Diskussion über 50+1-Ausnahmeklubs

„Nehmen keine spezifische Rolle ein”: RB Leipzig reagiert auf „Systemsprenger”-Debatte

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 28.09.2022, 17:03
Medial präsent, aber keine Stimme in den DFL-Gremien: Oliver Mintzlaff und RB Leipzig.
Medial präsent, aber keine Stimme in den DFL-Gremien: Oliver Mintzlaff und RB Leipzig. (imago/motivio)

RB Leipzig hat auf Anfrage von Mitteldeutscher Zeitung/RBlive auf die Aussagen von St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich reagiert. Das Präsidiumsmitglied der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hatte RB Leipzig ebenso wie die Werksklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg sowie den Mäzenatenverein TSG Hoffenheim als „Systemsprenger" bezeichnet, weil für diese Vereine die 50+1-Regel de facto nicht gelte. Diese Ausnahme hatte in Bezug auf Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim auch das Bundeskartellamt bemängelt.

„Im Moment ist es eine Wettbewerbsverzerrung, das ist Fakt”, hatte Göttlich im Kicker gesagt. Bis spätestens Februar brauche es Antworten, wie mit den „Ausnahmeclubs” umzugehen sei. „Ansonsten stehen wir im März 2023 vor einem Lizenzierungsverfahren, in dem der Wettbewerb nicht mehr integer ist. Daran müssen sich alle handelnden Personen messen lassen”, so Göttlich.

RB Leipzig: „Zeitlichen Druck gibt es für die Liga nicht”

Die Leipziger betonten nun, dass RB Leipzig anders als von Göttlich dargestellt „nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamts” gar nicht zu den sogenannten ,Förderclubs’ gehöre. „Wir sind lediglich beigeladen, so wie einige andere Klubs ebenfalls. Wir nehmen in diesem Verfahren aber keine spezifische Rolle ein”, heißt es in dem Klubstatement. „Somit sind wir vom Bundeskartellamt bisher auch nicht wegen möglicher Lösungsansätze kontaktiert worden.” Zeitlichen Druck gebe es weder für RB, noch für die Liga.

Zur allgemeinen Debatte um die Anpassung der 50+1-Regel teilte der Red-Bull-Klub mit, dass er sich „als Bundesligaklub zuallererst an die Mehrheitsbeschlüsse der DFL gebunden” fühle. „Das auf der DFL-Mitgliederversammlung eingeholte Stimmungsbild tendiert zum Bestand der 50+1-Regel, auch weil es eine gewisse Rechtssicherheit für die Klubs bedeutet. Selbstverständlich ist es uns wichtig, dass diese für die ganze Liga sehr entscheidende Frage im Interesse aller gelöst wird”, heißt es weiter. Göttlich hatte unter anderem Ausgleichszahlungen für die übrigen 32 Klubs der DFL ins Spiel gebracht, um den Vorteil der genannten vier auszugleichen. Es geht auch um eine Öffnung der Bundesliga für Investoren. Einerseits will die Liga frisches Geld in Umlauf bringen, um international mithalten zu können, andererseits das Alleinstellungsmerkmal und Gütesiegel 50+1 nicht aufgeben.

RB Leipzig ist in den jüngst neu gewählten DFL-Gremien nicht vertreten. Das begründet RBL damit, dass „wir nicht selbst kandidiert, sondern andere geeignete Kandidaten unterstützt haben, die unsere Interessen aus unserer Sicht sehr gut vertreten.“ Präsidiumsmitglied Oke Göttlich ist sicher nicht gemeint.

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