RB Leipzig

"Ne klare Tätlichkeit, Mann!": Warum Julian Nagelsmann den Schiedsrichter gegen Leverkusen kritisierte und verteidigte

Von Thomas Fritz 31.01.2021, 16:43
Rudelbildung um Schiedsrichter Harm Osmers nach einem Foul von Edmond Tapsoba an RB Leipzigs Alexander Sörloth (4.v.l.)
Rudelbildung um Schiedsrichter Harm Osmers nach einem Foul von Edmond Tapsoba an RB Leipzigs Alexander Sörloth (4.v.l.) imago/

RB Leipzig hat in einem hart umkämpften Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen einen verdienten 1:0-Sieg gefeiert. Dabei stand ein Mann zu oft im Mittelpunkt, an den man sich nach einem Fußballspiel im besten Fall überhaupt nicht erinnern sollte - der Schiedsrichter. Harm Osmers fiel durch eine großzügige Spielleitung auf, der manchmal ein wenig die Linie fehlte. In der ersten Halbzeit verzichtete der 36-jährige Hannoveraner nach einem harten Foul von Kevin Kampl an Charles Aranguiz auf eine gelbe Karte. Später zückte er nach einer ähnlichen Aktion von Karim Bellarabi eine Verwarnung. Bayer-Coach Peter Bosz war erzürnt.

Ähnlich wie zuvor Julian Nagelsmann, der in der ersten Halbzeit inmitten einer Rudelbildung eine Fehlentscheidung Osmers gesehen haben wollte. "Das ist 'ne klare Tätlichkeit, Mann!", rief Nagelsmann gut verständlich. Der 33-Jährige hatte einen vermeintlichen Schlag von Leverkusens Moussa Diaby gegen RB-Mittelfedspieler Tyler Adams moniert, wie er später am Sky-Mikrofon erklärte.

Nagelsmann blieb bei seiner Rot-Forderung

"Für Diaby ist es schon eher Rot, weil er mit voller Wucht ins Gesicht schlägt oder drückt." Der Franzose sei von hinten "schon klar ins Gesicht von Tyler" gegangen, beschwerte sich der Fußballlehrer. Aus den TV-Bildern ließ sich hingegen keine klare Tätlichkeit ablesen - und auch der DFB ermittelt bislang nicht gegen den Leverkusener. Allerdings hätten zumindest Verwarnungen gegen Akteure beider Mannschaften in dieser Szene Schärfe aus dem Spiel nehmen können. Was tat Osmers? Er trieb das Rudel mit Worten auseinander.

Osmers nur mit Note 4 vom Kicker

Schließlich relativierte Nagelsmann seine Rot-Forderung wenig später, indem er der großzügigen Linie des Schiedsrichters doch noch etwas Positives abgewinnen konnte. "Am Ende hat's nichts gegeben - ist auch gut, da haben wir elf gegen elf zu Ende gespielt. Wenn man gewinnt, sitzt man auf der Seite, wo man das lockerer sagen kann." Hätte Osmers sehr früh mit Gelben Karten angefangen, "hätte es viele gegeben und wir hätten es nicht elf gegen elf beendet", war sich der RB-Coach sicher.

Schon beim 1:1 zwischen RBL und B04 am 2. Spieltag hatte Osmers` Spielszenen-Auslegung Kritik nach sich gezogen. Nach Ansicht des Kicker hatte er "Probleme bei der Beurteilung von Zweikämpfen". Dafür gab es von dem Fachblatt die Spielnote 4 für den erfahrenen Bundesligaschiedsrichter.