RB Leipzig

Naby Keita: Noch keine Gewissheit über Gesundheitszustand

12.03.2017, 13:29
Naby Keita brach nach dem Spiel gegen VfL Wolfsburg zusammen. Ralf Rangnick und RB Leipzig kennen die Ursache noch nicht.
Naby Keita brach nach dem Spiel gegen VfL Wolfsburg zusammen. Ralf Rangnick und RB Leipzig kennen die Ursache noch nicht. imago

Gestern verlor RB Leipzig das zweite Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Die Niederlage rückte aber angesichts eines Todesfalls vor dem Spiel in den Hintergrund. Auch Naby Keitas Zusammenbruch stellt die Leipziger vor ein Rätsel, wie Ralf Rangnick im Sport1-Doppelpass bekannt gab.

Fragezeichen nach Zusammenbruch von Naby Keita

Lange nach Abpfiff im Spiel gegen den VfL Wolfsburg ist Naby Keita plötzlich neben einem anderen Spieler von RB Leipzig zusammengebrochen. „Es war eine Dreiviertelstunde nach dem Spiel, er hat sich nicht gut gefühlt. Er ist umgefallen und war kurz nicht bei Bewusstsein. Unsere Ärzte haben sich dann um ihn gekümmert“, so Ralf Rangnick im Doppelpass.

Es bestehe keine akute Gefahr für den Spieler. Aber die Ursache für seine Kreislaufprobleme sei auch noch nicht gefunden. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Wir untersuchen ihn noch im Moment in Leipzig. Wir haben noch nichts finden können und hoffen, dass er heute abend wieder zurück ist.

Ralph Hasenhüttl: „Hoffe, dass das keine tieferen Ursachen hat“

Sein Trainer konnte am Tag danach auch nicht viel mehr Auskunft geben. „Er hat die Nacht im Krankenhaus verbracht, aber es geht ihm wieder besser. Seine Werte sind alle okay.” Eine erste Erklärung war die reine Anstrengung. „Wir haben nur gesehen, dass er dalag und ärztlich versorgt wurde. Der Kreislauf war anscheinend schuld. Er hat sich schon verausgabt gestern, wir sind viel gelaufen in dem Spiel. Vielleicht war das der Grund.“
Aber man schließt bei RB Leipzig vorerst nichts aus und wird Naby Keita weiterhin beobachten. „Wir sind in den kommenden Tagen noch auf Ursachenforschung. Wenn man ihn da liegen sieht, ist das im ersten Moment ein Schock. Aber ich hoffe, dass das keine tieferen Ursachen hat.”

Verstorbener RB-Fan aus Leipzig

Unmittelbar vor der Partie brach ein Fan von RB Leipzig zusammen und verstarb noch im Krankenhaus am plötzlichen Herztod. RB Leipzig nahm zunächst über Twitter Anteil und sprach den Angehörigen das Beileid des Vereins aus. Weil der RB-Anhänger keine Ausweispapiere bei sich trug, war zunächst nichts weiter bekannt. Nun soll es sich nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung um einen Mann, Mitte 50, aus Leipzig handeln.

Ralf Rangnick: „Naby Keita kann überall spielen“

Im Raum stand auch das Gerücht, der FC Bayern habe konkretes Interesse am Star von RB Leipzig. Davon wollte Sportdirektor Ralf Rangnick nichts wissen. „Sagt wer? Ich weiß davon nichts. Klar ist, dass Naby durch seine Leistung auf sich aufmerksam gemacht hat.“ Seinem Jungstar traut er auf lange Sicht alles zu. „Sollten wir nächstes Jahr international spielen wird er nochmal eine andere Bühne haben. Für mich ist es ein Spieler, der überall spielen kann.“

Dennoch machte Rangnick klar, dass er Naby Keita auch in der nächsten Saison nahezu sicher in Leipzig sieht. Allerdings sprach er nicht öffentlich von einem Wechselverbot, wie bereits zu vernehmen war. „Er hat noch lange Vertrag, keine Ausstiegsklausel und wenn wir international spielen sollten, gibt es keinen Grund, warum er nächstes Jahr nicht bei uns spielen sollte. Ob er in drei oder vier Jahren bei uns spielt, weiß keiner.“

100 Millionen sind schlechter als Naby Keita

Das liege auch an den astronomischen Dimensionen, die mittlerweile durch die TV-Gelder aus England und Investoren aus China im Geschäft sind. „Was willst du da ausschließen? Der Fußball hat sich in eine Richtung entwickelt, wo man nicht ausschließen kann, dass jemand 100 Millionen Euro auf den Tisch legt. Die halte ich aber für schlechter als Naby Keita.“

Wechselverbot für Naby Keita?

Damit deutete der Sportdirektor an, auch bei einem herausragenden Angebot die Qualität des Spielers und den Wert für seine Mannschaft vorzuziehen. Ähnlich, wie Borussia Dortmund Robert Lewandowski einen Wechsel zu den Bayern untersagte, könnte es also noch darauf hinauslaufen, dass RB Leipzig dem Wechsel einen Riegel vorschieben muss.

Sportkommentator Marcel Reif dazu: „Die haben es durchgerechnet. Lewandowski macht so und soviele Tore, damit kommen wir in die Champions League, bis ins Achtelfinale, Bayern bietet so und soviel und das ist uns zuwenig.“ So müsste auch Ralf Rangnick den sportlichen Wert kalkulieren. Dazu müsste es allerdings erstmal ein Angebot und den Wechselwunsch des Spielers geben.