Anhänger bewegt No-Show-RateDiese Anregungen kommen aus der Fanszene

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 21.10.2022, 12:13
Offiziell war die Partie gegen Celtic in den Heimbereichen ausverkauft, aber etwa in Sektor D gab es viele Lücken. 
Offiziell war die Partie gegen Celtic in den Heimbereichen ausverkauft, aber etwa in Sektor D gab es viele Lücken.  (imago/Picture Point LE)

Dieses Thema bewegt die Fans von RB Leipzig: RBlive hatte am Donnerstag über die vielen leeren Plätze berichtet, die trotz häufig ausverkaufter Heimbereiche im Stadion zu sehen sind.

Diese sogenannte No-Show-Rate beträgt laut Angaben des Klubs bei RB knapp unter zehn Prozent im Schnitt. Gegen Gegner wie den VfL Bochum kamen sogar über 20 Prozent der Ticketinhaber nicht ins Stadion – 9000 bis 10.000 Fans, die trotz erworbener Dauerkarte nicht erscheinen.

Dieses Phänomen hat sich nach der Corona-Pandemie und dem Stadionumbau mit dem massiven Verkauf neuer, günstiger Dauerkarten in dieser Saison der Wahrnehmung nach verstärkt. Wie die vielen Reaktionen in den sozialen Netzwerken zeigen, brennt das Thema auch vielen RB-Anhängern unter den Nägeln. In den vielen sachlichen Kommentaren fanden sich jede Menge fachkundige Vorschläge, um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Ist die Ticketbörse nicht funktional genug?

Ralf LE schreibt bei Twitter: „Ich setze unsere Karten immer ein. Aber sie werden kaum noch verkauft. Warum? Ich denke 1. ist die Ticketbörse schwieriger als früher zu finden. 2. macht RB dafür kaum Werbung, wenn noch irgendwelche teuren Karten im Shop vorhanden sind.”

Andreas Rainer wundert sich: „Wenn ich nicht kann, stell ich Karte in die Börse, aber sie wird nicht gekauft.” Seit es die Ticketapp gibt, sei er kaum mehr eine Karte losgeworden, während sein B-Block-Ticket sonst prompt verkauft worden sei. „Vielleicht funktioniert was nicht?”, fragt er.

MartenKumpel regt ebenfalls an, die Ticketbörse seitens des Klubs prominenter bei der Ticketseite zu platzieren. „Vielleicht mit banalen Mitteln anfangen und bei ,ausverkauften Spielen’ die Ticketbörse im offiziellen Ticketshop bei diesem Spiel verlinken?”, twittert er. „Da draußen gibt es eine Menge Leute, die die Börse nicht kennen. Siehe Bsp #rblrma. Für den Laien ist hier Schluss. Ausverkauft halt.”

Auch dass der Ticketverkauf über die Ticketbörse nur über das Einloggen auf der Webseite, nicht aber über die Ticket-App möglich ist, verkompliziert den Vorgang. „Wenn sich RB mal der umständlichen Vorgehensweise annehmen würde, die man vollziehen muss, um seine Karte in die Ticketbörse einstellen zu können, würde man gut 5 % weniger freie Plätze haben. Hand drauf!”, prognostiziert BrannmannLE.

Umständlicher Ticketverkauf

Seit der Stadionerweiterung ist die Nachfrage in der Ticketbörse spürbar gesunken. Fast immer gibt es Tausende Tickets, die dort verfügbar sind. „Ich denke, die Rate der in die Börse eingestellten Tickets wird noch sinken. Wenn du nicht gehst und 3x deine Karte nicht verkauft bekommst, machst du dir irgendwann gar nicht mehr die Mühe des Einstellens. Teufelskreis”, erörtert Eventi RBL. „Die Karten von der Ticketbörse sollten im freien Verkauf eingestellt werden können. Das wäre schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung”, postet Sven Geissler bei Facebook.

Zu viele Dauerkarten im Umlauf?

Rasenlatscher entgegnet: „Was ich immer wundert, dass man die nicht im eigenen Umfeld meist losbekommt. Wenn ich nicht da bin, dann bekommt die jemand anders und fertig ist der Lack. Ticketbörse ist der letzte Ausweg.”

Kritik sorgt die Politik von RB, nach dem Umbau des Stadions mit Stehtribüne zu viele Dauerkarten abgegeben zu haben. „Ein Hauptproblem ist sicher auch, dass man Sektor B so überdimensional aufgebläht hat und die billigen Dauerkarten mit der Gießkanne verteilt hat”, postet Eventi RBL. „In B hätten 6000 Plätze völlig gereicht.”

Mindestanzahl von Spielen, sonst Entzug der Dauerkarte?

Einige Fans plädieren auch für harte Konsequenzen für diejenigen, die ihre Dauerkarte nicht häufig genug nutzen. „Die DK-Inhaber sollten mindestens 12 von 17 BL-Spiele besucht haben, sonst wird die gekündigt”, meint Sven Geissler. Das findet auch Peter Götze, der bei Facebook postet: „Ganz einfach. Es wird für jeden Dauerkarten-Inhaber eine Mindestanzahl von Spielen festgelegt, sonst verliert er seine Karte.” Doch so einfach dürfte das rechtlich nicht sein, einen Kunden zu einer bestimmten Anzahl von Besuchen zu verpflichten.

Ganz abgesehen davon hat RB gar kein Interesse daran, auf Einnahmen zu verzichten. Zumal weitere potanzielle Dauerkarten-Kunden auch nicht Schlange stehen dürften.

„Letztlich muss die Nachfrage bei den normalen Spielen um 20% steigen, die Börse bekannter werden, dann sinkt auch die No Show-Rate”, zieht Rasenlatscher ein optimistisches Fazit. „Ich bin nach 2 Jahren Pandemie ehrlicherweise positiv überrascht, wieviele Karten verkauft werden und wieviele Fans auch im Stadion sind, wenn man dann auch noch die krasse Spielanzahl in kurzer Zeit sieht.”

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