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Nachfolge von Yan Diomande Nkunku-Comeback oder Moreira-Poker: RB steckt im Transfer-Dilemma

RB Leipzig sucht weiter nach einem Nachfolger für Yan Diomande. Christopher Nkunku und Diego Moreira sind zwei völlig unterschiedliche Optionen. Doch beide haben einen großen Haken.

15.08.2026, 11:19
Laut Gerüchten ein Thema für eine Rückkehr zu RB Leipzig: Christopher Nkunku.
Laut Gerüchten ein Thema für eine Rückkehr zu RB Leipzig: Christopher Nkunku. Foto: Imago/Motivio

Leipzig/hen - Christopher Nkunkus Flugplan hält gerade die Gerüchteküche in Atem. Die Frage im Mittelpunkt der Aufregung: Wohin ist der 28 Jahre alte Franzose am Freitag geflogen? Barcelona, Paris, Leipzig?

Flieger nach Pisa

Sein Flieger ging nach Pisa. Weitere Zielorte unbekannt, was die Spekulationen natürlich noch mehr anheizte, denn der Flügelspieler vom AC Mailand könnte ja sonst wohin weitergereist sein.

Anschauen: Alle Nkunku-Tore für RB

Am Freitag berichtete die L-Equipe, dass der AC Mailand den Ex-Nationalspieler (18 Einsätze) verkaufen wolle. Und das ein Jahr, nachdem die Rossoneri den Linksfuß vom FC Chelsea gekauft hatten. Neu-Coach Ruben Amorim habe aber keine Verwendung für den Speed-Dribbler. Seitdem schießen die Gerüchte ins Kraut.

BVB oder Barcelona?

Der FC Barcelona sei interessiert, heißt es aus Experten-Kreisen. Trainer Hansi Flick sei ein großer Nkunku-Fan. Und weil Ferran Torres den Klub Richtung Paris verlässt und Julian Alvarez vermutlich keine Transferfreigabe von Atletico Madrid bekomme, sei der Bedarf auf dem Flügel groß.

Auch der BVB beschäftige sich mit einem Nkunku-Kauf, wird berichtet. Die Dortmunder haben ebenfalls Bedarf, nachdem der Wechsel von Said El Mala von Köln ins Ruhgebiet geplatzt ist. Und: RB Leipzig denkt wohl über eine Rückholaktion nach.

Milan will 30 Mio.

Nkunku hatte seine beste Karriere-Zeit in Leipzig. Er kam 2019 von Paris Saint-Germain und entwickelte sich mit 70 Toren und 56 Vorlagen in 172 Spielen für den Red-Bull-Klub zum europäischen Star. 2023 wechselte er für 60 Millionen zum FC Chelsea. Danach aber brach die Karriere durch Verletzungen und häufige Trainerwechsel ein.

Für Nkunku zahlte Milan im vergangenen Sommer 37 Millionen Euro plus Boni. Die Rossoneri verlangen nach italienischen Medienberichten rund 35 Millionen Euro und bevorzugen einen festen Verkauf.

Moreira kostet fast doppelt so viel

Für RB wäre das eine durchaus stemmbare Summe. Trotzdem hätte eine Rückholaktion einen Haken: Nkunku ist inzwischen 28 Jahre alt. Anders als bei den meisten Leipziger Transfers wäre bei ihm kaum noch mit einer deutlichen Wertsteigerung und einem späteren Millionengewinn zu rechnen. RB würde vor allem für sofortige sportliche Qualität bezahlen.

Genau das unterscheidet das ehemalige RB-Wunderkind von Diego Moreira. Der 22-Jährige von Racing Straßburg gilt ebenfalls als Kandidat für die Nachfolge von Yan Diomande (Wechsel zu Real Madrid) und passt deutlich besser ins klassische RB-Modell: jung, entwicklungsfähig, auf beiden Flügeln einsetzbar und mit entsprechendem Wiederverkaufspotenzial.

RB im Transfer-Dilemma

Mit Moreira sollen sich die Leipziger bereits grundsätzlich einig sein. Doch Racing Straßburg ruft dem Vernehmen nach 60 bis 70 Millionen Euro auf. Damit wäre der Belgier fast doppelt so teuer wie Nkunku – obwohl er sportlich noch längst nicht dessen Klasse nachgewiesen hat.

RB steckt damit in einem bemerkenswerten Transfer-Dilemma. Moreira wäre die typische Leipziger Zukunftswette, ist aktuell aber viel zu teuer. Nkunku könnte wahrscheinlich sofort helfen und wäre günstiger, passt mit seinem Alter aber kaum noch in die bisherige Transferlogik.

Werner-Rückkehr als Warnung

Hinzu kommt, dass RB mit prominenten Rückholaktionen zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht hat. Timo Werner kam 2022 nach zwei Jahren beim FC Chelsea als ehemaliger Team-Star und Publikumsliebling nach Leipzig zurück. An seine erste erfolgreiche Zeit konnte der Angreifer jedoch nicht mehr anknüpfen.

Ein Nkunku-Comeback wäre deshalb nicht nur emotional reizvoll, sondern auch ein ungewöhnlicher Schritt für RB. Die Leipziger Funktionäre müssen entscheiden, was ihnen wichtiger ist: möglichst schnelle Qualität – oder die nächste große Entwicklungswette. Ob Nkunku überhaupt aber ein Thema ist, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin, nach RBlive-Informationen ist ein Nkunku-Comeback bei RB nicht ausgeschlossen.