevin Kampl auf, dazu die zuletzt im Europapokal formstarken Christopher Nkunku, Dominik Szoboszlai oder Ballräuber Konrad Laimer.

RB sucht Heil im Konterspiel

Der Österreicher war es auch, der nach 15 Minuten Abtasten den ersten Schuss aufs Citizen-Tor abfeuerte, in dem der ehemaligen Düsseldorf-Keeper Jack Steffen Stammtorhüter Ederson vertrat. Der US-Amerikaner vereitelte die Chance, fischte im Anschluss einen Steckpass von Nkunku auf Stümer André Silva weg (20.) und musste sich geschlagen geben, als Szboszlai einen Außenristpass von Laimer an ihm vorbei ins leere Tor schob.

Der Treffer war der Lohn für einen klugen Auftritt der Gastgeber. Sie überließen den „Skyblues“ meist die Bälle, stellten aber alle wichtigen Gassen zu, dominierten über weite Strecken die für sie sensiblen Feldzonen – und suchten ihr Heil im guten, alten Konterspiel.

Zwar kam der englische Tabellenführer, der seine vergangenen sieben Spiele alle gewonnen hat, zu Chancen, darunter ein Pfostenschuss von Nationalspieler Foden (41.), doch auch Leipzig hatte Möglichkeiten auf einen zweiten Treffer vor der Pause. Forsberg hatte eine auf dem Fuß, schoss Steffen aber an. Silva köpfte eine Viertelstunde später aus einem Meter den Keeper der Briten auf die Brust (39.).

Walker sieht Rot

Guardiola dürfte kaum gefallen haben, wie die eigentlich angeschlagenen Deutschen die Partie kontrollierten. Doch wenn es eine Standpauke für sein Personal gab, dann verfing sie sich nicht. RB hatte das Geschehen auch nach dem Seitenwechsel weitgehend im Griff. Lange Zeit ergab sich für die Pep-Elf keine ernstzunehmende Chance. Stattdessen erhöhte RB knapp 20 Minuten vor dem Ende auf 2:0: Silva veredelte einen Konter über Szoboszlai und Forsberg. (71.).

Zwar traf Riyad Mahrez wenig später noch zum 2:1 (76.), doch sieben Minuten vor dem offiziellen Ende war das Spiel praktisch entschieden: Kyle Walker sah nach einem Foul gegen Silva glatt Rot, in Unterzahl gab sich City geschlagen. (RBlive/hen)