Trotz WM-Aus Reise in die USA „Manche fallen in ein Loch“: Baumgartner trifft ungewöhnliche Reha-Entscheidung
Viele Spieler würden nach einem WM-Aus die Distanz suchen. Christoph Baumgartner wählt den umgekehrten Weg. Der verletzte RB-Profi reist ins österreichische Teamcamp und arbeitet dort an seinem Comeback.

Santa Barbara/Leipzig/hen mit dpa - Christoph Baumgartner vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig reist trotz seiner Operation nach einer schweren Muskelverletzung zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Nordamerika. Der 26-Jährige wird seine Reha im Camp der österreichischen Nationalmannschaft in Santa Barbara (USA) fortsetzen, teilte sein Klub RB Leipzig mit.
Baumgartner will Team vor Ort unterstützen
Der Verband und sein Club entsprechen damit dem Wunsch des 26-Jährigen, die Reha im Umfeld der österreichischen Nationalmannschaft zu absolvieren und seine Teamkollegen vor Ort während der Weltmeisterschaft zu unterstützen.
"Als klar war, dass er ausfällt, war das Erste, das er gesagt hat, dass er unbedingt herkommen will. Wenn er fliegen kann, will er kommen und uns unterstützen", erzählte Konrad Laimer auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Laimer war selbst früher Spieler bei RB, mittlerweile spielt er für den FC Bayern München.
Weiterlesen: Darum wird der Baumgartner-Ausfall zum Problem für RB
Baumgartner reist heute in die USA und wird vor Ort „unter optimalen Bedingungen und in medizinischer Begleitung durch den ÖFB sowie in enger Abstimmung mit RB Leipzig an seinem Comeback arbeiten“, wie es heißt.
"Manche fallen in ein tiefes Loch"
"Manche Spieler fallen in ein tiefes Loch, aber er ist sofort für uns da und möchte uns Kraft geben", sagte ÖFB-Kollege Romano Schmid.
Der offensive Mittelfeldspieler hatte sich beim Aufwärmen vor dem Länderspiel gegen Tunesien (1:0) eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zugezogen und war im finnischen Turku operiert worden. Baumgartners Ausfall ist ein herber Rückschlag für die österreichische Nationalmannschaft und wird auch zu Saisonbeginn ein Problem für RB, vor allem weil der Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison in Top-Form war. Er schoss in 37 Pflichtspielen 17 Tore und bereitete neun Treffer vor.
Österreich trifft bei der WM auf Titelverteidiger Argentinien, Algerien und Jordanien. Trainiert wird die Auswahl vom Deutschen Ralf Rangnick, der früher RB Leipzig als Klub aufgebaut und trainiert hat.